Ohne Hilfe von außen gibt es keine Hilfsangebote mehr

Vorsitzender Reza Amani in den Vereinsräumen. Er bittet um Unterstützung.Foto: Nils Buchmann
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Vorsitzender Reza Amani in den Vereinsräumen. Er bittet um Unterstützung.Foto: Nils Buchmann

Persisch-Deutscher Kulturaustausch- und Sportverein stößt an seine Grenzen

Von Nils Buchmann

Es ist schon ein bemerkenswerter Weg, den Reza Amani in den vergangenen fünf Jahren zurückgelegt hat. Aus seiner Idee, mit Hilfe des Fußballteams „Real Solingen“ Flüchtlingen aus aller Welt das Ein- und Zusammenleben in der Klingenstadt zu erleichtern, ist mit dem Persisch-Deutschen Kulturaustausch- und Sportverein inzwischen längst eine gemeinnützige Rechtsform geworden, die sich nicht mehr nur dem Sport widmet.

Doch Amani und seine rund 30 im Verein organisierten Mitstreiter stehen aktuell einmal mehr vor neuen Herausforderungen. Denn nachdem der Kulturverein im November 2018 Räumlichkeiten auf der Kurfürstenstraße bezogen hatte, ist er inzwischen im Eiland beheimatet. „Der alte Mietvertrag wurde wegen Eigenbedarfs nicht verlängert“, erzählt Amani, so dass sich die Vereinsmitglieder nach kurzer Zeit in der Innenstadt ein zweites Mal neu einrichten mussten.

Der Angebotsvielfalt hat der Umzug dabei jedoch nicht geschadet. Deutsche wie persische Dichterlesungen, das Aufführen kleiner Theaterstücke, Sprachkurse oder das Musizieren – neben Klavier und Gitarre unter anderem auch mit aus dem Mittleren Osten bekannten Instrumenten wie der Santur, einem mit dem Hackbrett verwandten Saiteninstrument, oder der tamburinähnlichen Daf – sind weiterhin wichtiger Teil des Vereinslebens.

Doch der Verein, der für viele Neubürger und andere Nicht-Mitglieder immer wieder erste Ansprechstation bei der Wohnungssuche oder bei Behördengängen ist, stößt mit seiner ehrenamtlichen Arbeit inzwischen an Grenzen.

„Ich bin unheimlich stolz darauf, was wir gemeinsam aufgebaut haben.“

Reza Amani, Vereinsvorsitzender

Aus Langenfeld und selbst aus Wesel hätten sich mittlerweile Menschen mit Ersuchen an ihn gewendet, berichtet Amani, der keine Hilfe abschlagen kann. „Wir haben viel Zeit und Energie investiert und ich bin unheimlich stolz darauf, was wir gemeinsam aufgebaut haben“, sagt der gelernte Werkzeugmacher und Zahntechniker.

Aber ohne externe Hilfe, egal ob durch deutsche Muttersprachler, die ihre Sprachkenntnisse etwa bei kulturellen Aktivitäten einbringen, oder durch finanzielle Unterstützer, werde es schwierig, das große Hilfsangebot in dieser Form aufrechtzuerhalten. Konkret denkt Reza Amani beispielsweise auch an ehrenamtliche Musik- oder Sprachlehrer: „Es wäre schön, wenn das alles fortgesetzt werden könnte.“

Bei all den Widrigkeiten sei es gut, dass es auf dem Fußballplatz, immerhin der Ursprung des Vereins, immer besser laufe. Mit einigen bekannten Namen wie Momo Hosseini und Claudio Giannuzzi will man in der kommenden Spielzeit in der Kreisliga C das machen, was der Verein sonst außerhalb des Kunstrasens für das Zusammenleben in der Stadt tut: vorne mitspielen.

Unterstützung

Jugend: Die Fußballer, die unter dem Namen „P.D. Shahin“ antreten und auch eine E- bzw. D-Jugend-Mannschaft aufbauen möchten, und alle anderen Mitglieder freuen sich über Unterstützung.

Kontakt: Persisch-Deutscher Kulturaustausch- und Sportverein, Eiland 14, 42651 Solingen, Tel. (01 57) 36 60 74 49

info@pd-shahin.de

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