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Ohligser Wochenmarkt hat stärkeren Zulauf

Der Wochenmarkt in Ohligs ist eine feste Institution im Stadtteil.
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Der Wochenmarkt in Ohligs ist eine feste Institution im Stadtteil.

Während der Corona-Krise suchen Kunden häufiger den Markt unter freiem Himmel auf, die Umsätze sind gestiegen.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Dienstag- und samstagmorgens ab neun Uhr auf dem Ohligser Marktplatz: Hunderte Kunden tummeln sich zwischen den Ständen und Wagen des Ohligser Wochenmarkts –und dies bei jedem Wetter. Denn der Markt ist für den Stadtteil eine feste Institution. „Meine Großmutter ging schon immer hier einkaufen, dann meine Mutter und jetzt ich“, berichtet Kundin Carola Stamm. „Wir schätzen die guten und frischen, regionalen Produkte.“

„Wir Markthändler mit Lebensmitteln profitieren regelrecht von der Corona-Krise.“
Metzgermeister Rudolf Jacobs

Ein Urgestein unter den Händlern stellt der Familienbetrieb von Käsespezialitäten Krems aus Langenfeld dar. „Schon vor 84 Jahren haben meine Großeltern hier auf dem Markt Molkereiprodukte angeboten. Ich selbst habe vom 16. Lebensjahr an mitgearbeitet“, berichtet die heutige Inhaberin Angela Krems. Eine besondere Situation stellte sich ihr in den letzten Wochen und Monaten dar: „Nach dem Lockdown erlebten wir einen massiven Ansturm an Kunden, der teilweise kaum zu bewältigen war. Viele verlangten Joghurt, weil dieser in den Läden ausverkauft war.“ Sie verkaufte dreimal so viel Joghurt.

Starken Kundenansturm erlebte auch der Gräfrather Metzgermeister Rudolf Jacobs an seinem Verkaufswagen: „Wir Markthändler mit Lebensmitteln profitieren regelrecht von der Corona-Krise. Denn viele Kunden meiden den Einkauf in den geschlossenen Räumen der Läden und bevorzugen das Angebot auf freien Plätzen.“ Ein weiterer positiver Trend: „Käufer verlangen vermehrt regional produzierte Produkte.“ Zu Anfang des Lockdowns seien jedoch viele ältere Kunden aus Angst vor Ansteckung erst mal nicht gekommen, berichtet Dirk Schwarzat von Geflügel-Eier-Milch Schwarzat. „Dafür konnten wir ganz neue Kundenkreise gewinnen: Beschäftigte im Home-Office oder in Kurzzeit, die nun erstmals die Möglichkeit zum Besuch von Wochenmärkten hatten.“

Wie Dirk Schwarzat sieht auch Hühnerfarm-Betreiber Matthias Pouillon-Heide gerade im Stadtteil Ohligs ein gutes Wachstumspotenzial für die Wochenmärkte. „Das neue große Wohngebiet, das hier direkt zum Marktplatz hin entsteht, wird uns neue Kundschaft bringen. Insgesamt ist Ohligs ja kräftig im Aufwind.“ Die Corona-Krise habe sein Geschäft gut überstanden, berichtet der Witzheldener Händler, der hier seit Jahren Eier und Kartoffeln anbietet. „Grundnahrungsmittel werden ja immer benötigt.“ Starke Verluste habe er aber beim Ostereierverkauf um Ostern verzeichnet. „Bei vielen ist der Osterhase in diesem Jahr ausgefallen. So fehlten uns die Hauptabnehmer für gefärbte Eier, und wir hatten einen Umsatzeinbruch an Ostereiern von 50 Prozent.“

Adrian Huppertz, der biologisch angebautes Obst und Gemüse anbietet, hat auf dem Markt viele Stammkunden. Dennoch ist er an diesem Samstag zum letzten Mal mit seinem großen Verkaufsstand vertreten. „Unser Geschäft in Kürten, wo wir herkommen, expandiert, und wir wollen uns auf die dortige Arbeit konzentrieren.“ Nachfolger mit Bio-Produkten wird ab dem nächsten Markttag Bettina Wamsler vom Bio-Hofladen Wünnerhof bei Hattingen sein. „Wir freuen uns, unsere Zelte hier neu in Ohligs aufschlagen zu dürfen, und wir bieten, wie Huppertz, biologisch und ökologisch angebautes Obst und Gemüse an, dazu Demeterprodukte.“

Neu auf dem Wochenmarkt sind auch Silvia und Ellen Grommes an ihrem Stand mit Haushaltswaren und einem Angebot zum Messerschleifen. „Wir sind den Marktausrichtern sehr dankbar, dass sie uns diesen Standplatz hier im Herzen von Ohligs ermöglichen“, sagt Ellen Grommes, selbst alteingesessene Ohligserin. Ihr Geschäft laufe aufgrund der noch geltenden Anti-Corona-Maßnahmen nur mäßig.

Umfrage

Um zu erfahren, was Solinger auf den Wochenmärkten vermissen oder warum sie diese nicht besuchen, startet der Verein Aktivkreis Solingen mit Vertretern der Wirtschaftsjunioren und den Stadtteilgemeinschaften eine Online-Umfrage. Teilnahme hier.

In den kommenden Jahren wird sich der Ohligser Markt optisch verändern. Dazu hatte es einen Wettbewerb gegeben. Gesucht wurden kreative Ideen für die Ohligser City.

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