Katholische Kirche

Ohligser Gemeinde feiert den Josephstag

„Joseph hat göttlich und damit menschlich gehandelt“, sagte Tim Kurzbach im Gottesdienst in der Kirche St. Joseph. Foto: Michael Schütz
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„Joseph hat göttlich und damit menschlich gehandelt“, sagte Tim Kurzbach im Gottesdienst in der Kirche St. Joseph.

Präsenzgottesdienst mit Gesang – Tim Kurzbach spricht über Missbrauch in der Kirche

Von Jutta Schreiber-Lenz

Ob es mit Blick auf die dritte Infektionswelle richtig ist, zu einem Präsenz-Gottesdienst einzuladen, in dem viel gesungen wird und in dem auch die Liturgie als Sprechgesang stattfindet, war eine Frage, die man mit Blick auf den „Evensong“ am Freitagabend in der Kirche St. Joseph durchaus stellen konnte. Die Organisatoren dieses Gottesdienst-Formats nach anglikanischem Vorbild, mit dem die Gemeinde das Patrozinium ihrer Ohligser Kirche beging, hatten zuvor sorgfältig abgewogen. Schließlich waren sie zu der Ansicht gekommen, dass sie „nicht klüger sein wollen als die Bestimmungen von Land, Stadt und Kirche, die exakte Rahmenbedingungen formulieren, unter denen Gottesdienste trotz hoher Inzidenz möglich sind“, sagte Wolfgang Kläsener als verantwortlicher Kirchenmusiker.

40 Personen hätten nach namentlicher Voranmeldung kommen können, um den geistlichen Abend mit Impulsen von Tim Kurzbach, liturgischen Elementen von Benedikt Bieker und dem Chorgesang von sieben Stimmen des Kammerchors West (bis auf die Solo-Stimme mit Mund-Nasenschutz) zu erleben. Der Oberbürgermeister fungierte hier als ehrenamtlicher Mitarbeiter seiner Ohligser Gemeinde.

„Wir versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen eine Balance zu finden.“

Wolfgang Kläsener, Kirchenmusiker

Anwesend waren – inklusive Chor – nur 30 Personen, die sich in weitem Abstand voneinander auf die ihnen zugewiesen Plätze setzten. „Wir versuchen, nach bestem Wissen und Gewissen eine Balance zu finden zwischen dem dringenden Angebot seelischer Nahrung und nötiger Fürsorge für die physische Gesundheit“, so Kläsener. „Gemeindegesang kann es beispielsweise bis auf weiteres nicht geben, die Aerosol-Verwirbelung dadurch bedeutet ein zu hohes Risiko einer Ansteckung.“

Trotz der inzwischen nahezu zwölf Monate Übung in dieser Form des Gottesdienstes dauerte es ein bisschen, bis die Besucher eingetaucht waren in die andächtige und feierliche Atmosphäre. Orgelmusik von Christoph Chrytrek und vor allem die Lieder der sieben Sängerinnen und Sänger vom Kammerchor West nahmen aber dann doch mit hinein in einen berührenden Abend.

Werke von Howells, Dyson und Nysted, aus dem hinteren Teil des großen Kirchenraums nach vorne Richtung Altar gesungen, bereiteten die Basis für die Impuls-Gedanken von Tim Kurzbach: Dem Gedenken an Joseph gab er angesichts des Patrioziniums – also der Schutzherrschaft dieses Heiligen über die Ohligser Kirche – Raum. Und schlug energisch den Bogen zu den Missbrauchsvorwürfen: Schließlich habe Joseph damals völlig unkonventionell gehandelt.

„Geltende Gesetze hätten einen Verstoß und eine Verurteilung der schwangeren Verlobten Maria verlangt, Joseph aber hat göttlich und damit menschlich gehandelt“, sagte Tim Kurzbach und ließ den Verweis der Offiziellen auf geltendes Regelwerk innerhalb der Institution „Kirche“ nicht gelten.

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