Schöne Fußgängerzone

Umbau der Düsseldorfer Straße: Ohligs soll einheitliches Bild abgeben

Nach dem Umbau der Düsseldorfer Straße soll die Ohligser Fußgängerzone ein einheitliches Bild abgeben.
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Nach dem Umbau der Düsseldorfer Straße soll die Ohligser Fußgängerzone ein einheitliches Bild abgeben.

ISG, OWG und Ohligser Jongens beraten mit der Stadt über die Möglichkeit einer Gestaltungssatzung. So soll der Kern des Stadtteiles auch auf Dauer schön bleiben.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Der Umbau der Düsseldorfer Straße soll in diesem Jahr starten. „Wenn alles fertig ist, wollen wir den schönen Zustand erhalten“, betont Gloria Göllmann. Sie ist Geschäftsführerin der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Ohligs. Einen Beitrag dazu könnte eine Gestaltungssatzung für das Zentrum des Stadtteils leisten. Diese Möglichkeit loten ISG, die Ohligser Werbe- und Interessengemeinschaft (OWG) und die Ohligser Jongens gemeinsam aus. In dieser Woche fand ein erster Austausch mit der Verwaltung statt.

Für Teile der Düsseldorfer Straße gilt bereits eine Erhaltungssatzung. Diese soll das gründerzeitliche Antlitz der Fußgängerzone wahren. Wer Arbeiten plant, die Auswirkungen auf die Fassade der Immobilie hätten, benötigt eine besondere Genehmigung.

Gestaltungssatzungen haben weitreichendere Konsequenzen für in der Zukunft liegende Um- oder Ausbauten. Einen solchen Schritt auf den Weg zu bringen, ist Teil des Maßnahmen- und Finanzierungskonzept der ISG. Der Fokus liegt auf der Außendarstellung der Geschäfte, etwa im Hinblick auf die Optik der Schaufenster- und Fassadenreklame sowie die Gestaltung der Außengastronomie.

„Städte, die eine Gestaltungssatzung haben, profitieren davon ungemein“, betont Dr. Jörg Wacker, Präsident der Ohligser Jongens. Exemplarisch habe man sich mit Brühl und Hilden auseinandergesetzt – dort sei die Situation mit Ohligs vergleichbar. Diese Beispiele möchte Gloria Göllmann genauer in den Blick nehmen. Das sei wichtig, um Inhalte für ein Ohligser Gestaltungskonzept zu definieren.
Auch interessant: Verkehr in Ohligs soll sich ändern - Jongens sind kompromissbereit

Votum zur Gestaltungssatzung soll bis Mitte 2023 vorliegen

Im November treffen sich die Beteiligten erneut, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Göllmanns Wunsch ist, bis Mitte 2023 die Beratungen abzuschließen, damit das Votum vorliegt, wenn die Düsseldorfer Straße umgestaltet ist. Das letzte Wort hat die Politik: Die Bezirksvertretung sowie der Stadtrat müssten einer Gestaltungssatzung zustimmen.

Anfang 2023 soll eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Thema stattfinden. Die Beteiligung von Bürgern, Händlern, Gastronomen, Eigentümern und Mietern hält Jörg Wacker für unabdingbar: „Die Entscheidung muss möglichst im Einvernehmen aller fallen.“ Dieser Aspekt ist auch Brigitte Kiekenap wichtig. Es bringe nichts, eigene Vorstellungen anderen überzustülpen. Es brauche einen „möglichst breiten Konsens“.

Die OWG-Vorsitzende weiß, dass es Händler gibt, die eine Gestaltungssatzung kritisch sehen. Dennoch hält sie den Vorstoß für richtig: „Es besteht Handlungsbedarf.“ Der Umbau der Düsseldorfer Straße sei der richtige Zeitpunkt, das Projekt anzugehen.

Eine Alternative zur Satzung ist eine Gestaltungsfibel mit empfehlendem Charakter. Denkbar sei auch diese Lösung, betonen ISG und Jongens. Nichtsdestotrotz bleibe die Satzung die bevorzugte Variante. Ähnlich schätzt das Brigitte Kiekenap ein: „Ich glaube nicht, dass so etwas auf völlig freiwilliger Basis funktioniert.“ Zu eng dürften die Vorgaben jedoch nicht sein, um den Handlungsspielraum nicht zu sehr einzuschränken.

Umbau

Der Umbau des Ohligser Marktplatzes sowie der Düsseldorfer Straße ist Teil des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes (ISEK). Während die Arbeiten auf dem Markt laufen, ist das Vergabeverfahren für die Umgestaltung der Fußgängerzone noch nicht abgeschlossen, teilt die Verwaltung auf ST-Anfrage mit. Der Baubeginn soll in diesem Jahr erfolgen, die Maßnahme rund 13 Monate in Anspruch nehmen. „Über den geplanten zeitlichen Ablauf informieren wir nach Beauftragung der Baufirma frühzeitig“, heißt es aus dem Rathaus.

Standpunkt von Manuel Böhnke: Alle mitnehmen

manuel.boehnke@solinger-tageblatt.de

Gestaltungssatzungen kommen nicht überall gut an. Dass es Vorgaben gibt, wie Geschäftsinhaber ihre Außenwerbung und Gastronomen ihre Sitzbereiche unter freiem Himmel gestalten dürfen, empfinden manche Betroffene als Gängelung. Deshalb ist es gut, dass ISG, OWG und Ohligser Jongens alle Beteiligten in den Prozess einbinden möchten. Noch steht er am Anfang.

Ob Ohligs überhaupt eine Gestaltungssatzung erhält, steht ebenso wenig fest wie deren Inhalte. Was klar ist: Der Zeitpunkt für die Diskussion könnte angesichts des Umbaus der Düsseldorfer Straße besser kaum sein. Jetzt besteht die Chance, das Erscheinungsbild der Fußgängerzone für die kommenden Jahrzehnte zu prägen.

Wer seine Meinung einbringen möchte, hat dazu in den nächsten Monaten die Möglichkeit. Ziel muss sein, eine Lösung zu finden, die der Gemeinschaft und damit den einzelnen Anliegern dient – in Form höherer Attraktivität und Besucherfrequenz. 

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