Gemeinde verspricht Abhilfe

Solinger beschwert sich über ungepflegte Gräber

Wolfgang Schulz besucht regelmäßig das Grab seiner Mutter auf dem katholischen Friedhof in Ohligs. Dort gebe es viele vernachlässigte Stellen – vor allem ungenutzte Gräber seien nicht ausreichend gepflegt. Foto:
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Wolfgang Schulz besucht regelmäßig das Grab seiner Mutter auf dem katholischen Friedhof in Ohligs. Dort gebe es viele vernachlässigte Stellen – vor allem ungenutzte Gräber seien nicht ausreichend gepflegt.

Viele Ruhestätten auf dem Friedhof Hackhauser Straße in Ohligs seien vernachlässigt.

Von Kristin Dowe

Solingen. Regelmäßig besuchen Marlies und Wolfgang Schulz auf dem katholischen Friedhof an der Hackhauser Straße in Ohligs jeweils die Gräber ihrer verstorbenen Mütter. Für beide Familienmitglieder hatte das Ehepaar vor Jahren ein pflegefreies Grab beansprucht – die Pflege obliegt jeweils der Katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian Solingen für 25 Jahre. Mit dem heutigen Zustand der Gräber sind die Solinger schon lange nicht mehr zufrieden. „Das geht hier seit über zwölf Jahren bergab“, kritisiert Wolfgang Schulz. Das Grab seiner Mutter biete durch Unkraut an einigen Stellen und die Schotterabdeckung einen eher kärglichen Anblick. „Da könnte man mehr draus machen“, ist er überzeugt.

„Wir müssen an der einen oder anderen Stelle besser werden.“

Birgit di Gaetano, Friedhofsverwaltung

Mit seiner Kritik geht es dem Ehepaar aber keineswegs nur um die Gräber seiner eigenen Familienmitglieder. Insbesondere die derzeit ungenutzten Gräber als auch solche, die von Angehörigen vernachlässigt werden, sind großflächig mit Unkraut übersät, wie ein Besuch vor Ort zeigt. „Wenn die Gemeinde die Pflege nicht finanzieren kann, könnte man sicherlich auch ehrenamtliche Helfer finden, die dort mitanpacken“, regt Schulz an.

Solingen: Kirchengemeinde beschäftigt seit Ende Juli neuen Friedhofsgärtner

Birgit di Gaetano von der Friedhofsverwaltung wirbt auf Nachfrage um Verständnis: „Wie die meisten Friedhöfe müssen auch wir mit immer weniger Einnahmen immer mehr Grünflächen und Wege pflegen. Dies geht dann manchmal auf Kosten der Qualität“, räumt die Pfarramtssekretärin ein. Die Gemeinde sei dabei, die Wirtschaftlichkeit auf den Prüfstand zu stellen und Änderungen vorzunehmen. Was vernachlässigte Gräber betrifft, schreibe die Friedhofsverwaltung die Angehörigen an – „oftmals leider vergeblich“, bedauert di Gaetano. „Oft kommen diese Briefe als unzustellbar zurück, oder die Angeschriebenen zeigen keine Reaktion, da sie kein Interesse an der Grabstätte haben. Aus diesem Grund zugesandte Rechnungen werden oftmals nicht bezahlt, da kein Verantwortungsbewusstsein besteht.“

Dennoch sei der Friedhofsverwaltung bewusst: „Wir müssen an der einen oder anderen Stelle besser werden.“ Deshalb habe die Kirchengemeinde reagiert und beschäftige seit Ende Juli einen neuen Friedhofsgärtner. Dieser solle künftig die ungenutzten Gräber säubern und dort Rasen einsäen. „Diese Arbeiten werden Feld für Feld durchgeführt, die Arbeiten dafür laufen“, erklärt di Gaetano. Die Gräber sind mit Schotter ausgestattet, unter dem sich laut Friedhofsverwaltung ein wasserdurchlässiger Vlies befindet, so dass Niederschläge versickern können. Doch auch diesbezüglich will man künftig auf eine nachhaltigere Alternative setzen: „Auch die pflegefreien Gräber werden in naher Zukunft eine Rasenoberfläche erhalten.“

Hintergrund

Der Friedhof an der Hackhauser Straße 14 ist im Sommer von 7 bis 21.30 Uhr und im Winter von 8 bis 19 Uhr geöffnet. Er verfügt seit Kurzem auch über ein Sternenkinderfeld. Dort können Eltern Abschied von einem Kind nehmen, das vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben ist.

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