Ohligs-Shop setzt auf Modellcharakter

V. l.: Christine van Tübbergen (E-Commerce), Gloria Göllmann (Geschäftsführerin ISG Solingen-Ohligs) und Unternehmer Alex Hochgürtel stellten das Projekt vor. Foto: Michael Schütz
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V. l.: Christine van Tübbergen (E-Commerce), Gloria Göllmann (Geschäftsführerin ISG Solingen-Ohligs) und Unternehmer Alex Hochgürtel stellten das Projekt vor. Foto: Michael Schütz

Läden-übergreifendes Onlineangebot soll Pilotprojekt für die Stadt sein

Von Timo Lemmer

Die gesamte Angebotspalette des Stadtteils auf einen Blick und mit einem Klick: Wenn der neu  gestartete   Quartiers-On- lineshop für Ohligs, der nun in seine Pilot-Phase gestartet und online gegangen ist, erst einmal so gewachsen ist, wie sich die Macher das vorstellen, dann verspricht das Ganze nicht weniger als das.

„Das Projekt soll nicht nur ein Pilot sein, sondern langfristig funktionieren“, sagt Gloria Göllmann. Unter der Flagge der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Solingen-Ohligs, deren Geschäftsführerin sie ist, läuft der neue Marktplatz fürs Erste. Hier wurde er angestoßen und nun für Ohligs eröffnet, gedacht wird aber bereits größer – und zwar für die gesamte Stadt: „Wir möchten gerne in die Solingen-App, wo sich alle Quartiere so abbilden könnten.“ Die ISG soll im Idealfall auch nur während des Projekt-Anstoßes Träger sein, der Kontakt zur Stadt ist über Smart City rege.

Die Läden-übergreifende Homepage soll neugierig machen, zum Stöbern und gar Bummeln einladen – und letztlich natürlich ermöglichen, lokal zu kaufen. Der 360-Grad-Walk, den die Firma Excit3D erarbeitet hat, erlaubt das Schlendern über die Düsseldorfer Straße, Stöbern in der Buchhandlung samt Video-Beratung und hat auch das eine oder andere Gimmick versteckt. So singt Göllmann mit ihrem Mann Frank im Duo ein weihnachtliches Lied, sofern man in den Weihnachtsbaum klickt, der oben in der Fußgängerzone steht. Erstaunlich ist, wie weit gediehen das Projekt bereits in seinen Kinderschuhen ist – denn erst vor rund einem Monat gab es den Auftakt.

Zehn Händler sind bislang dabei

„Das Modell ist cool. Ohligs ist da wirklich sehr fortschrittlich“, sagt Alexander Hochgürtel vom Unternehmen Psonia. Elementares Tool ist der vom Online-Shopping bekannte Einkaufswagen, der im Ohligser Shop über die Ladengrenzen hinweg funktioniert: Was banal klingt, ist auf Programmier-Ebene gar nicht so einfach, wie Hochgürtel erklärt. Mit seinem Unternehmen Psonia hat er an der technischen Umsetzung gearbeitet. „Wir verbinden damit unterschiedliche Shops online auf einer Plattform.“

Dort gibt es Ober-Kategorien, und mit einem Klick wird eine breite Palette Ohligser Angebote präsentiert. Zehn Händler sind vorerst dabei, die Plattform soll möglichst schnell wachsen.

Hochgürtel: „Wir wollen den Händlern helfen, schaffen Transparenz, Reichweite und Sichtbarkeit, verlinken auch die jeweiligen Händler-Seiten, und die Kunden können über unsere Plattform bestellen, und dann im Laden abholen.“

In Zeiten, in denen Kreativität im Einzelhandel noch stärker gefordert ist als zuvor, wie Werner Koch von Excit3D betont, gibt die dreidimensionale Reise dem Projekt ein besonderes Extra: Der Schaufensterbummel geht jetzt auch digital. „Real und digital arbeiten zusammen“, sagt Koch. „Der 360-Grad-Walk ist im Prozess. Möglichst alle sollen rein, auch die Gastro. Die Menschen wollen sich treffen, auch digital. Die Zukunft des Handels ist individuell, persönlich und zusammen. Dafür steht Gloria Göllmann übrigens exemplarisch. Der Wunsch ist, aus diesem Projekt eine gemeinsame Solingen-Sache zu machen.“

Mit Christine von Tübbergen ist eine E-Commerce-Fachkraft an Bord, die betont: „Wir wollen gerne Vorbild für andere Stadtteile sein.“ Die Innenstädte sollen nicht aussterben – daran wird analog wie digital gearbeitet. Die neue Plattform ist dabei im steten Wandel, „work in progress“, wie die Protagonisten betonen. „In diesem verrückten Jahr wollten wir unbedingt noch eine Erfolgsmeldung schaffen“, erklärt Christine von Tübbergen die rasche Umsetzung.

Am Piloten des Quartiers-Onlineshops sind auf Anstoß der ISG Solingen-Ohligs viele Partner beteiligt. Die Anbindung an die Stadt erfolgt über den steten Austausch mit Nils Gerken von Smart City, die auf digitale Stelen für die Stadtteile setzen. Der Onlineshop soll in die Solingen-App integriert werden.

www.ohligs.online

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