Warnstreik

Öffentlicher Dienst: Beschäftigte fordern mehr Gehalt

Gewerkschaftssekretär Lothar Reitzer von Verdi begrüßte die Demonstranten vor dem Rathaus. Foto: Christian Beier
+
Gewerkschaftssekretär Lothar Reitzer von Verdi begrüßte die Demonstranten vor dem Rathaus.

Mitarbeiter von Stadtverwaltung, Stadtwerken und Solinger Kitas folgten Verdis Aufruf zum Warnstreik.

Von Kristin Dowe

Solingen. Zwar coronabedingt ohne Trillerpfeifen, aber dennoch lautstark trugen gestern Vormittag Beschäftigte der Solinger Stadtverwaltung, der Stadtwerke Solingen (Energiesparte) sowie von mehreren städtischen Kindertagesstätten ihre Forderungen vor dem Rathaus vor. Ausgenommen von der Kundgebung waren die Mitarbeiter der Technischen Betriebe.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zum Warnstreik aufgerufen und fordert 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr Gehalt. Circa 80 Mitarbeiter der Stadtverwaltung seien Verdis Aufruf gefolgt, teilte die Gewerkschaft nach der Veranstaltung mit.

„Da die Arbeitgeber sich im Vorfeld der Verhandlungen geweigert haben, mit uns überhaupt über unsere Forderung nach einer einmaligen Zahlung von 1400 Euro zu sprechen, waren wir gezwungen, den Tarifvertrag zu kündigen“, argumentiert Lothar Reitzer, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. „Gerade während der Corona-Krise halten die Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Dienst das Gemeinwesen am Laufen. Ganz davon zu schweigen, was die Beschäftigten in den Kitas zurzeit leisten. Als die Einrichtungen wieder geöffnet waren, haben sie ein hohes gesundheitliches Risiko auf sich genommen“, so der Gewerkschafter. Das müsse entsprechend honoriert werden. Drei Solinger Kitas – Opderhüh, Räuberhöhle und Crönchen – hatten gestern komplett geschlossen. Eine weitere Kita beteiligte sich zwar, bot aber eine Notbetreuung an. Mit einer Stellungnahme zu dem Warnstreik hielt man sich gestern bei der Stadt vorerst zurück. „Wir werden nun erst einmal abwarten, wie die Verhandlungen zwischen den Tarifparteien laufen“, sagte Rathaussprecherin Birgit Wenning-Paulsen auf Nachfrage. In Bezug auf die Kitas müssten Eltern sich bei länger andauernden Streiks wegen Corona auf Besonderheiten einstellen: „Wir können die Kinder dann nicht in anderen Einrichtungen unterbringen. Das lassen die Schutzbestimmungen nicht zu.“

Auch die Streikkultur bei Verdi sei durch die Corona-Pandemie verändert, berichtet Lothar Reitzer: „Wir hatten so etwas wie eine Come-and-Go-Kundgebung.“ So durften sich nie mehr als 50 Teilnehmer auf dem Platz aufhalten, und die Teilnehmer wechselten sich den Vormittag über immer wieder ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Drei Raubüberfälle in Gräfrath, Ohligs und Mitte
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Nicole Müller macht Gassigehen zu ihrem Beruf
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
Unfall in Stöcken verursacht Verkehrschaos - Zwei Verletzte
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen
28 Raser pro Tag: Stadt will am Werwolf blitzen

Kommentare