Oberburger strebt Durchfahrverbot an

Willi Müller wohnt an der Wermelskirchener Straße. Mit einem kleinen Plakat macht er auf Motorradlärm aufmerksam. Foto: Christin Beier
+
Willi Müller wohnt an der Wermelskirchener Straße. Mit einem kleinen Plakat macht er auf Motorradlärm aufmerksam.

Motorradlärm – Heinz Willi Müller wehrt sich.

Für Heinz Willi Müller sind die Begriffe „Motorrad“ und „leise“ gegensätzlich. Der Sound sei ja gewollt, schließlich gehöre der, wie auch die Optik der Maschinen, für Biker-Fans dazu, sagt er und möchte sich nicht missverstanden wissen, wenn er als Anwohner der Wermelskirchener Straße ein Durchfahrverbot für Motorräder fordert. „Jeder soll dem Hobby nachgehen, das ihm Freude macht“, sagt er. „Aber eben nicht, wenn es mit solchem Lärm verbunden ist, dass Anwohner sich anschreien müssen, um sich trotz der vielen Dezibel zu verstehen.“

An Schönwetterwochenenden, wie zum Beispiel am vergangenen, brausen jeder Menge motorisierter Zweiräder mit reichlich PS und viel Speed an seinem Haus vorbei. „Hier steigt die Straße ja noch mal an, also wird richtig hochgeheizt“.

Der Pressetermin von NRW- Verkehrsministers Henrik Wüst unlängst im Café Hubraum war erneut Wasser auf seine Mühlen. „Als ob solch eine Aktion wie ‚#leiserbiker‘ etwas bringen würde“, sagt er skeptisch und verweist auf die 45 Jahre, in denen er inzwischen an der Achse Burg-Wermelskirchen wohne. „Das war nicht der erste Pressetermin dieser Art, der in dieser Zeitspanne stattgefunden hat und es hat danach noch kein Motorrad begonnen zu flüstern“, sagt er. Seine Forderung ist simpel: „Eine Änderung der geltenden Verkehrsregeln, die besagt, dass diese Straße für Motorräder nicht länger zugelassen ist.“

Natürlich sei ihm bewusst, dass an einer Hauptverkehrsachse viel Fahrbetrieb sei, betont er. Und natürlich erwarte er keine ruhige Hofschaftsidylle. „Busse und LKW fahren ja auch.“ Aber die Motorräder- Horden, die häufig in großen Pulks den Berg hinauf dröhnten, seien eine echte Zumutung. Um auf diesen Missstand hinzuweisen, hat er ein Plakat vor seinem Haus aufgehängt: „Was ist schlimmer? Motorradlärm oder Corona?“ -jsl-

LESERMEINUNG

Von Wolfram Mersch

Motorradlärm in Oberburg


1. Die Frage eines Bewohners in Oberburg (Was ist schlimmer? Motorradlärm oder Corona) ist hart an der Grenze des Erträglichen. An Motorradlärm ist noch niemand verstorben, aber Tausende an Corona!


2. Durchfahrverbot für Motorräder. Das, was gefordert wird, kommt einer Enteignung und Bevormundung aller Motorradbesitzer gleich: Es soll eine öffentliche Straße für Motorräder gesperrt werden. Und das nur, weil sich ein Teil der Fahrer nicht an bestehende, rechtsverbindliche Regeln hält. Dagegen sollten, nach dem Verursacherprinzip, durch Ordnungskräfte schwerpunktmäßige Kontrollen mit entsprechenden Maßnahmen stattfinden.


Bei allem Verständnis für den/die Bewohner, pauschale Streckensperrungen sind für ordnungsgemäß, zugelassene Motorräder nicht akzeptabel. Außerdem empfinde ich das, und nicht nur ich, als Kollektivbestrafung. Und diese ist nach dem Grundgesetzt verboten (siehe Wikipedia u.ä.).

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Inzidenz über 50: Diese Corona-Regeln gelten in Solingen ab Montag
Ab heute gelten die neuen Corona-Regeln, weitere ab Sonntag und Montag
Ab heute gelten die neuen Corona-Regeln, weitere ab Sonntag und Montag
Ab heute gelten die neuen Corona-Regeln, weitere ab Sonntag und Montag
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Corona: Inzidenzstufe 3 ab Montag - Weiter höchster Wert im Bund
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag
Heinz Schwandt feiert heute seinen 106. Geburtstag

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare