Notfallortung

Feuerwehr erhält mit neuer Software den Standort eines Unfallopfers

Unfallrettungspunkte, hier nahe dem Odentaler Weg, erleichtern die Bestimmung der Position beim Notruf. Dank neuer Software soll das bald nicht mehr nötig sein. Archivfoto: Daniela Tobias
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Unfallrettungspunkte, hier nahe dem Odentaler Weg, erleichtern die Bestimmung der Position beim Notruf. Dank neuer Software soll das bald nicht mehr nötig sein.

Bei Unfällen abseits klar beschreibbarer Orte, etwa beim Wandern oder Radfahren im Wald, fällt es Betroffenen schwer, Feuerwehr und Rettungskräften konkrete Ortsangaben zu machen.

Von Björn Boch

Solingen. Und selbst in der Stadt kann es in Stresssituationen zu Missverständnissen kommen. Ein neues System soll der Solinger Feuerwehr nun helfen, Unfallopfer exakt zu orten.

Die Software AML („Advanced Mobile Location“, fortgeschrittene mobile Ortung) ist bei der Leitstelle der Feuerwehr Solingen-Wuppertal bereits im Einsatz – derzeit im Testbetrieb. „Jetzt wird es noch auf Herz und Nieren geprüft“, sagt Michael Pölcher, Teamleiter operative Leitstellenarbeit. Im Laufe des Monats soll das System im realen Betrieb starten, dann muss alles einwandfrei funktionieren.

AML erkennt, dass ein Unfallopfer oder ein Helfer die Notrufnummer wählt und aktiviert automatisch Funktionen, die der Ortung dienen (GPS, Mobilfunkzellen, Wlan). Nutzer von Smartphones benötigen dazu lediglich eine aktuelle Version ihres Betriebssystems. Die meistverbreiteten, Android und iOS, unterstützen AML. Übermittelt werden die Daten über eine kostenlose SMS. Mobiles Internet ist also nicht notwendig, aber ein Smartphone.

Die Leitstelle Solingen-Wuppertal ist an zwei zentrale Server angebunden und kann die Daten auswerten. Ein anfängliches Datenschutzproblem, das bundesweit den Einsatz von AML verzögerte, sei behoben, erklärt Michael Pölcher. „Die Daten gehen auf zwei deutsche Server, die bei Feuerwehren in Berlin und Freiburg stehen, und auf die wir als Leitstelle Zugriff haben.“ Die Daten werden nur für 60 Minuten gespeichert.

Auch bislang sei eine Ortung von Handys möglich gewesen, Unfallopfer oder Helfer hätten aber auf dem Gerät teils mehrfach klicken müssen, um die Ortung zu ermöglichen.

„Ein Baum hat keine Hausnummer.“
Michael Pölcher, Teamleiter operative Leitstellenarbeit

Für die Leitstelle fallen einmalige Kosten bei der Einrichtung der Schnittstelle an, die Verbreitung des AML-Systems wird von der Europäischen Kommission unterstützt. Die hat ermittelt, dass im Jahr 2018 mehr als 70 Prozent der Notrufe in Europa über Mobiltelefone abgesetzt wurden. Es besteht also Handlungsbedarf.

„Ein Baum hat keine Hausnummer“, sagt Michael Pölcher, der viele andere Gelegenheiten für den Einsatz der Software sieht, auch wenn man sich nicht gerade im Wald befindet und Hilfe braucht. Schon auf der Korkenziehertrasse sei es teilweise schwierig, den Rettern den genauen Standort mitzuteilen.

Ursprünglich war die Einführung von AML in der Leitstelle der Feuerwehr schon für April geplant. Die notwendigen Arbeiten im IT-Bereich konnten aber nicht geleistet werden, da angesichts der Corona-Krise zunächst zahlreiche städtische Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt wurden, was Kapazitäten der IT-Techniker gebunden hatte.

Als Teil der Modernisierung und Vereinheitlichung der Leitstellentechnik befasst sich auch die Polizei NRW mit „Advanced Mobile Location“. Nach Angaben eines Sprechers des Polizeipräsidiums Wuppertal wurde aber noch kein Zeitpunkt zur Einführung bestimmt – es handele sich um einen laufenden Prozess.

Am Freitagabend hat es in einer Wohnung des ersten Obergeschosses in einem Altbau an der Stresemannstraße gebrannt.

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