Hilfe im Notfall

Der Notarzt ist für echte Notfälle da

„Wenn wir kommen, ist das in der Regel mit einer Einweisung ins Krankenhaus verbunden“, sagt Charlotte Stehn, Notärztin und Ärztliche Leiterin der Rettungsassistentenschule. Foto: Christian Beier
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„Wenn wir kommen, ist das in der Regel mit einer Einweisung ins Krankenhaus verbunden“, sagt Charlotte Stehn, Notärztin und Ärztliche Leiterin der Rettungsassistentenschule.

Zwei Mediziner stehen 24 Stunden am Tag zur Verfügung. 5400 Einsätze gab es im vergangenen Jahr.

Von Anja Kriskofski

Rund 5400 Notarzteinsätze ist der Rettungsdienst der Stadt 2014 gefahren. „In diesem Jahr werden es sicher noch mehr“, sagt Frank-Michael Fischer, Leiter der Solinger Feuerwehr. Unter den Einsätzen sind jedoch auch immer wieder Fälle, die nichts für den Notarzt sind. „Wir kommen, wenn Patienten unmittelbar behandelt werden müssen“, betont Charlotte Stehn, Notärztin und Ärztliche Leiterin der Rettungsassistentenschule.

Zwei Notärzte stehen in Solingen rund um die Uhr zur Verfügung. Bei Bedarf können auch zusätzliche Notfallmediziner aus Langenfeld, Wuppertal oder Remscheid angefordert werden. In Köln ist der Rettungshubschrauber stationiert, der im Notfall auch in Solingen hilft. „Wer akut bedroht ist, für den sind wir zuständig“, betont Charlotte Stehn.

Das gelte jedoch nicht für den Patienten mit starkem fiebrigen Infekt, nennt sie ein Beispiel. „Manche haben seit sieben Tagen eine Erkrankung und rufen abends um 21 Uhr an, wenn es kaum eine andere Möglichkeit der Versorgung gibt.“ Für diese Patienten ist der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116 117) zuständig. Zudem gibt es die Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte, die mittwochs und freitags nachmittags sowie an Wochenenden im Klinikum geöffnet hat.

„Wenn wir kommen, ist das in der Regel mit einer Einweisung ins Krankenhaus verbunden“, erläutert Stehn. Sie könne Patienten nicht mit einem Antibiotikum versorgen. „Wir haben keine Medikamente dabei und dürfen auch keine Rezepte ausstellen.“ Das führe manchmal zu Diskussionen.

Computersystem soll der Leitstelle helfen, Notrufe richtig einzuschätzen

Die Notärztin appelliert an das Verantwortungsgefühl. „man sollte sich die Frage stellen, ob man sich nicht in die Notfallpraxis fahren lassen kann.“ Denn Rettungsdienst und Notarzt ließen bei einem Notruf alles stehen und liegen. „Das schluckt Ressourcen. Für andere Patienten stehen wir in diesem Moment nicht zur Verfügung.“

Das computergestützte Abfragesystem in der Feuerwehr-Leitstelle soll schon beim Anruf helfen, echte Notlagen von anderen Fällen zu unterscheiden. „Die Trefferquote hat sich dadurch erhöht“, sagt Feuerwehr-Chef Frank-Michael Fischer. Die Feuerwehr betreibt den Rettungsdienst der Stadt, unterstützt vom Deutschen Roten Kreuz und vom Malteser Hilfsdienst. Die beiden Notärzte sind am Klinikum Solingen stationiert.

In der Regel soll der Rettungsdienst innerhalb von acht Minuten beim Patienten sein. „Beim Anruf ist deshalb wichtig, genau zu erklären, wo die Helfer hinsollen“, betont Fischer. Bei versteckten Adressen oder in Hofschaften könne es hilfreich sein, wenn jemand den Rettungsdienst draußen empfängt.

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