OB-Wahl

CDU nominiert Becker mit 71,7 Prozent

Carsten Becker (l.) erhielt gestern 66 von 92 Stimmen. Parteichef Sebastian Haug hofft, dass der Kandidat 2020 OB Kurzbach ablöst. Foto: Cristian Beier
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Carsten Becker (l.) erhielt gestern 66 von 92 Stimmen. Parteichef Sebastian Haug hofft, dass der Kandidat 2020 OB Kurzbach ablöst.

Ohligser tritt bei OB-Wahl an. Grüne entscheiden am Samstag über Unterstützung für Kurzbach.

Von Andreas Tews

Mit einem eher sachlichen als kämpferischen Vortrag über die Ziele seiner Politik versuchte Carsten Becker Dienstagabend die CDU-Mitglieder von sich und seiner Oberbürgermeister-Kandidatur zu überzeugen. Entsprechend fiel am Ende der Applaus aus: 30 Sekunden anhaltend, aber wenig euphorisch. Bei der anschließenden geheimen Abstimmung musste Becker mit 71,7 Prozent Ja-Stimmen zufrieden sein. Ein Wert, den er vorab als „okay“ bezeichnet hatte.

Becker erhielt von 66 der 92 anwesenden Mitgliedern eine Ja-Stimme, 23 votierten mit „Nein“, drei enthielten sich. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren hatte Frank Feller beim CDU-Nominierungsparteitag 68,8 Prozent der Stimmen erhalten – hatte im Gegensatz zu Becker mit Waldemar Gluch aber einen Gegenkandidaten.

Becker stellte seine Rede unter die Überschrift „Solingen kann mehr“. Als Oberbürgermeister will er sich für eine „Verwaltung der kurzen Wege und der schnellen Entscheidungen“ einsetzen. So gelinge es, eine „Wohlfühlatmosphäre“ für Bürger und Firmen zu schaffen. Voranbringen will er eine Modernisierung der Straßen und einen attraktiveren öffentlichen Personennahverkehr. Auch eine Schullandschaft, in der alle Schulformen gleichberechtigt gefördert werden, eine ausreichende Zahl an Kinderbetreuungsplätzen und eine bessere Wirtschaftsförderung zählt er zu seinen vorrangigen Zielen.

Als wichtigste Mitbewerber bei der kommenden Kommunalwahl bezeichnete Becker die Grünen. Deren Politik mit „Zwang und Verboten“ müsse die CDU eine entgegenstellen, die von Anreizen und Mitbestimmung geprägt sei. Die SPD fällt aus seiner Sicht als große politische Kraft weg. Bekämpfen will er die AfD, die er als „Feind im politischen Geschäft und in unserem Staatsgefüge“ bezeichnete.

Grünen-Vorstand informiert über Verhandlungsergebnisse mit SPD

Amtsinhaber Tim Kurzbach warf der 51-Jährige vor, wichtige Entscheidungen, wie eine Anbindung des Gewerbegebiets Scheuren an die Viehbachtalstraße „verpennt“ zu haben. Der Kreisparteivorsitzende Sebastian Haug erklärte, Solingen brauche einen OB, „der mit Substanz punktet und nicht mit Show“. Darum sei es an der Zeit, Kurzbach abzuwählen. Als weiteres Ziel seiner „Mission 2020“ gab Haug aus, dass die CDU im Rat und in allen Bezirksvertretungen zur stärksten Kraft wird. Um dies zu erreichen, muss die CDU laut Becker geschlossen auftreten und weite Kreise der Bevölkerung für sich gewinnen.

Mit Spannung erwartet nicht nur die CDU den Samstag. Dann entscheiden die Grünen darüber, ob sie erneut Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) unterstützen. Zuvor informiert der Kreisvorstand die Mitglieder über die Verhandlungsergebnisse mit der SPD. Eine Unterstützung durch die Grünen würde Kurzbachs Chancen erhöhen. Eigene Kandidaten hatten vor der CDU bereits die BfS mit Jan-Michael Lange und die FDP mit Raoul Brattig nominiert.

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