Finanzierung bereitet Sorgen

Neues Busnetz kommt nur schrittweise

Michaela Willmann (v. l.) und Mathias Schmechtig vom Gutachterbüro Nahverkehrs-Consult (Kassel) erläuterten dem Tageblatt zusammen mit den städtischen Verkehrsplanern Carsten Knoch und Viviane Stölting sowie Planungs- und Verkehrsdezernent Andreas Budde, Matthias Laise (Leiter Stadtwerke-Verkehrsbetrieb), Rathaussprecherin Sabine Rische und Stadtwerke-Sprecherin Silke Rampe Details zum Nahverkehrsgutachten.
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Michaela Willmann (v. l.) und Mathias Schmechtig vom Gutachterbüro Nahverkehrs-Consult (Kassel) erläuterten dem Tageblatt zusammen mit den städtischen Verkehrsplanern Carsten Knoch und Viviane Stölting sowie Planungs- und Verkehrsdezernent Andreas Budde, Matthias Laise (Leiter Stadtwerke-Verkehrsbetrieb), Rathaussprecherin Sabine Rische und Stadtwerke-Sprecherin Silke Rampe Details zum Nahverkehrsgutachten.

Politik nimmt Gutachtervorschläge für attraktiveren ÖPNV positiv auf .

Von Andreas Tews

Solingen. Wenn sich die Fahrgastzahlen der Solinger Linienbusse bis 2030 verdoppeln sollen, müssten wichtige Änderungen am Busnetz bereits in den kommenden zwei bis drei Jahren umgesetzt werden. Dies stellte der Verkehrsexperte Mathias Schmechtig gestern im städtischen Umwelt- und Verkehrsausschuss klar.

Sein Gutachten mit Ideen für einen attraktiveren Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nahmen die Politiker dort zwar weitgehend positiv auf. Skeptisch zeigten sie sich aber unter anderem im Bezug auf die Finanzierbarkeit. Planungs- und Verkehrsdezernent Andreas Budde geht davon aus, dass man schrittweise vorgehen werde. Dies alles koste Geld, das derzeit nicht zur Verfügung stehe, räumte er im ST-Gespräch ein.

Jetzziges Busangebot kostet bis 2026 2,9 Millionen Euro im Jahr

Um überhaupt das jetzige Busangebot zu bewahren, muss die Stadt bis 2026 pro Jahr 2,9 Millionen Euro zuschießen. Das befürworteten sowohl der Verkehrs- als auch der Finanzausschuss am Donnerstagabend einstimmig. Dennoch wolle man an dem Ausbauziel festhalten. Budde will in Absprache mit der Politik zunächst die Veränderungen umsetzen, die einen großen Effekt hätten und mit denen die Stadt schnell an den Start gehen könne. Schmechtigs Entwurf sehe ausdrücklich ein Vorgehen mit Zwischenschritten vor, betonte der städtische Verkehrsplaner Carsten Knoch.

Höchste Priorität sollten laut Schmechtig ein Fünf-Minuten-Takt und der Einsatz von Doppelgelenkbussen auf den meistgenutzten Linien 681 und 682 haben. Wichtig seien auch Taktverdichtungen auf anderen Hauptlinien. So schlägt er für die „Osttangente“ Gräfrath-Mitte-Krahenhöhe einen Fünf-Minuten-Takt vor. Dies beträfe die Linien 683 (dann Vohwinkel-Mitte-Krahenhöhe/Widdert) und 684 (Hasseldelle-Mitte-Oberburg). In die dritthöchste Priorität ordnet er neue oder verbesserte Schnellbus-Verbindungen in andere Städte ein. Danach folgen neue Direktverbindungen zwischen benachbarten Stadtteilen, wie von Ohligs über Aufderhöhe und Höhscheid zur Krahenhöhe.
Wegen Krankheit fahren zwei Linien zur Zeit seltener

Neuer Nahverkehrsplan wird im Frühjahr 2023 beschlossen

Schmechtigs Denkanstöße bewertete im Verkehrsausschuss Waldemar Gluch (CDU) zwar positiv, fügte aber hinzu: „Ich hoffe, dass von irgendwo Geld herkommt.“ Er betonte, dass die von Schmechtig und Finn Grimsehl-Schmitz (Grüne) vorgeschlagenen Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr erst nach einem ÖPNV-Ausbau kommen dürften.

Den Entwurf diskutiert jetzt die Politik. Ende Oktober soll der Rat ihn für eine Beteiligung der Nachbarstädte, Verkehrsbetriebe und anderer Institutionen freigeben. Die Bürger wurden bereits online beteiligt. Final wird der neue Nahverkehrsplan im Frühjahr 2023 beschlossen. Dies sei wichtig, um die Direktvergabe des Linienbusverkehrs an die Stadtwerke zum 1. Januar 2024 rechtssicher über die Bühne zu bringen, betonte Budde.

Lesen Sie auch: BOBs sparen 385 Tonnen C02 im Jahr ein

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