Neue Trauergruppe für Kinder und Angehörige startet

Bieten eine gemeinsame Trauerbegleitung an: Susanne Kern (v.r.), Jutta Lange und Jill Huber von PHoS sowie Pfarrerin Renate Tomalik (l.) und Marc Wege vom Coppelstift. Foto: Christian Beier
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Bieten eine gemeinsame Trauerbegleitung an: Susanne Kern (v.r.), Jutta Lange und Jill Huber von PHoS sowie Pfarrerin Renate Tomalik (l.) und Marc Wege vom Coppelstift.

Palliatives Hospiz und Coppelstift arbeiten zusammen

Von Anja Kriskofski

Gemeinsam den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten: Das Coppelstift und die Palliative Hospizstiftung Solingen (PHoS) starten nach den Herbstferien eine Trauerbegleitung für Kinder und einen nahen Angehörigen. Beide Gruppen werden parallel stattfinden – eine für sechs- bis Zwölfjährige, die zweite für Erwachsene. „Wir haben in früheren Trauergruppen nur für Kinder gesehen, dass vielen von ihnen mehr geholfen wäre, wenn wir die Eltern mit ins Boot holen“, erzählt Pfarrerin Renate Tomalik von der städtischen Erziehungsberatungsstelle Coppelstift. Auch bei PHoS sehe man den Bedarf eines solchen Angebots, sagt Susanne Kern, Leiterin des Ambulanten Hospizdienstes.

Vor der Teilnahme findet ein Vorgespräch statt

Mit ihrer Kollegin, Familientrauerbegleiterin Jutta Lange, wird sie die Erwachsenengruppe leiten. PHoS-Trauerbegleiterin Jill Huber sowie die Coppelstift-Familienberater Marc Wege und Renate Tomalik werden die Kinder betreuen. „Ein Fehler ist oft, Kinder aus der Trauergemeinschaft auszuschließen“, sagt Wege. In der Gruppe wird der Verlust zum Thema gemacht. „Aber es ist keine Therapiegruppe, Trauer ist keine Krankheit.“

Das Angebot richtet sich an Kinder im Schulalter bis zwölf, die Geschwister, ein Eltern- oder Großelternteil verloren haben. Wege: „Dabei ist nicht wichtig, wann der Angehörige verstorben ist.“ Zuvor gibt es ein Vorgespräch mit jedem Teilnehmerpaar. Die Kinder könnten die Trauerbegleitung mit einem Elternteil ebenso wahrnehmen wie mit der Tante oder einer anderen engen Bezugsperson, so Jutta Lange.

In den Gruppen werde nicht nur über die eigenen Erfahrungen mit dem Verlust gesprochen. Trauer könne auch übers Malen oder das Arbeiten mit Ton ausgedrückt werden, erzählt sie. Mit den Kindern werde auch gebastelt, Erinnerungsstücke an den geliebten Menschen werden gezeigt. Es gehe darum, Rituale zu entwickeln, sagt Renate Tomalik. „Jemand bleibt Teil der Familie, auch wenn er oder sie nicht mehr da ist.“

Im Kreis mit anderen würden die Kinder erfahren, dass sie mit ihrer Trauer nicht allein seien, beschreibt sie. Ohnehin gingen sie oft unbefangener damit um: „Das Tabuisieren von Tod und Trauer kommt erst im Erwachsenenalter“, sagt Jill Huber.

Die beiden Trauergruppen sollen alle 14 Tage dienstags von 16.30 bis 18.30 Uhr in der PHoS-Geschäftsstelle auf dem Klinikum-Gelände stattfinden. Eine Anmeldung und das Vorgespräch beim Coppelstift sind notwendig: Tel. 23 13 48 11. Das Angebot ist kostenlos, Spenden sind willkommen.

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