Verhaltener Optimismus

70 neue Hinweise im Mordfall Hanaa S.

+
Kriminalhauptkommissar Frank Gartmann (l.) im Gespräch mit ZDF-Moderator Rudi Cerne über Hanaa S.

Kriminalpolizei hofft auf neue Erkenntnisse nach der ZDF-Sendung „XY – ungelöst“.

Von Hans-Peter Meurer

Verhaltener Optimismus herrscht im Wuppertaler Polizeipräsidium nach der Ausstrahlung der ZDF-Sendung „XY – ungelöst“ vom Mittwochabend: Denn über 70 neue Hinweise sind bundesweit zum Ehrenmordfall der 35-jährigen Solingerin Hanaa S. von der Hasselstraße eingegangen.

Die meisten Hinweise von Zuschauern bezogen sich dabei auf mögliche Ablagestellen der Leiche in den Großräumen Heilbronn und Karlsruhe, wie Polizeisprecherin Anja Meis in einem ersten Resümee am Donnerstagabend bestätigte. Diesen Hinweisen intensiv nachzugehen, könne einige Wochen dauern.

„Diese beziehen sich unter anderem auf Orte, an denen sich einen Tag nach dem Verschwinden der Frau die Tatverdächtigen mit ihren Fahrzeugen aufgehalten und möglicherweise auch die Leiche abgelegt oder vergraben haben“, sagte Meis. Die Wuppertaler Mordkommission geht fest davon aus, dass die 35-jährige Mutter von drei Kindern von Familienangehörigen am 22. April vergangenen Jahres in ihrer Wohnung an der Hasselstraße mit einem Messer getötet worden ist. Wo sich jedoch ihre Leiche befindet, das ist trotz intensiver Suche der Behörden noch nicht bekannt. Eine Nachbarin von der Hasselstraße hatte beobachtet, wie zwei Männer einen schweren, eingerollten Teppich aus dem Haus trugen, in einen weißen Renault Trafic legten und wegfuhren.

Ohne Leiche droht ein langer Indizienprozess

Nach den Ermittlungen besteht für die Kripo in Wuppertal keinen Zweifel: Hanaa S. ist getötet und ihre Leiche weggebracht worden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Ehrenmord aus. So sitzen vier Tatverdächtige aus dem engeren Familienkreis der 35-Jährigen in Untersuchungshaft und sind wegen des dringenden Verdachts des Mordes angeklagt. Das Hauptverfahren vor einer Strafkammer des Wuppertaler Landgerichts ist aber noch nicht eröffnet.

Zu diesen Verdächtigen, die allesamt aus dem Großraum Düsseldorf stammen, gehören der Ehemann der 35-Jährigen, dessen Bruder sowie dessen Söhne aus erster Ehe. Sie schweigen bislang zu den Vorwürfen. Um den Mord vollends aufzuklären und die Täter zu überführen, sei es von großer Bedeutung, die Leiche zu finden. Nur so ließe sich der genaue Tatablauf klären, sagte Frank Gartmann, Leiter der Mordkommision, in der TV-Sendung. In dem fast 23-minütigen Filmbeitrag wurde der Lebens- und Leidensweg der Frau mit syrischen Wurzeln aufgezeichnet, der mit Bedrohungen begann und mit einem Gewaltverbrechen endete. Auch mögliche Ablageorte der Leiche wurden gezeigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Müllabfuhr: Für 195 Straßen in Solingen gelten besondere Regeln
Müllabfuhr: Für 195 Straßen in Solingen gelten besondere Regeln
Müllabfuhr: Für 195 Straßen in Solingen gelten besondere Regeln
Gefahrguteinsatz: Vier Personen wegen giftiger Dämpfe vorsorglich im Krankenhaus
Gefahrguteinsatz: Vier Personen wegen giftiger Dämpfe vorsorglich im Krankenhaus
Gefahrguteinsatz: Vier Personen wegen giftiger Dämpfe vorsorglich im Krankenhaus
Corona: Weiterer Todesfall - Inzidenz steigt auf 1272,7
Corona: Weiterer Todesfall - Inzidenz steigt auf 1272,7
Corona: Weiterer Todesfall - Inzidenz steigt auf 1272,7
Gymnasium setzt auf entschleunigte Schultage
Gymnasium setzt auf entschleunigte Schultage
Gymnasium setzt auf entschleunigte Schultage

Kommentare