Wohnen

Neubau Böckerhof ist zum Jahresende bezugsfertig

Noch drei Jahre dauern die Arbeiten an der Siedlung Böckerhof des Spar- und Bauvereins. Foto: Christian Beier
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Noch drei Jahre dauern die Arbeiten an der Siedlung Böckerhof des Spar- und Bauvereins.

Der Spar- und Bauverein legt Bilanz für 2019 vor – dieses Jahr werden 23,1 Millionen Euro investiert.

Von Philipp Müller

Solingen Rund 20 Millionen Euro hat der Spar- und Bauverein Solingen (SBV) im vergangenen Jahr investiert: Das berichtete Geschäftsführer und Vorstand Klaus Bimberg bei der Bilanzpressekonferenz der Genossenschaft. „Wir schauen auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück“, erklärte er. Der SBV werde weiter investieren, so auch ins laufende Projekt „GenerationenWohnen Böckerhof“, wo zum Jahresende der erste Bauabschnitt bezugsfertig sein soll. 200 Bewerbungen gebe es für die 33 Generationenwohnungen.

Und doch sei es eine außergewöhnliche Situation, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Werner Bertl. „Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gibt es keine Mitgliederversammlung.“ Die sei mit den 153 Vertretern nicht durchführbar. Daher habe man die neue gesetzliche Lage genutzt, um über den zwölfköpfigen Aufsichtsrat die Bilanz, die Gewinn-und-Verlustrechnung und eine vorläufige Gewinnverteilung zu beschließen.

Doch die Mitglieder sollen möglichst bald zusammenkommen können, erklärte Bertl. Denn Neuwahlen des Aufsichtsrats stünden an. Außerdem müsse die Dividende von 4 Prozent für die Mitglieder endgültig beschlossen werden. Gelinge das nicht mit einer Versammlung, in der die Vertreter der Genossenschaft persönlich erscheinen dürfen, werde man das Verfahren schriftlich durchführen.

Es gehe nun darum, dass der Genossenschaftsgedanke weiterlebe. Es sei wichtig, das „Parlament“ des Spar- und Bauvereins einzubeziehen, um auch die Philosophie der Genossenschaft zu verdeutlichen, die sich klar von Großkonzernen im Deutschen Aktienindex Dax wie Vonovia oder Deutsches Wohnen unterscheide.

Gewinne – 2019 waren es 6,6 Millionen Euro – ließen sich auch über eine Genossenschaft erzielen, berichtete Bimberg. 5 Millionen Euro lege man in die Ergebnisrücklage. Bei einer Bilanzsumme von 304 Millionen Euro verfüge die Genossenschaft jetzt über 117,6 Millionen Euro an Eigenkapital, das bedeute einen Zuwachs um 6 Millionen Euro.

„Wir sind ein stabilisierender Faktor für das Handwerk.“
Klaus Bimberg, SBV-Vorstand

Trotzdem könne der SBV die Durchschnittsmiete in den Häusern bei 5,79 Euro halten. Die Spanne reiche dabei von etwa 4 Euro bis zu 9,65 Euro im neuen Projekt Böckerhof. Man sehe sich nicht nur in der Verantwortung, günstigen Wohnraum anzubieten, sondern ihn auch zu erhalten und zu sanieren. In den vergangenen zehn Jahren habe der SBV deshalb 210 Millionen Euro in den Bestand und in Neubauten investiert. Das geschehe meist in direkter Absprache mit den Mietern, auf die ein Teil der Kosten umgelegt wird. Die verkraftbare Höhe bespreche man vorher gemeinsam.

Alleine 20 Millionen wurden so im vergangenen Jahr eingesetzt. Die Sanierung der Siedlung am Wasserturm nebst Neubauten ist dabei das größte Objekt gewesen. Das setze der SBV in diesem Jahr mit 23,1 Millionen Euro fort, ergänzte Vorstand Jürgen Dingel. 10 Millionen Euro fließen in Sanierungen, 8,7 in Modernisierungen – unter anderem am Wasserturm und an der Hacketäuer Straße – und weitere 4,4 Millionen Euro werden für Neubauten eingesetzt.

Dabei verweist der Vorstand auf den Böckerhof. Es gebe eine Nachfrage nach Wohnraum jenseits der 9-Euro-Marke pro Quadratmeter Wohnfläche. Trotzdem seien neben den 24 frei finanzierten Wohnungen auch neun öffentlich gefördert, um sie anderen Bevölkerungsschichten anbieten zu können. Außerdem arbeite man dort mit der Initiative „Wohnen in Gemeinschaft“ zusammen, die sich auch im Nachbarschaftstreff engagieren werde. Dingel berichtete, dass man dort noch drei weitere Jahre bauen werde.

Bei allen Maßnahmen spiele Photovoltaik auch eine Rolle, erklärte Vorstand Manfred Krause. Das Thema Nachhaltigkeit müsse man aber weiterdenken, sagte Klaus Bimberg. Nur auf regenerative Energien im Sektor Strom zu setzen, führe nicht immer zu Einsparzielen.

Bimberg wies darauf hin, dass man viel mit Solinger Firmen zusammenarbeite. „Wir sind ein stabilisierender Faktor für das Handwerk.“

Zahlen zum SBV

Mitglieder: Zur Zeit gibt es 13 943 Genossen. Das sind 135 mehr als 2018.

Immobilien: In 1721 Häusern werden 6875 Wohnungen vermietet.

Finanzen: Die Genossen verfügen über 94 Millionen Euro an Spareinlagen. 20 Millionen wurden 2019 investiert.

Die Beckmannstraße im Gebiet Böckerhof zieren seit vielen Jahrzehnten Straßenbäume. Mit Fug und Recht kann man sagen, das ist eine Allee. Doch im Alleenkataster des Landes NRW ist die Straße nicht erfasst.

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