Nebenkosten und Mieterhöhungen beschäftigen den Mieterbund

Verein stellt hohen Beratungsbedarf fest

Von Manuel Böhnke

Die Corona-Krise hat die Arbeit des Mieterbundes Rheinisch-Bergisches Land verändert. Weniger zu tun hatte der Verein seit Ausbruch der Pandemie nicht. Doch verlagerten sich viele Beratungen vom persönlichen Gespräch auf telefonische Termine und Kommunikation per Mail. Ein weiterer Effekt: Die Mitgliederversammlung im vergangenen Jahr musste ausfallen. Am Donnerstagabend fand die Veranstaltung deshalb unter 2G-Bedingungen das erste Mal seit zwei Jahren statt.

„Aufgrund der Corona-Lage waren deutlich weniger Mitglieder vor Ort als normalerweise“, erklärte Geschäftsführerin Funda Altun-Osterholt im Nachgang. Der Mieterbund zählt rund 5300 Mitglieder. Sein Einzugsgebiet erstreckt sich über Solingen, Hilden, Haan, Mettmann, Erkrath bis nach Langendfeld.

6500 Beratungen hat der Mieterbund im Geschäftsjahr 2019 durchgeführt. „Die Menge hat 2020 nicht abgenommen – im Gegenteil“, blickte Altun-Osterholt zurück. Und das obwohl die Geschäfts- und Beratungsstellen in Solingen, Hilden, Haan und Mettmann zwischenzeitlich nicht persönlich erreichbar waren.

Thematisch spielte die Corona-Pandemie der Geschäftsführerin zufolge eine untergeordnete Rolle. Zwar habe man vereinzelt Mitglieder beraten, die wegen ausbleibender Einnahmen auf Mietstundungen angewiesen waren. In 32 Prozent der Beratungen ging es allerdings um Nebenkosten, bei 15 Prozent waren Wohnungsmängel wie Schimmel Thema.

„Da muss etwas passieren.“

Funda Altun-Osterholt über steigende Miet- und Nebenkosten

Steigende Preise für Nebenkosten und Miete – Funda Altun-Osterholt vermutet, dass diese Aspekte den Mieterbund in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen werden. Denn auch in Solingen ziehen die Kosten an, bezahlbarer Wohnraum ist rar. „Da muss etwas passieren“, zeigte sich die Rechtsanwältin überzeugt.

Das Themenspektrum, mit dem sich der Mieterbund konfrontiert sieht, ist groß. Es reicht von Mietsteigerungen nach Modernisierungen über Kautionsabrechnungen bis hin zu Problemen im nachbarschaftlichen Miteinander. „Uns gelingt es immer wieder, eine für beide Seiten vernünftige Lösung zu finden“, betonte Altun-Osterholt. So landeten im vergangenen Jahr lediglich 20 Fälle vor Gericht.

Die Verantwortlichen nutzten bei der Mitgliederversammlung die Möglichkeit, Bernd Leier zu verabschieden. Nach 15 Jahren im Vorstand des Mieterbundes zieht sich der 82-Jährige zurück. „Er hat sich insbesondere im Bereich Finanzen eingebracht“, würdigte Funda Altun-Osterholt „eines unserer längsten Mitglieder“. Im September 1971 ist Bernd Leier dem Mieterbund beigetreten. Für sein Engagement bekam er eine Urkunde, ein Geschenk und die goldene Ehrennadel des Bundesverbandes überreicht.

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