Naturschutzbund zeichnet schwalbenfreundliches Haus aus

Irene Schneider nahm (l.) die Auszeichnung für ihr Haus an der Grünstraße von Annette Kalde (NABU) entgegen.
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Irene Schneider nahm (l.) die Auszeichnung für ihr Haus an der Grünstraße von Annette Kalde (NABU) entgegen.

Geschützte Vögel nisten an der Grünstraße in Ohligs

Von Anna Lauterjung (Foto und Text)

Mit der Übergabe der Plakette und der Urkunde durch den Naturschutzbund (NABU) war es am Mittwochnachmittag offiziell: An der Grünstraße 19 in Ohligs sind Schwalben willkommen. Seit 2010 zeichnet der NABU Häuser aus, an denen Schwalben nisten können.

Bei Irene Schneider nisten die Vögel bereits seit Jahren in einem kleinen Zwischenraum zwischen einem Regenwasser-Fallrohr und der Schieferverkleidung im ersten Stock des Altbaus. 2014 bemerkte sie die Schwalben in ihrem Garten immer häufiger. „Die sind plötzlich einfach in die Lücke reingeschlüpft“, berichtet Irene Schneider. Seitdem beobachtet sie jedes Jahr, wie Ende April bis Mai eins ihrer Lieblingstiere in die Brutstätte einziehen. „Schwalben sind standorttreu, sie kommen jedes Jahr an die gleiche Stelle zurück“, sagt Christoph Kalde vom NABU. Im August ziehen sie dann nach Afrika, um dort den Winter zu verbringen.

Das Haus unweit von der gut besuchten Düsseldorfer Straße ist das erste vom NABU ausgezeichnete schwalben-freundliche Haus in Ohligs. Ein paar weitere Gebäude in Solingen erhielten zuvor die Plakette, darunter die Grundschule Westersburg in Wald. Wer merke, dass Schwalben bei ihm im Gebäude nisten, könne sich bewerben, erklärt Annette Kalde vom NABU Solingen. Zudem müsse versichert werden, dass die Nistplätze bei Sanierung- oder Modernisierungsarbeiten nicht zugemauert werden. „Viele Hauseigentümer wissen nicht, dass das Entfernen sogar verboten ist“, sagt Annette Kalde. Denn Schwalben stehen auf der Roten Liste – dem Verzeichnis, in dem unter anderem gefährdete Tierarten aufgelistet sind. Ihre Nahrung wird knapp – wegen des Insektensterbens und der zunehmenden Flächenversiegelung im städtischen Bereich.

Zudem nimmt auch die Zahl der Nistmöglichkeiten immer weiter ab. Viele Hausbesitzer versiegeln die Unterschlüpfe, bei älteren Häusern und bei Neubauten entstehen sie erst gar nicht.

Damit Schwalben weiter genug Nahrung finden, setzt sich der NABU mit der Volksinitiative Artenvielfalt NRW unter anderem gegen das Insektensterben ein. Gefordert wird, dass sich der Landtag NRW häufiger mit diesen Themen auseinandersetzt.

Unterschriftenlisten: Sie liegen in den Bioläden Regenbogen, Lennestraße 6, und Storsberg Naturwaren, Keldersstraße 5, aus.

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