Unterschlupf

Naturschützer hängen acht Nistkästen für Fledermäuse auf

Timo Erthel vom Nabu hängt einen Fledermauskasten auf.Foto:Christian Beier
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Timo Erthel vom Nabu hängt einen Fledermauskasten auf.

Säugetiere sollen im Botanischen Garten heimisch werden.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Eine lange Leiter, um die Mindesthöhe von vier bis fünf Metern zu erreichen, zur Sicherheit vor Abstürzen Kletterausrüstung, dazu Schlauch und Draht – und natürlich die zum Großteil selbstgebauten Fledermauskästen: Die vier Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) Solingen waren am Sonntag schwer bepackt auf dem Weg vom Auto in den Botanischen Garten. Dort sollten in Absprache und Kooperation mit der Stiftung des Parks und den Technischen Betrieben Solingen (TBS) Kästen für Fledermäuse an hohen Bäumen angebracht werden.

„Die Öffnung unten muss für die Tiere gut anfliegbar sein und mit der Ausrichtung nach Osten vermeiden wir die Schlechtwetterseite“, erläuterte Timo Erthel vom Nabu. Der dünne Draht werde durch den Schlauch gezogen, um die Kästen damit an den Bäumen zu befestigen. „Wir können ja nicht nageln, wie sonst an Hauswänden, wir wollen ja nichts beschädigen.“ Auf dem ehemaligen Friedhof oberhalb des Palliativen Hospizes war schließlich schnell der erste geeignete Baum ausgemacht: ein kräftiger Ahorn mit einem Stammdurchmesser von deutlich mehr als einem Meter. Drei Stunden seien eingeplant, um auch überall im eigentlichen Park, von den Gewächshäusern bis zum unteren Teich tätig zu werden.

Moderne Baustoffe vernichten wertvollen Lebensraum

Nötig seien solche Aktionen, weil Fledermäuse durch moderne Baustoffe, die häufig bei Sanierungen verwendet werden, immer weniger Unterschlupf in klassischem Gebälk fänden. „Auch alte Bäume mit geeigneten Astlöchern werden immer weniger“, ergänzte Jürgen Kortenhaus, der sich ebenfalls beim Naturschutzbund engagiert.

Außerdem könnten die Naturschützer durch den selbstgebauten Unterschlupf versuchen, Fledermäusen an Orten anzusiedeln wo sie ausreichend Nahrung finden und optimale Lebensbedingungen – wie beispielsweise im Botanischen Garten Solingen. Mit dem Sterben der Insektenvielfalt sei halt auch die Fledermaus als Art bedroht, sagt Timo Erthel.

Auch wenn einige Solinger in den vergangenen Tagen und Monaten mehr Fledermäuse gesehen haben wollen: Wie viele Tiere es im Stadtgebiet gibt, ob die Zahl gestiegen oder gesunken ist, kann er nicht sagen. „Vielleicht sind mehr Menschen sensibilisiert und erkennen zum Beispiel Zwergfledermäuse besser als noch vor Jahren“, sagt er. „Die sind ja so klein, dass man sie als Laie durchaus mit Vögeln verwechseln kann aus der Ferne.“

Ob die Kästen gut angenommen worden sind, sollen künftig regelmäßige Kontrollgänge in den Abendstunden zeigen. „Wir schauen in einem Jahr mal. Am liebsten würde ich mich mal für mehrere Stunden vor Ort hinsetzen und abwarten“, sagt Erthel. „Sind die Standorte gut? Bevorzugen die Tiere die Holzkästen oder die ebenfalls aufgehängten Betonhöhlen? Das gilt es dann zu klären und möglicherweise nachzubessern.“

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