Ende der Serie „Natürlich nachhaltig“

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Bergischen Land – Unser Fazit

Valeria Schulte-Niermann (v. l.), Katharina Birkenbeul und Alexandra Dulinski haben viel aus ihren Recherchen mitgenommen. Foto: Christian Beier
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Valeria Schulte-Niermann (v. l.), Katharina Birkenbeul und Alexandra Dulinski haben viel aus ihren Recherchen mitgenommen.

Überall spielt Klima- und Umweltschutz eine große Rolle. In der Nachhaltigkeitsserie haben wir herausgefunden, wie nachhaltig Solingen ist und was wir noch in unserem eigenen Leben verändern müssen, um ökologischer zu leben. Das ist das Ergebnis.

Von Katharina Birkenbeul, Alexandra Dulinski und Valeria Schulte-Niermann

Solingen. In den Schulen, in der Stadtverwaltung, auf den Bauernhöfen oder im ÖPNV: In jedem Lebensbereich spielt Nachhaltigkeit eine Rolle. Das zeigt unsere Serie „Natürlich nachhaltig“ in ihren 35 erschienenen Teilen. Rund sechs Monate haben wir uns unter anderem mit den Themen Ernährung, Mobilität und Konsum beschäftigt. Unser Ziel war, herauszufinden, wie die Bergischen ökologischer leben können.

Denn der Klimawandel schreitet stetig voran. Dürren, Flut und andere extreme Wetterereignisse machen auch vor dem Bergischen Land nicht Halt, wie sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Die Innenstädte von Remscheid und Solingen sind Hitzeinseln und können gesundheitsschädlich sein. Aber nicht nur die Politik ist gefordert, zu handeln. Jeder kann dazu beitragen, seinen ökologischen Fußabdruck, also seinen persönlichen CO2-Ausstoß, zu verringern.
So hoch ist der ökologische Fußabdruck der drei jungen Journalistinnen

Wenn der Klimawandel die größte Bedrohung für die Erde ist, dann müssen wir doch was verändern!

OB Tim Kurzbach

Denn wenn jeder so leben würde wie wir drei, bräuchte die Menschheit zwei bis drei Erden, um sich zu versorgen. Also haben wir nach Projekten und Institutionen gesucht, die sich mit einem ökologischeren Leben auseinandersetzen und dazu beitragen können, den Fußabdruck zu verringern. Zum Beispiel Foodsharing und Foodsaving, Second-Hand-Läden, Unverpacktläden, Naturkosmetik von einem Start-up-Unternehmen oder ökologisches Gärtnern im Nachbarschaftsgarten.

„So fängt jede Veränderung an. Nicht bei der großen Frage ,Was machen andere?', sondern ,Wo fange ich persönlich an?'“, betont Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Auch wir haben gelernt: Alles, was man tut, hat einen Einfluss auf die Umwelt. Schon eine einzige Google-Suche stößt 0,02 Gramm CO2 aus.

Städte wollen Nachhaltigkeit in allen Bereichen beachten

Natürlich nachhaltig.

So müssen auch die Stadtverwaltungen Nachhaltigkeit bei jeder ihrer Entscheidungen miteinbeziehen. „Wenn der Klimawandel die größte Bedrohung für die Erde ist, dann müssen wir doch was verändern und können nicht an allen Ecken sagen, das geht nicht“, sagt Tim Kurzbach. Dabei hilft vor allem eine Nachhaltigkeitsstrategie, die in Solingen seit 2018 besteht und in Remscheid im Februar 2022 beschlossen wurde.

In einigen Bereichen haben die Städte das Thema schon länger im Blick. Zum Beispiel in den Wäldern, die ein wichtiger Klimaregulator sind. Auch das Thema Stadtgrün rückt immer mehr in den Fokus. Es soll Abkühlung in heißen Zeiten bieten und das Mikroklima verbessern. Denn Pflanzen sorgen auch für Artenschutz und Biodiversität. Sie sind die Grundlage für Leben, sagt das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

So steht es um Elektromobilität im bergischen Städtedreieck

Elektromobilität ist laut Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz der Schlüssel für klimafreundliche Mobilität. Angefangen bei elektrisch betriebenen Autos in den Stadtverwaltungen bis hin zu elektrisch betriebenen Bussen – die es in Solingen durch die Oberleitungen schon viele Jahre gibt. In Remscheid sind die ersten Elektrobusse Ende 2021 in die Testphase gegangen.

Mit einem Problem haben die Städte besonders zu kämpfen: Finanzierung. Dafür benötigen die Kommunen die Hilfe des Landes und des Bundes, wie auch Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach im Interview im Februar betonte.

Die Stadtverwaltungen können vieles umsetzen und erreichen, beispielsweise „Zero-Waste-Stadt“ werden, also zunächst weniger und irgendwann gar keinen Müll mehr zu produzieren. Allerdings können sie nicht verordnen, dass mehr Gebäude saniert werden oder Supermärkte mehr unverpackte Lebensmittel anbieten müssen. Hier liegt es an den Bürgern, kleine, lokale Läden zu unterstützen und Angebote wie den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.

Doch Nachhaltigkeit ist nicht nur in den Stadtverwaltungen ein Thema. Zahlreiche Institutionen wie das Wuppertal Institut, der Wupperverband oder die Bergische Universität Wuppertal forschen daran, wie eine Kommune nachhaltiger werden kann und welche Folgen der Klimawandel hat, global wie lokal.

Beim Thema Nachhaltigkeit ist für jeden etwas dabei

Auch jeder Einzelne kann und sollte etwas tun, um der Natur und dem Klima weniger zu schaden. Für den einen ist es einfacher, unverpackt einzukaufen, der andere hat kein Problem damit, sich fleischlos zu ernähren.

Der Trend zum Veganismus hat besonders in den vergangenen fünf Jahren zugenommen, lautet ein Fazit der Bergischen Volkshochschule. Dennoch sehen die Metzger in ihrem Handwerk eine gute Zukunft. Sie vermuten, dass die Menschen im Bergischen in Zukunft noch bewusster Fleisch essen werden. Regionale Lebensmittel und Saisonalität spielen auf den Biobauernhöfen der Region eine Rolle – genau wie die artgerechte Haltung von Tieren.

Was wir bei einigen Projekten bemerkt haben: Manche Dinge hören sich global so einfach an, lassen sich lokal aber nur anders oder schwerer umsetzen. Als Beispiel: Boomt der Online-Handel mit gebrauchter Kleidung, ist es in den bergischen Großstädten schwieriger. Denn im Bergischen sind Second-Hand-Läden nicht so etabliert wie in den Millionenstädten. Das stellte bei der Recherche für uns eine besondere Herausforderung dar. Denn viele Möglichkeiten, die zu einer nachhaltigen Lebensweise beitragen, gibt es im Bergischen noch nicht. Zum Beispiel fehlen in Remscheid E-Roller.

Selbstversuche schärften unsere eigene Wahrnehmung von Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit ist riesig und wie wir in unseren Selbstversuchen gemerkt haben, ist es nicht einfach, alles zu 100 Prozent perfekt umzusetzen. Doch wir können klein anfangen und uns langsam verbessern – damit wir unserer Umwelt wenigstens ein bisschen weniger schaden.
Eine Woche ohne Fleisch? Alexandra lebte eine Woche vegan
Ohne Auto in Solingen? Katharina ist eine Woche auf das Fahrrad umgestiegen
Valeria versuchte eine Woche so wenig Müll wie möglich anzusammeln

So fährt Katharina öfter mit dem Fahrrad statt mit dem Auto und achtet beim Einkaufen nun mehr auf saisonale Lebensmittel. Alexandra isst deutlich häufiger vegetarisch. Allein deshalb, weil Fertiggerichte bei ihr nicht mehr auf den Tisch kommen, sondern sie viel mehr selbst kocht. Valeria interessiert sich nun noch mehr für Umweltschutz und kauft weniger verpackte Lebensmittel.

Es gibt noch sehr viele weitere nachhaltige Projekte im Bergischen Land, die in unserer Serie keinen Platz gefunden haben. Es muss sich noch einiges tun in Sachen Nachhaltigkeit im Bergischen – zum Beispiel brauchen wir mehr Grün und E-Ladesäulen. Nachhaltige Projekte müssen gefördert werden, um attraktiver und niederschwelliger zu sein. Über weitere Entwicklungen in Sachen Umwelt und Nachhaltigkeit werden wir natürlich auch weiterhin berichten.
Alle Folgen der Serie „Natürlich nachhaltig“ finden Sie hier zum Nachlesen.

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