Firmenjubiläum

Nachwuchs zu finden, ist das größte Problem

Mit Abstand und Maske übergaben Innungsobermeister Dirk Leinen (2. v. r.) und sein Stellvertreter Andreas Glingener (r.) den goldenen Meisterbrief und die Urkunde zum Firmenjubiläum an Gudrun, Lothar (2. v. l.) und Andreas Kissing. Foto: Christian Beier
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Mit Abstand und Maske übergaben Innungsobermeister Dirk Leinen (2. v. r.) und sein Stellvertreter Andreas Glingener (r.) den goldenen Meisterbrief und die Urkunde zum Firmenjubiläum an Gudrun, Lothar (2. v. l.) und Andreas Kissing.

Die Lothar Kissing GmbH & Co. KG feiert ihr 50-jähriges Bestehen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. An seine ersten großen Aufträge kann sich Lothar Kissing noch gut erinnern. Für zwei Solinger Unternehmen baute er Heizöl-Erdtanks mit 30 000 Liter Fassungsvermögen. 50 Jahre ist das her. In dieser Woche bekam der 85-Jährige seinen goldenen Meisterbrief überreicht. Und eine Urkunde, die belegt, dass sein Betrieb für Sanitär, Heizung und Klimatechnik seit einem halben Jahrhundert besteht. Sein Sohn Andreas Kissing führt inzwischen die zweite Generation die Lothar Kissing GmbH & Co. KG.

1971 begann die Geschichte als Einmannbetrieb an der Tannenstraße, ein Jahr später stellte Lothar Kissing den ersten Gesellen ein. Im Jahr 1974 entstand am Zugspitzweg ein Wohn- und Geschäftshaus. 2013 zog die Firma an die Fürker Straße. Alle Umzüge, Höhen und Tiefen miterlebt hat Lothar Kissings Ehefrau Gudrun. Die gelernte Bankkauffrau kümmerte sich von Anfang an um das Büro und die Buchhaltung. Wenn es sein musste, brachte sie zudem Material auf die Baustelle oder holte Teile beim Hersteller ab.

„Als ich Lehrling war, bekam ich 72 Pfennig pro Stunde. Dafür gab es in der Kneipe noch nicht mal ein Bier.“
Lothar Kissing, Gründer der Lothar Kissing GmbH & Co. KG

Ihr Mann hat sich 2019 aus dem Unternehmen in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen, die Entscheidungen trifft nun sein Sohn Andreas alleine, der 1998 nach einer Ausbildung bei der Sparkasse im elterlichen Betrieb anfing.

Viel hat sich seit den ersten beiden Aufträgen verändert. „Als ich Lehrling war, bekam ich 72 Pfennig pro Stunde. Dafür gab es in der Kneipe noch nicht mal ein Bier“, erinnert sich Lothar Kissing lachend.

Die Ansprüche an die Anlagen, die der Fachbetrieb in Wohnhäusern wie auch Industrieunternehmen einbaut, werden größer, die Technik komplexer, erklärt Andreas Kissing. Die größte Herausforderung für die Zukunft ist in den Augen des Meisters, Betriebswirts und Energieberaters aber eine andere: Nachwuchs zu finden. Das werde immer schwieriger, die Qualität der Lehrlinge schlechter.

Andreas Kissing weiß, wie wichtig gute Mitarbeiter für einen Handwerksbetrieb sind. Zurzeit besteht das Team des 45-Jährigen aus zehn Gesellen und drei Lehrlingen. Gisela Liebig zieht im Büro die Fäden, Techniker und Betriebswirt Dirk Richartz unterstützt Kissing beim Planen und Abwickeln von Baustellen.

Um wieder einfacher junge Leute gewinnen zu können, müsse sich das Image des Berufs verbessern, findet Richartz: „Es ist eben mehr als Gas, Wasser, Scheiße.“ Andreas Kissing vermutet, dass der Job vielen jungen Menschen zu anstrengend, zu dreckig ist. Doch er biete eine sichere Perspektive und Aufstiegsmöglichkeiten. „Außerdem lernt man eine Menge Leute kennen und hat viel Abwechslung“, sind sich Lothar und Andreas Kissing einig. Sie müssen es wissen, kommen sie zusammen doch auf mehr als 70 Jahre Berufserfahrung.

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