Konzept

Nachhaltigkeit: Zwölf Orte mit Modellcharakter

Die Senioren-Rikscha von Ulrich Dibbert ist ein der konkreten Projekte. Sophia Merrem (l.) und Ariane Bischoff steuern die Arbeit.Foto:Christian Beier
+
Die Senioren-Rikscha von Ulrich Dibbert ist ein der konkreten Projekte. Sophia Merrem (l.) und Ariane Bischoff steuern die Arbeit.

Nach Konferenz macht sich die Stadt mit Partnern daran, das Konzept mit Leben zu füllen.

Von Philipp Müller

Solingen. Wie geht man künftig mit den Ressourcen Solingens in Bezug auf Klima, Verkehr, Gesellschaft, Bildung, Erziehung und Schutz der Umwelt um? Dieser Frage geht die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Solingen in einem breitgefächerten Ansatz nach. Da geht nicht alles sofort. Daher setzt die Stadt jetzt auf zwölf Orte der Nachhaltigkeit, die Modellcharakter für eine Verbreitung der Umsetzung der Strategie haben sollen.

Nach monatelanger Diskussion verabschiedete der Rat im September 2018 die Strategie. Sie soll Richtschnur für politische Beschlüsse sein. Am Ende bedeutet Nachhaltigkeit nichts anderes, als dass Bürger, Firmen und Verwaltung schonend mit der Umwelt, der Energie, aber auch mit Finanzen umgehen sollen.

Arianne Bischoff leitet im Büro des Oberbürgermeisters den Prozess. Sie stieß bereits vier Nachhaltigkeitskonferenzen an. Die letzte fand kurz vor Corona Mitte Februar statt. Dabei wurde an der Ausgestaltung der zwölf Orte der Nachhaltigkeit gearbeitet. „Das haben viele Bürger mitgearbeitet“, sagt Ariane Bischoff. Diese Ergebnisse seien nun gesammelt worden, und nun beginne die Phase der Umsetzung.

Eins ist das Projekt von Ulrich Dibbert. Er fährt mit seiner Rikscha Senioren zum Einkaufen oder wohin sie wollen. Helga Lichtenthäler unterstützt die Idee seit dem Start und berichtet, das verschaffe etwa den Bewohnern der Anlage am Wasserturm neue Freiheit. Daher komme die Rikscha im Bürgertreff „Wohnen am Wasserturm“ auch so gut an. Mittlerweile ist das Projekt an den Walder Bürgerverein angedockt. Dibbert berichtet, dass es bereits weitere Fahrer geben würde, so dass das Angebot ausgeweitet werde.

Bischoff erklärt, dass es genau dieser kleinen Bausteine bedürfe, um langfristig die nachhaltige Kommune auch Realität werden zu lassen. Daher machen sie und die Verwaltung das nicht alleine. Mit dem Partner FSI, dem Forum für soziale Innovation gGmbH, gibt es Spezialisten, die gesellschaftliche Veränderungsprozesse begleiten. Sophia Merrem macht das als Regionalpromotorin federführend. Sie sagt, dass bis etwa Mitte September die letzte Auswertung der Konferenzergebnisse andauere. Diese würden zugleich mit den Akteuren in den zwölf Orten auf die Umsetzbarkeit hin geprüft.

Es gelte dabei auch, nicht mit dem Zeigefinger auf andere zu zeigen, die es nicht so schnell schaffen, erklärt Arianne Bischoff. Im Gegenteil, am Ende soll alles vom Gedanken geleitet sein, Orte auszuweisen, die die Schönheit der Stadt zeigen. Dieses Sichtbarmachen beginne dann ab September. Dazu sollen an den ausgewählten Orten auch Stelen mit einem einheitlichen Logo aufgestellt werden. Das soll die Wiedererkennbarkeit erhöhen, zugleich aber auch beispielgebend verstanden werden. Das geschehe immer unter enger Einbeziehung der Solinger Bevölkerung, die sich gerne aktiv in die Prozesse einbringen darf, ergänzt Sophia Merrem.

Projekte drücken Vielfalt der Nachhaltigkeitsstrategie aus

Die Maßnahmen an zwölf Orten sind breitgestreut. Im Haus der Jugend geht es um die Frage, wie Jugendliche aus allen Schichten gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden kann. Der Spar- und Bauverein bringt sich als Impulsgeber für nachhaltiges Bauen und Sanieren ein. Der BOB, der batteriebetriebene O-Bus, soll Teil eines Umweltverbunds werden. Das evangelische Altenzentrum Ohligs wird Partner bei der Frage, wie ein ökologischer und zugleich fairer Einkauf für Sozialunternehmen laufen kann.

Weitere Ideen zeichnen sich ab: Da gibt es ein Projekt für stadtnahes Gärtnern an der Tunnelstraße. In der Stadtbibliothek als Bildungsort soll der gesellschaftliche Wandel erklärt werden.

Hintergrund

Solingen nimmt als eine von 15 Modellkommunen in NRW an dem Projekt „Global Nachhaltige Kommune NRW“ teil. 2016 wurde Solingen als „Partnerstadt – Nachhaltige Infrastrukturen lokal und global“ für den Einsatz in Partnerstädten geehrt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona-Zahlen steigen in Solingen durch Reiserückkehrer
Corona-Zahlen steigen in Solingen durch Reiserückkehrer
Corona-Zahlen steigen in Solingen durch Reiserückkehrer
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz wieder über 50
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz wieder über 50
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz wieder über 50
Solingerin Ricarda will bei Pro-7-Show 25.000 Euro gewinnen
Solingerin Ricarda will bei Pro-7-Show 25.000 Euro gewinnen
Solingerin Ricarda will bei Pro-7-Show 25.000 Euro gewinnen
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans
Kripo-Chef sieht Solingen als eine Hauptwirkungsstätte krimineller Familienclans

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare