Nachhaltige Entwicklung: Solingen vernetzt sich

Krisen fordern die Entwicklungshilfe heraus

Von Susan Jörges

Im Bergischen gibt es viele Initiativen, die mit ihrer Arbeit Menschen in Mittelamerika, Afrika und im Nahen Osten unterstützen. Um deren Vernetzung zu stärken, traf sich am Freitagabend zum zweiten Mal das Forum „Globale Verantwortung und Eine Welt“ zu einem digitalen Workshop. Anfang November stand das Thema Finanzierung im Fokus, dieses Mal ging es um globale und lokale Vernetzung sowie lebendige und effektive Entwicklungshilfe – auch in Zeiten von Krisen.

Rita Muckenhirn, die 32 Jahre als Entwicklungshelferin in Solingens Partnerstadt Jinotega (Nicaragua) gelebt hat, unterstützte den Austausch. 25 Personen nahmen teil. Sie kamen von der Stadt, vom Förderverein Städtefreundschaft mit Jinotega, der evangelischen Kirche sowie Bewegungen wie Fridays und Parents for Future Solingen, Wuppertal und Umgebung. Getragen wird das Projekt von der Stadt Solingen und dem Forum für Soziale Innovation (FSI).

Welche Ziele hatten die Teilnehmer?

Künftig wollen viele Teilnehmer noch intensiver auf die Bedürfnisse der Menschen in Entwicklungsländern eingehen und die eigenen Perspektiven hinterfragen. Tanja Denninghoff und Birgit Herich vom Verein Q-Ratio unterstützen ein Dorf in Tansania. Ein Kinderzentrum und ein Wassertank wurden hergerichtet, bald soll ein Ausbildungszentrum folgen. „Wir möchten in einen intensiveren Austausch mit dem Dorf treten und noch konkreter nach den lokalen Bedürfnissen fragen“, sagte Denninghoff. Karin Ebbinghaus, evangelische Schulseelsorgerin am Mildred-Scheel-Berufskolleg, warnte davor, „alte koloniale Denkmuster“ beizubehalten. „Wir müssen den Blick der anderen Seite einnehmen.“ Sie möchte die kirchliche und kommunale Entwicklungsarbeit stärker vernetzen. Ariane Bischoff, die den Strategiebereich Nachhaltige Entwicklung der Stadt verantwortet, möchte die Digitalisierung nutzen, um Unterstützung an mehr Menschen heranzutragen.

Welche Herausforderungen gibt es?

Kürzlich fegten die Wirbelstürme Eta und Iota (| S. 17) über weite Teile Mittelamerikas hinweg und richteten große Schäden an. Ereignisse wie diese, bedingt durch klimatische Veränderungen, könnten sich in naher Zukunft häufen und zusätzliche Konflikte entstehen lassen. Man müsse Entwicklungshilfe in langer Perspektive denken und die Unterstützung unabhängig von politischen Konflikten und Krisen aufrechterhalten, ermutigte Franka Bindernagel vom Fachbereich Internationale Beziehungen der Stadt. Ursula Peters-Horlitz von der Eine-Welt-Gruppe Krahenhöhe, beschäftigt die Nachwuchsfrage: „Fehlt die nächste Generation, brechen Kontakte weg.“

Was sagt die Expertin?

Rita Muckenhirn rät, lokale Entwicklungen in globalen Zusammenhängen zu verstehen: „Wir müssen aus unserer Blase heraustreten und Lösungen finden, die an die Kultur des Landes angepasst sind.“ Solarkocher, die traditionelle Öfen ersetzten sollen, seien zwecklos, wenn den Menschen der rauchige, herzhafte Geschmack des Essens fehle und sie die Kocher ablehnen.

Wie geht es weiter?

Sophia Merrem vom FSI möchte die Impulse aufgreifen und weitere Workshops organisieren. Angestrebt werde eine Zusammenarbeit mit der Gläsernen Werkstatt an der Hauptstraße, wo in Zukunft Workshops und Ausstellungen stattfinden könnten.

Agenda 2030

Globale Partnerschaften zu stärken, ist eines von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die die Vereinten Nationen in der Agenda 2030 festgelegt haben. Sie sollen der weltweiten Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf sozialer, ökologischer und ökonomischer Ebene dienen.

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