Prozess

Nach Verfolgungsjagd hat Solingerin die Wahl: Entzug oder Gefängnis

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Die Frau hatte sich im Oktober des vergangenen Jahres eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Dabei wurde später auch ein Hubschrauber eingesetzt.

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach einem Maschinendiebstahl und einer Fluchtfahrt samt Unfall mit einem gestohlenen Audi durch Solingen nimmt eine 29 Jahre alte Angeklagte ihre Gefängnisstrafe an. Die Frau kann ein Jahr und acht Monate Haft nur abwenden, wenn sie sich in Entzugstherapie begibt. Bewährung gibt es nicht, den Führerschein ziehen die Behörden ein.

Die Frau hatte ein früheres Urteil des Amtsgerichts gegen sie angegriffen. Vor dem Landgericht Wuppertal nahm sie ihre Berufung aber zurück. Die Vorsitzende Richterin hatte betont: Dies sei die beste Chance für die Angeklagte, Drogen- und Verhaltensprobleme in den Griff zu bekommen.

Die vorbestrafte Frau lebt bei ihren Eltern und arbeitet aushilfsweise in der Firma eines Angehörigen. Den Autodiebstahl im Stadtteil Merscheid am Morgen des 9. Oktober 2019 hatte der Besitzer durch auffällige Geräusche bemerkt. Er rief sofort die Polizei.

Die Beamten entdeckten die Angeklagte in dem gestohlenen Wagen auf der Merscheider Straße, Fahrtrichtung Ohligs. Es kam zu einer wilden, zehnminütigen Verfolgungsjagd: mit bis zu Tempo 100 über fünf rote Ampeln, über Talstraße und Bonner Straße bis zur Höher Heide. Dort raste der Wagen durch eine Hecke.

Die Frau flüchtete zu Fuß weiter. Die Beamten setzten einen Polizeihubschrauber und Suchhunde ein. Schließlich fanden sie die Frau – sie war in einen Baum geklettert. Laut Bluttest war sie fahruntüchtig durch Alkohol, Cannabis und Amphetamine. An dem gestohlenen Audi entstand mehr als 15 000 Euro Schaden.

Zu einem weiteren Diebstahl war es am Abend zuvor gekommen: Die Angeklagte und womöglich weitere Beteiligte entwendeten eine Kreissäge und anderes schweres Werkzeug von der Ladefläche eines geparkten Lkw.

Der Anwalt der Frau argumentierte zunächst: Seine Mandantin wolle eine Bewährungschance. Dem hielt die Vorsitzende Richterin entgegen: „Wir sind gehalten, die Gesetze anzuwenden. Einerseits ist die Liste ihrer Vorstrafen nicht besonders lang. Andererseits gibt es immer wieder Hinweise der Polizei, dass es sich um eine Intensivtäterin handele.“ Es bleibe für die 29-Jährige bei der Möglichkeit: Therapie statt Strafe. Die nun Verurteilte hat keine weiteren Rechtsmittel mehr.

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