Salon

Nach 55 Jahren übergibt Peter Statz den Staffelstab an seine Tochter

Nach 55 Jahren Selbstständigkeit möchte Peter Statz kürzer treten. Ganz verschwinden wird er aus seinem Salon aber nicht. Foto: Christian Beier
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Nach 55 Jahren Selbstständigkeit möchte Peter Statz kürzer treten. Ganz verschwinden wird er aus seinem Salon aber nicht.

Die Corona-Krise setzt dem traditionsreichen Friseurbetrieb an der Steinendorfer Straße zu.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Seinen Abschied hatte sich Peter Statz anders vorgestellt. Eigentlich wollte der Solinger seinen Friseurbetrieb in Aufderhöhe im vergangenen Jahr an seine Tochter Vanessa übergeben – nach 55 Jahren Selbstständigkeit. Doch die Corona-Pandemie durchkreuzte die Pläne. Nun soll der Generationenwechsel in diesem Jahr vonstattengehen. „So schnell wie möglich“, hofft der 76-Jährige.

1958 begann Statz seine Lehre, nur sechs Jahre später bestand er die Meisterprüfung. „Damals war ich der jüngste Friseurmeister in NRW“, erinnert er sich. Seit Dezember 1965 ist Statz selbstständig, seit mehr als 35 Jahren an der Steinendorfer Straße. „Ich habe mein Beruf zum Hobby gemacht“, sagt der Solinger.

Das Handwerk habe sich im Laufe der Jahre erheblich verändert: Der Job sei spezieller, individueller geworden. „Wir sehen den Kunden heute ganzheitlich“, betont Statz. Doch nicht jede Entwicklung war positiv. So sei es immer schwieriger geworden, Personal zu finden. Statz Antwort darauf: Selbst ausbilden.

Auch die Nachfolge für seinen Salon kommt aus den eigenen Reihen. Eigentlich sollte Vanessa Statz bereits zum 50-jährigen Jubiläum den Betrieb übernehmen. Daraus wurde zunächst nichts. Lange sah es in der Folge so aus, als würde sie nicht in die Fußstapfen ihres Vaters treten. 2019 lagen dem Friseurmeister sogar externe Angebote vor. Dann entschied sich Vanessa Statz noch einmal um. Die 31-jährige Friseurmeisterin plant, den Salon umzubauen. Zudem ist eine Kooperation mit einer Kosmetikerin angedacht. Die Pläne liegen allerdings wegen der Corona-Krise auf Eis.

Peter Statz’ Erfahrung bleibt auch in Zukunft gefragt

Überhaupt hat die Pandemie viel durcheinandergeworfen. Peter Statz ist unglücklich, dass seine Kollegen und er die Läden schließen mussten. Keinen bekannten Infektionsfall habe es in seinem Salon gegeben, die Sicherheitskonzepte seien stimmig.

Gleichzeitig kritisiert der 76-Jährige die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung für die Branche. Allein während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 registrierte Statz laut eigenen Angaben Umsatzausfälle in Höhe von rund 30 000 Euro. Da reiche es nicht, dass Teile der Fixkosten übernommen werden.

Um die Ausfälle aufzufangen, hat der Solinger seine Altersvorsorge angetastet. Deshalb ist er froh, das Geschäft noch nicht seiner Tochter übergeben zu haben: „Sie konnte noch keine Rücklagen bilden.“ Trotz aller Schwierigkeiten ist Statz überzeugt, dass sein Betrieb „gestärkt aus der Krise hervorgeht“. Hoffnungsvoll machen ihn die rund 800 Kunden: „Zu denen haben wir ein tolles Verhältnis.“

Obwohl er das Rentenalter längst erreicht hat, ist Peter Statz noch immer mit Leib und Seele Friseur. Und möchte das auch bleiben. Vollständig aus dem Salon zu verschwinden, plant er nicht. „Arbeiten gehört für mich zum Leben.“ Zweimal wöchentlich plant seine Tochter mit ihm. Der 76-Jährige ist überzeugt: „Meine Erfahrung ist noch immer gefragt.“

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