Ramadan

Muslime feiern das Fastenbrechen

Abdulkadir Cakar war einer der Redner beim großen Fastenbrechen. 100 Gäste wohnten dem sogenannten Iftar bei. Foto: Michael Schütz
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Abdulkadir Cakar war einer der Redner beim großen Fastenbrechen. 100 Gäste wohnten dem sogenannten Iftar bei.

100 Gäste im Walder Stadtsaal

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Dankbarkeit und Besinnung waren die Begriffe, die am Montagabend am häufigsten in den Ansprachen im Walder Stadtsaal fielen: Der Kreis Solinger Muslime hatte nach zwei Jahren Pandemie-Pause wieder zum Iftar, dem gemeinsamen Fastenbrechen, eingeladen. Viele Gäste waren gekommen, darunter Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sowie Vertreter aller muslimischen Gemeinden in Solingen.

Auch Gesandte aus Kirche, Politik und Verwaltung waren dabei. Sie warteten bei Klängen der Pfahlrohrflöte oder Rezitationen aus dem Koran auf den Moment des Sonnenuntergangs und damit den Gebetsruf von Sevket Hoca Kaya. Der Imam der Eyüp-Sultan-Moschee der Walder Ditib-Gemeinde lud ein, von den zwischenzeitlich reichlich aufgetragenen, köstlichen Speisen zu essen.

Moderiert von Hatice Sahin, teilten unter anderem Abdulkadir Cakar für die Gastgeber sowie Kurzbach und Sevdanur Özcan Gedanken zum Stichwort Ramadan mit dem knapp 100-köpfigen Auditorium, das an festlich gedeckten runden Tischen saßen. Fastenzeit sei in allen Religionen als Aufforderung und Chance der „inneren Reinigung“ zu verstehen, war der einhellige Tenor aller Redner. Durch den temporären, konsequenten Verzicht auf Speisen oder liebgewonnene Gewohnheiten lenke man seine Aufmerksamkeit auf das Wesentliche im Leben, nämlich auf den Dialog mit Allah oder Gott, und wesentliche Werte, betonte Kurzbach. Er verband das Bekenntnis, unerschütterlich an das Gute im Menschen zu glauben, mit der nachdrücklichen Dankbarkeit für die mitmenschliche Arbeit der muslimischen Gemeinden innerhalb der Stadtgesellschaft. Sie lebten täglich Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft vor: „Auch und gerade in Zeiten, in denen wieder verstärkt aus Kriegsgebiete geflüchtete Menschen nach Solingen kommen.“

Gastgeber betonen Achtung und Respekt als oberstes Gebot

Abdulkadir Cakar betonte den Wert des Ramadan, sich für gesellschaftlichen Frieden einzusetzen. „Wir Solinger und Solingerinnen sollten immer offen und neugierig aufeinanderzugehen und Achtung und Respekt zum obersten Gebot unseres Handelns machen.“

Für Sevdanur Özcan vom Wegweiser im Bergischen Land, einem Präventionsprogramm gegen extremistischen Salafismus, ist der Fastenmonat zudem auch eine Möglichkeit, durch in dieser Zeit verspürten, körperlichen Hunger Dankbarkeit für das ansonsten Selbstverständliche Raum zu geben.

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