Kultur

Musiker bringen Leben in den Walder Kotten

Almuth Wiesemann (v.l.), Viola Fey, Eckard Schwandke und Rayle Bligh musizierten. Foto: Michael Schütz
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Almuth Wiesemann (v.l.), Viola Fey, Eckard Schwandke und Rayle Bligh musizierten.

Konzert und Lesung über eine Welt, in der Kultur das Sagen hat

Von Wolfgang Günther

Solingen. Die Musikerin Almuth Wiesemann spielt Geige bei den Bergischen Symphonikern und ist ebenso eine versierte Solistin der Kammermusik. Privat engagiert sie sich aktiv im Walder Bürgerverein, der den Walder Kotten zu einem kulturellen Treffpunkt herausgeputzt hat. „Wir mussten einfach etwas tun, um hier wieder Leben hineinzubringen“, sagte Wiesemann am Sonntag.

Kurzerhand aktivierte sie mit der Geigerin Viola Fey, dem Geiger Eckard Schwandke und Rayle Bligh, einem neuen Mitglied der Bergischen Symphoniker am Kontrabass, drei Mitstreiter zu einem kleinen, aber feinen Konzert im gut besuchten Kotten.

Solingerin trägt Text über eine ideale Welt für die Kultur vor

Die Musik wechselte sich ab mit einem langen Text, geschrieben und vorgetragen von Ira Goyne, der Leiterin der Ballettschule Ballett im Hof an der Beethovenstraße. Der Vortrag behandelte die Kultur im weitesten Sinn. Aber die Autorin fand in ihrer Lesung dazu auch einen ganz neuen Blickwinkel auf die geschlossenen Theater, Konzertsäle und Museen der letzten Monate.

Mit „Vom Verschwinden“, überschrieben, schildert ihr utopischer Text das Leben in einer Welt, in der die Kultur das Sagen hat und Politik und Industrie ihre Untertanen sind – oder komplett verschwinden. Eine Welt, in der die Kultur zur Pflicht wird, die Menschenrechte geachtet werden und die sozialen Netzwerke nur noch gute Nachrichten verbreiten. Eine Zukunft, in der mehr Theaterkarten als Videospiele gekauft werden. Zum Thema fand die Autorin einige Zitate und Aphorismen.

Das Quartett der Streicher spielte in wechselnder Besetzung und hatte zur langen Lesung bekannte und weniger prominente Musik gefunden. Das Zeitalter des Barock war mit Musik von Johann Pachelbel sowie der wunderschönen Melodie des „Air“ aus einer Orchestersuite von Johann Sebastian Bach vertreten. Den zeitweise pessimistischen Zukunftsutopien der Autorin antwortete das Quartett der Streicher mit beschwingter Musik aus bekannten Filmen, Tanzmelodien aus Dänemark und den von Scott Joplin komponierten rasanten Ragtimes, einem Vorläufer des Jazz. Die begeisterten Zuhörer forderten einige Zugaben vom Solistenquartett. Darunter war auch die fetzige und virtuose Klezmer-Musik, die schon zuvor Beifall bekommen hatte.

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