Konzert

Musikalische Reise führt in die Blütezeit der Hanse

Orgelpunkt: Zuhörer lernten die Zeit von Telemann, Händel oder Grieg kennen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Begeisterter Applaus am Ende einer guten Stunde voller Musik führten zur erhofften Zugabe. Wolfgang Kläsener an der Orgel und Semjon Kalinowsky mit seiner Viola nahmen am Sonntagnachmittag mit auf eine Klangreise in ehemalige Hanse-Städte. Eloquent und fesselnd moderierte das Duo durch das selbst zusammengestellte Programm dieser dritten Ausgabe der Reihe Orgelpunkt, in dem zur Orgel ein Streichinstrument seine melodischen Akzente setzte.

Dynamik der Zeit spiegelt sich in vielen Kompositionen wider

Wohlstand und Reichtum durch die Hanse als kaufmännische Vereinigung in Nordeuropa erzeugten auch eine Hoch-Zeit auf kulturellem Gebiet. Nicht zuletzt durch den damit ermöglichten gelebten Austausch in der Musik- und Kunst-Szene, entstand eine beeindruckende Dynamik, die sich in vielen Kompositionen von großen Musikern dieser Zeit spiegelt.

Kläsener und Kalinowsky tauchten mit den rund 100 Zuhörern ein in die im Laufe von mehreren Jahrhunderten entstandene klangliche Farbigkeit. Beginnend mit Telemann, der für die deutsche Hansestadt Hamburg stand, ging es über Dietrich Buxtehude, Henry Eccles und Georg Friedrich Händel für London nach Bergen zu Edward Grieg, nach Kopenhagen zu Niels Wilhelm Gade und schließlich nach Brügge zu Jean-Baptist Loiellet. Warm und weich fügten sich zu Beginn im Konzert für Viola und Orgel von Telemann die gestrichenen Töne zu der klaren und pathetisch-nachdenklichen Orgelsprache. Fulminant brauste die Musik in Präludium und Fuge von Buxtehude unter den Händen und Füßen von Wolfgang Kläsener. Er ist in Solingen als Kirchenmusiker von St. Sebastian eine feste Größe, aber zugleich auch Kustos der Sauer-Orgel in der Wuppertaler Stadthalle und der Kuhn-Orgel der Essener Philharmonie. Anrührende Kleinodien wie Griegs gefühlvoll-geniale „Morgenstimmung“ aus „Peer Gynt“ fügten sich zwischen größere Stücke wie die Sonaten von Händel oder Loeillet oder das „Tonstück für Orgel“ von Gade.

Weiterhin bleibe der Eintritt für die Reihe Orgelpunkt frei, betonte Organisator Roland Winkler. Umso mehr warb er für eine Geldspende, um die Klais-Orgel im Konzertsaal auch künftig zu erhalten.

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