Kultur

Musik von Beethoven trifft auf Literatur von Schiller

Satomi Nishi sorgte für die musikalische Untermalung am Klavier, während Frank Kistner aus Schillers Werk las. Foto: Andreas Horn
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Satomi Nishi sorgte für die musikalische Untermalung am Klavier, während Frank Kistner aus Schillers Werk las.

Der Höhscheider Salon hat seinen Betrieb wieder aufgenommen.

Von Jil Dreimann

Direkt zwei Vorstellungen hintereinander fanden am Sonntagabend im Höhscheider Salon nach der langen coronabedingten Pause statt. Bei „Beethoven Misterioso“ trafen Musik und Literatur, mit dem passend zu Halloween abgestimmten Oberthema Geister, aufeinander. Bei der Themenwahl handele es sich allerdings nur um einen Zufall, versicherte Franz Kistner, der das Publikum mit seiner Stimme durch den Abend begleitet.

Er rezitierte ausgewählte Teile aus Friedrich Schillers „Der Geisterseher“. In dem Roman wird ein protestantischer Erbprinz in Venedig Opfer einer politischen Intrige. Kistner liest eine Szene, in der der Prinz einen Magier herausfordert, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, während Ludwig van Beethovens „Geistertrio“ für die musikalische Untermalung sorgt. Das Stück in D-Dur wird an diesem Abend gespielt von Joowon Park (Violine), Emanuel Matz (Violoncello), sowie von Satomi Nishi (Klavier).

Obwohl viele Stücke Beethovens oft als düster empfunden werden, ist „Geistertrio“ paradoxerweise ein „frohes, stolzes Bewusstsein eigener Kraft und Fülle“, wie zu Beginn der Veranstaltung der Schriftsteller und Kritiker E. T. A. Hoffmann zitiert wird. Obwohl diese Beschreibung zunächst im Gegensatz zum Titel steht, sei laut Carl Czerny, einem Beethoven Schüler, gerade der Mittelsatz geisterhaft schauerlich, einer Erscheinung aus der Unterwelt gleich.

Den Zuhörern gefällt es mehr als es sie gruselt, dies wurde nicht zuletzt durch den begeisterten Applaus – und die während der Vorstellung teils geschlossenen Augen, um Musik und Literatur zu genießen – klar.

Eine musikalische Zugabe gab es nicht, aber eine literarische: ein Gedicht von Friedrich Hölderlin. Die Gemeinsamkeit zu Beethoven liegt im Verborgenen, aber sowohl Beethoven als auch Hölderlin haben Zeiten ihres Lebens durch Krankheit in Isolation verbracht. „Ähnlich wie wir auch gerade“, nimmt Frank Kistner Bezug auf die Corona-Krise, durch die sowohl ein Termin im März, als auch im Juni entfielen. Er und die Gäste hoffen, dass es vorerst bei den beiden Ausfällen bleibt – mit Hilfe eines bis ins Detail geplante Hygienekonzept.

Nächste Termin: Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, 15. November, um 16 und um 17.30 Uhr statt. Unter dem Thema „Beethoven und das klassische Ideal“ wird dabei eine Antwort darauf gesucht, was ein Klassiker ist und wie sich die Klassik als solche überhaupt definiert. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Eine Anmeldung per E-Mail unter Angabe von Namen, Adresse, Telefonnummer, Personenzahl je Haushalt und gewünschtem Veranstaltungstermin.

Hoehscheider-salon@web.de

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