Museumsleiter zeigen Verständnis für Schließungen

Einige Ausstellungen sind betroffen – Inhalte sollen im November verstärkt digital präsentiert werden

-bjb- Nach diesem Wochenende bleiben auch die Solinger Museen bis Ende November geschlossen. Die Verantwortlichen bedauern das, zeigen aber Verständnis.

Gisela Elbracht-Iglhaut, Direktorin Kunstmuseum: „Selbstverständlich akzeptieren wir im Kunstmuseum Solingen die Schließung. Unsere Stadt ist stark betroffen von der Pandemie und wir müssen jedes Risiko minimieren.“ Sie freue sich, dass die 74. Internationale Bergische Kunstausstellung wie geplant bis Sonntag gezeigt werden kann. Sie zähle zu den besucherstärksten Ausstellungen des Hauses und sei in diesem Jahr besonders gut angenommen worden. „Die Menschen schienen nach der Schließung im Frühjahr richtig ausgehungert nach Kunst und Kultur zu sein.“ Schade sei, dass ein weiteres Highlight nicht stattfinden könne: Die Ausstellung „Klasse Kunst“, an der zehn Schulen mit 15 Projekten teilgenommen hätten, lockte insbesondere junges Publikum ins Haus – voriges Jahr mehr als 1000 innerhalb einer Woche. „Das wäre in diesem Jahr so nicht möglich gewesen.“ Die offizielle Eröffnung war bereits abgesagt. Nun werde schnell reagiert – und die Schulprojekte über soziale Netzwerke und die Website präsentiert.

Gregor Ahlmann, Museumsdirektor Schloss Burg: „Sämtliche Veranstaltungen im Monat November sagen wir ab, so auch den Adventsbasar.“ Schloss Burg und sein Museum sei in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie von Einzelbesuchern und Familien gut frequentiert worden. „Dadurch, dass in diesem Jahr aber keinerlei Veranstaltungen möglich waren, ist die Gesamtbesucherzahl massiv gesunken. Wir würden uns freuen, wenn Schloss Burg zur Weihnachtszeit wieder öffnen könnte.“

Nicole Scheda, Leiterin LVR-Industriemuseum: Die Schließung sei bedauerlich, gerade weil es ein sehr gutes Hygienekonzept und große Hallen gebe. „Aber wir haben ja schon einmal eine Schließung hinter uns gebracht.“ Im Museum werde während der Schließung weiter gearbeitet. „Als Wissenschaftler denken wir nicht nur im Hier und Jetzt, sondern planen Ausstellungen, die in drei Jahren zu sehen sein werden.“

Dr. Sixt Wetzler, Leiter Klingenmuseum: „Die erneute Schließung ist frustrierend, aber dennoch stehen wir hinter den Maßnahmen. Der Kampf gegen die Pandemie benötigt unser aller Einsatz.“ Auch die Kulturinstitutionen müssten das in ihrer Macht stehende tun, um auf eine Verbesserung der Lage hinzuarbeiten. Konkret sei die Eröffnung der Sonderausstellung „Es fing ganz harmlos an – Die Sammlung Jochen Amme“ am 28. November betroffen. Sie wird digital auf der Homepage eröffnet. In der Zeit der Schließung werde mit Hochdruck an der Digitalisierung der Sammlung gearbeitet.

Jürgen Kaumkötter, Direktor Zentrum für verfolgte Künste: „Die einschneidenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie retten Leben. Das müssen wir uns immer bewusstmachen. Wir müssen solidarisch sein.“ Im Frühjahr habe man entschieden, dass die Herbst-/Winterausstellung ein solides virtuelles Fundament bekommen soll. „Wir nennen es das offene virtuelle Museum und konnten tatsächlich die erste Online-Ausstellung für die Vereinten Nationen umsetzen.“ Die Schau „Sieben Orte in Deutschland“ wird am 9. November digital eröffnet (| ausführlicher Bericht folgt). „Das Museum an sich ist im November zwar geschlossen, wir sind aber mit unseren Inhalten durch diese multimediale Ausstellung international präsent.“ Überdies werde „Kriegs:Ende. Repräsentationen des Unsagbaren in der Kunst“ vorbereitet. „Wir hoffen sehr, im Dezember wieder Besucher bei uns im Museum begrüßen zu können.“

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