Museum würdigt 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Jürgen Kaumkötter und sein Team bauen die Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern für Ausstellungen aus. Foto: Christian Beier
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Jürgen Kaumkötter und sein Team bauen die Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern für Ausstellungen aus.

Zentrum für verfolgte Künste legt Jahresprogramm für 2021 vor

Von Philipp Müller

Das Zentrum für verfolgte Künste legt jetzt das Jahresprogramm für 2021 vor. Dabei bringt sich das Museum auch ins Gedenkjahr zu 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ein. Das soll sehr lebendig werden, betont Zentrumsdirektor Jürgen Kaumkötter. So wird es im Oktober eine Kochshow in Verbindung mit einer Lesung geben, die Termine sind noch in Planung, „Die Autorinnen und Autoren sollen wechselseitig lesen oder kochen, und wir servieren die Speisen und Getränke dazu“, erklärt Kaumkötter. Die Aktion werde neben Solingen auch in anderen Museen gezeigt.

Doch das Jahresprogramm ist auch davon geprägt, Nichtgezeigtes aus 2020 in diesem Jahr der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Schau „Écraser l’infâme! Zerstört die Niedertracht“ mit Werken von Künstlern, die Kunst im Konzentrationslager schufen, kommt nach Solingen. Kaumkötter hat dazu die Sammlung der Gedenkstätte Sachsenhausen kuratiert. Das wird durch eine Ausstellung des geplanten Max-Leven-Zentrums ergänzt. Unter dem Titel „ . . . um laut zu sagen: Nein.“ wird der vielfältige Widerstand in Solingen gegen das Naziregime zwischen 1933 und 1945 aufgearbeitet. Beide Ausstellungen sollen am 8. Mai eröffnet werden.

Zum Roman von Boris Lurie „Das Haus von Anita“, der 2008 fertiggestellt wurde und mit vielen Metaphern die Nazigräuel aufarbeitet, zeigt das Zentrum ab dem 8. Mai Zeichnungen von Lurie. Boris Lurie verarbeitet im Buch genau wie in seinen Bildern die KZ-Erfahrungen und fragt mit schockierender Eindringlichkeit nach der Bedeutung der Kunst nach dem Holocaust.

Im Herbst kommt mit Manaf Halbouni ein Shooting-Star der Kunstszene nach Solingen. Im Rahmen des Museumsjahrs des Landschaftsverbands Rheinland „Alles in Bewegung“ wird Halbouni die noch im Entstehen befindliche Aktionskunst „Zone“ zeigen. Neben dem Zentrum werden auch weitere Plätze in Solingen und voraussichtlich im Städtedreieck Orte der Kunst mit Installationen und Projektionen werden.

Kaumkötter betont, das laufende Museumsjahr sei auch Ausdruck vieler Kooperationsprojekte, die die Bedeutung des Zentrums verdeutlichten. So sind die Galerie Zilberman, der Kulturfonds NRW, das Projekt „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, die Boris Lurie Art Foundation, der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen, die Kulturstiftung des Bundes, das Galicia Jewish Muzeum Krakau, Kulturparlament und Morgner Haus Soest Partner der Ausstellungen.

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