Offener Museumstag

Museum: Bild Oscar Zügels wird vor Publikum restauriert

Die Restaurateurin Marielena Buonaiuto zeigte ein Beispiel aus der Praxis. Direktor Jürgen Kaumkötter hielt einen Vortrag. Foto: Christian Beier
+
Die Restaurateurin Marielena Buonaiuto zeigte ein Beispiel aus der Praxis. Direktor Jürgen Kaumkötter hielt einen Vortrag.

Das Zentrum für verfolgte Künste nahm den Betrieb mit Publikum mit einem offenen Museumstag wieder auf.

Von Julia-Catharina Wodara

Solingen. Die bislang ausschließlich online präsentierte Kunstausstellung „und laut zu sagen: Nein.“ des Zentrums für verfolgte Künste kann ab jetzt auch vor Ort im Museum erlebt werden. Doch jetzt ist der Besuch möglich. Mit einem speziellen Museumstag bot das Zentrum dazu die Gelegenheit.

Bei der Eröffnung vor Ort gab es ein interaktives Programm aus thematisch vertiefenden Kurzführungen, einem Impulsvortrag des Museumsdirektors Jürgen Joseph Kaumkötter und der Vorsitzenden des Max-Leven-Zentrums Daniela Tobias zur Kunst im Konzentrationslager.

In Zusammenarbeit mit der Professur für Neueste Geschichte und Historische Migrationsforschung der Universität Osnabrück, Museum und Gedenkstätte Sachsenhausen, der Boris Lurie Art Foundation und der Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum werden seit dem digitalen Start am 8. Mai insgesamt drei Ausstellungen gezeigt, die Kunst- und Lokalgeschichte thematisch unter dem Punkt „Widerstand gegen das NS-Regime“ zusammenbringen.

Solingen: Besucher erfuhren den Wert der Arbeit des Restaurierens

Die Besucher erlebten auch einem Einblick in die Arbeit der Restauratorin Marielena Buonaiuto. Bis zu drei Stunden konnte man ihr bei der Oberflächenreinigung eines Gemäldes des ausgestellten Künstlers Oscar Zügel zusehen. Insgesamt war es für Buonaiuto jedoch ein rund sechsstündiger Arbeitsprozess, bei dem der angesammelte Schmutz und Staub mit einem Lösungsmittel vorsichtig abgetragen und dem Gemälde so ein „neuer Glanz“ verliehen wurde.

Die Bedeutung dieser ansonsten eher im Hintergrund stattfindenden Arbeit wurde vor allem in einem Dialog über den Wert künstlerischer Archivarbeit offenbart, in dem die Volontärin Hanna Sauer und die freie Mitarbeiterin Johanna Jurgschat neben dokumentarischen Nachlässen auch den Werkbestand und seinen dementsprechenden Erhalt als wichtigen Teil einer „zukunftsorientierten Aufarbeitungs- und Erinnerungsarbeit“ betonten. Trotz der höchsttechnischen Vorgehensweise hat Buonaiuto bei ihrer Arbeit so vor allem auch den Kontext eines jeden Gemäldes im Blick: „Ich sehe immer die Person, Intention und Geschichte eines Werkes, das kann man nicht vom Technischen trennen.“

Deshalb käme ihr zwar auch eine hohe Verantwortung entgegen. Jeder einzelne Schritt der Restaurierungsarbeit sei sorgfältig erforscht, wird individuell an jedes Gemälde angepasst.

Neben der Sammlung und dem Erhalt seiner Gemälde, beherbergt das Museum außerdem 370 Ordner dokumentarischer Nachlässe Zügels. Eine Auswahl derer, einschließlich Arbeitsutensilien, Postkarten und Stammbäumen, wurde für die Ausstellung ausgelegt; authentische Dokumente anderer Künstler und Künstlerinnen ziehen sich ebenfalls durch das Museum.

Biografische Installationen und detaillierte Ausführungen zu künstlerischen und historischen Einflüssen in der Ausstellung vervollständigen den Einblick in damalige Versuche, sich der Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus zu widersetzen.

Ausstellung

„Boris Lurie. Das Haus von Anita“läuft bis zum 1. August; „Éraser l’infâme! Künstler und das Konzentrationslager“ bis zum 12. September; „und laut zu sagen: Nein.“ bis zum 14. November. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr; öffentliche Führungen immer sonntags zwischen 11.15 und 14.30 Uhr. Eintrittspreise: regulär 9 Euro, ermäßigt 4,50, freier Eintritt für Personen unter 18. Anmeldung, 2 58 14 18, erforderlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Polizei rollt 30 ungeklärte Morde auf
Polizei rollt 30 ungeklärte Morde auf
Polizei rollt 30 ungeklärte Morde auf
Seniorin bestohlen und geschubst
Seniorin bestohlen und geschubst
Seniorin bestohlen und geschubst

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare