Ausstellung

Museum bietet eine Reise in die Neuzeit der Klingenstadt

Dr. Sixt Wetzler (l.) und Franz Haug haben viele Pläne für das Deutsche Klingenmuseum. Hier zeigen sie eine in Solingen gefertigten Degenklinge aus dem 17. Jahrhundert. Foto: Christian Beier
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Dr. Sixt Wetzler (l.) und Franz Haug haben viele Pläne für das Deutsche Klingenmuseum. Hier zeigen sie eine in Solingen gefertigten Degenklinge aus dem 17. Jahrhundert.

Im Deutschen Klingenmuseum ist eine besondere Ausstellung im Jubiläumsjahr 2024 geplant.

Von Stephanie Licciardi

Solingen. Mit seinen 78 Jahren geht Franz Haug nicht nur seinem Amt als Vorsitzender des Vereins der Freunde des Deutschen Klingenmuseums nach, sondern setzt sich auch für die Belange des Museums ein. Der Vorsitzende spricht gerne von der Zukunft des Museums. „Den Ort lebendiger gestalten“ nennt Haug das. „Ich höre oft, dass das DKM ein Identifikationsort ist. Aber de facto kommt kaum einer hierher.“

„Hier im Museum lagern noch Material- und Wissensschätze.“
Dr. Sixt Wetzler, Museumsleiter

2024 steht ein besonderes Jahr für das Deutsche Klingenmuseum (DKM) an. „Das Museum blickt 2024 auf sein 120-jähriges Bestehen“, erzählt er. Doch damit nicht genug, auch die Stadt Solingen feiert ihr 650-jähriges Bestehen in dem Jahr und der Freundeskreis wird 70 Jahre alt.

Zeit also, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und gleichzeitig einen Schritt in Richtung Zukunft zu wagen. Die Neukonzeption des DKM liegt nicht nur dem Vorsitzendem Franz Haug am Herzen, sondern auch Dr. Sixt Wetzler, dem neuen Leiter des DKM. „Wir haben in den letzten Jahren deutlich gezeigt, dass wir auch in Übergangsphasen Akzente setzen können.“ Auch wenn aufgrund der Pandemie das Museum zurzeit auf Sparflamme laufe, hat das Museum seine Pforten geöffnet. „Wir wollten die Schotten trotz Corona nicht ganz dicht machen“, berichtet Sixt Wetzler.

Auch erste Planungen Richtung Jubiläumsjahr setzt das Team um Dr. Isabell Immel, Sixt Wetzler und Franz Haug bereits um. „Hier im Museum lagern noch die ein oder anderen Material- und Wissensschätze. Diese möchten wir 2024 den Solingern zugänglich machen.“

Unter dem Titel „Me fecit Solingen“ plant das DKM eine besondere Ausstellung und „kompakte Wissensbündelung“, die die Kunst der Waffenschmiede des 16. und 17. Jahrhunderts näher beleuchten soll. Zugleich soll auch ein Blick auf die Geschichte der Klingenstadt in der frühen Neuzeit geworfen. „Die Geschichte der Stadt im 19. Jahrhundert ist ja weitestgehend bekannt. Nun geht es darum, einen Blick auf die Jahrhunderte davor zu werfen“, so Wetzler.

Im Depot katalogisiert Wolfgang Peter-Michel die Exponate und erfasst sie digital. Der Historiker und Waffenexperte teilt die Klingen und Waffen nach Entstehungszeit und Herstellungsart sowie Gattung ein. Auch die Markenfrage spielt dabei eine Rolle. „Einige Schmiede benutzten Marken, die auf den Waffen und Klingen geprägt ist“, weiß Museumsleiter Wetzler. Mitunter sei es schwierig, diese Marken einem bestimmten Schmied zuzuordnen. „Manchmal vererbten Schmiede ihre Symbole an die nächste Generation oder verkauften diese weiter.“

Weitere Exponate wird die Stadtsparkasse Solingen dem Museum im November übergeben. Zudem ist eine Kooperation mit dem Stadtarchiv geplant. „Mit Unterstützung von Archivar Ralf Rogge werden wir nach und nach die Ausstellung realisieren und die Geschichte Solingens beleben.“ Der neue Blick auf die Stadtgeschichte ist nach Meinung von Vorsitzenden Haug eine „tolle Chance“. „Hier muss nicht nur eine Interaktion stattfinden, zudem hoffen wir auch, dass wir mit „Me fecit Solingen“ sowie der Neuausrichtung des Museums mehr Besucher generieren und mit der Ausstellung auch über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus ein Zeichen setzen können“, so Haug.

Deutsches Klingenmuseum

Geburtsjahr: Im Jahr 1904 wurde im Stadtteil Gräfrath die „Fachschule für die Stahlwaren-Industrie“ gegründet. Ziel war es, Handwerkern und Arbeitern eine gestalterische Zusatzausbildung in der Stahlwarenindustrie anzubieten.

Slogan: „Me fecit Solingen – Ich wurde in Solingen gemacht“ steht für den Vorläufer des heutigen „Made in . . .“ und spiegelt die Solinger Traditionskunst und Industriegeschichte wider. Waffen, Schwerter und Klingen, die in der frühen Neuzeit diese Prägung trugen, waren weltweit begehrt.

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