Zusammenarbeit

Museen planen Themenjahr „Alles in Bewegung“

Remscheids Werkzeugmuseum wird die Exportgeschichte des Holzbeitels darstellen , erklärt Leiter Dr. Andreas Wallbrecht. Foto: Michael Schütz
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Remscheids Werkzeugmuseum wird die Exportgeschichte des Holzbeitels darstellen , erklärt Leiter Dr. Andreas Wallbrecht.

Arbeitskreis auf Bergischer Ebene vereint immer mehr Kultureinrichtungen.

Von Philipp Müller

Die Museen im Bergischen Land setzen im kommenden Jahr auf ein gemeinsames Thema: „Alles in Bewegung“. Ab März 2021 sind dann 20 Kultureinrichtungen im Arbeitskreis Bergische Museen aktiv vereint und wollen gemeinsam mehr Besucher erreichen. Das neue Themenjahr wurde bei einem Treffen im Museum auf der Hardt der Archiv- und Museumsstiftung in Wuppertal beschlossen.

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Im Frühjahr 2019 schlossen sich die ersten elf bergischen Museen im Arbeitskreis Bergische Museen zusammen. Gefördert wird dies vom Landeskulturministerium und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR).

Wie ist das Anfangsjahr verlaufen?

Jürgen Kaumkötter, Direktor des Solinger „Zentrums für verfolgte Künste“ wird die Bewegung von sieben Künstlern zeigen.

Die elf Museen stellten in kurzer Zeit das aktuell noch laufende Themenjahr „Ganz viel Arbeit“ auf die Beine. Das belege auch den Sinn der Kooperation, erklärt Dagmar Thiemler vom LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen: Durch die Vielfalt der Museen hätten dem gemeinsamen Thema „Ganz viel Arbeit“ so viele Facetten abgewonnen werden können, wie es ein einzelnes Haus nicht könne.

Schloss Burg wird das Thema „Alles in Bewegung“ mit einer Außen-Installation im kommenden Jahr umsetzen.

Welchen Sinn sehen die Museen in der Kooperation?

Der Kontakt zu den Kollegen, der Austausch zwischen den Häusern, die gegenseitige Bewerbung und die dadurch gewonnene breitere Öffentlichkeit und Präsenz war für Dr. Andreas Wallbrecht, Leiter des Deutschen Werkzeugmuseums in Remscheid, das Wichtigste an der bisherigen Zusammenarbeit. Birte Fritsch, Kuratorin vom Zentrum für verfolgte Künste Solingen, ist gespannt, „wie wir unsererseits eine weitere, vielleicht gar in weiten Teilen andere Perspektive einbringen können.“ Wallbrecht verweist darauf, dass der erste Erfolg jetzt fast zu einer Verdopplung der Museumszahl auf 20 Akteure führe, die sich 2021 beteiligen werden.

Was erwartet die Besucher bei „Alles in Bewegung“?

Generell gilt dies: Ab März 2021 dürfen sich Besucher der Bergischen Museen von Velbert bis Nümbrecht auf vielfältige Angebote freuen, unter anderem Sonderausstellungen, Vorträge und Konzerte, digitale Events, Aktionstage sowie Rad- und Wandertouren. So sollen die vielfältigen Geschichten des Bergischen Landes unter dem Motto „Alles in Bewegung“ veranschaulicht werden, die Besucher selbst bewegt werden.

Was wollen die Museen anbieten?

In der Solinger Gesenkschmiede Hendrichs wird das Industriemuseum Arbeitswege zum Themenjahr aufbereiten.

Im Werkzeugmuseum in Remscheid werde das Holzwerkzeug Beitel eine zentrale Rolle spielen. Es soll gezeigt werden, wo und wer die einzelnen Ausstellungsstücke hergestellt hatte. Das Thema Bewegung spiegele sich in den Antworten auf die Frage, wohin wurden die Werkzeuge exportiert, wo wurde damit gearbeitet, erklärt Dr. Wallbrecht. Schloss Burg steht im kommenden Jahr vor der Situation, dass große Bereiche des Museums durch die laufende Sanierung geschlossen sein werden. „Es wird daher eine Installation im Außenraum werden“, erklärt Gregor Ahlmann vom Schlossbauverein. Das Solinger Industriemuseum will das Thema Arbeitswege in den Mittelpunkt stellen. „Im Moment sind wir dabei, das Projekt konkreter zu planen“, berichtet Dagmar Thiemler. Im Zentrum für verfolgte Künste will man das gemeinsame Thema der Bergischen Museen ebenfalls umsetzen. Alle machten 2021 ein Themenjahr zum Thema Mobilität und die große Ausstellung „Zerstört die Niedertracht“ visualisiere mittels eines GIS-Systems die Lebenswege von sieben Künstlern, erläutert Zentrumsdirektor Jürgen Kaumkötter.

Wie geht es weiter?

Der Arbeitskreis wird vom Oberbergischen Kreis organisiert. Von dort werden die Anträge auf Weiterfinanzierung gestellt. Der Sitz ist auf Schloss Homburg.

Arbeitskreis Bergische Museen

Auswahl der Museen: Schloss Burg, Deutsches Werkzeugmuseum in Remscheid, Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen, Zentrum für verfolgte Künste in Solingen, Freilichtmuseum Lindlar, Museum und Forum Schloss Homburg in Nümbrecht, Bergische Museumsbahnen und Manuelskotten in Wuppertal, Museum Plagiarius in Solingen und der Zeittunnel Wülfrath

Infos: Der Arbeitskreis bietet einen Überblick über Teilnehmer und Aktionen: www.bergischemuseen.de

In warmweißem LED-Licht wird die Burg nach der Sanierung komplett erstrahlen. Fachleute, die die neue Burg planen, schauten sich das Konzept jetzt an. 

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