Kultur

Museen in Solingen bereiten sich auf die Öffnung vor

Der Direktor des Zentrums für verfolgte Künste, Jürgen Kaumkötter, und die neue Kuratorin Birte Fritsch sichten den Nachlass von Oscar Zügel.Foto:Christian Beier
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Der Direktor des Zentrums für verfolgte Künste, Jürgen Kaumkötter, und die neue Kuratorin Birte Fritsch sichten den Nachlass von Oscar Zügel.

Kunstmuseum Solingen und Zentrum für verfolgte Künste nutzen die Zeit der Schließung für Konzepte.

Von Philipp Müller

Donnerstag kam die wichtigste Nachricht für die beiden Museen im ehemaligen Gräfrather Rathaus aus Berlin. Sie sollen wieder öffnen dürfen. Den genauen Fahrplan muss jetzt die Landesregierung noch in ein Konzept gießen. Es wird anders werden. Hygiene- und Abstandsregeln werden auch für das Solinger Haus gelten. Das gibt aber jetzt eine Perspektive und wieder Planungssicherheit für kommende Ausstellungen in Pandemie-Zeiten.

Im Zentrum für verfolgte Künste herrschte mit der durch die Corona-Schutzverordnung bedingten Schließung zunächst eine Schockstarre. Die hat sich längst gelöst. Zwar wurde das Ausstellungsprogramm komplett über den Haufen geworfen, aber das Team um Direktor Jürgen Kaumkötter nutzt die Zeit für die Aufarbeitung des Depots und eine Neustrukturierung verschiedener Räume. Zugleich bereitet sich das Zentrum auf die Wiedereröffnung vor. Diese wird mit der Ausstellung „Isolation“ die Erlebnisse regionaler Künstler in den Corona-Zeiten aufarbeiten. „Da haben wir schon sehr interessante Bewerbungen bekommen“, erzählt Kaumkötter.

Im Haus ist auch das Kunstmuseum der Stadt Solingen angesiedelt. Dessen Direktorin Gisela Elbracht-Iglhaut schaut auch erwartungsfroh auf die neue Öffnung des Museums. „Unsere ehrenamtlichen Helfer können es kaum erwarten“, berichtet sie. In diesem Monat werde die vertagte Jury-Sitzung zur Auswahl der Künstler stattfinden, die in der Bergischen Kunstausstellung im Herbst gezeigt werden sollen.

Auch der Preisträger des Bergischen Kunstpreises werde dabei ermittelt. An anderer Stelle sei jetzt aber Improvisation gefragt. Das museumspädagogische Angebot für Schüler im Museum soll in die Schulen selbst getragen werden. Dazu sei sie bereits mit den Kooperationsschulen des Museums im Gespräch.

Das Zentrum für verfolgte Künste nahm sich in den vergangenen Tagen auch des Depots an. Darin findet sich beispielsweise der komplette Nachlass des Künstlers Oscar Zügel. Die neue Kuratorin des Museums, Birte Fritsch, will erreichen, dass das Depot auf Dauer auch digital zur Verfügung steht.

„Die Schau ,Isolation‘ wird ein spannender Start.“
Jürgen Kaumkötter, Direktor Zentrum für verfolgte Künste

Eine leichtere Übersicht des Bestands des Museums soll auch der wissenschaftlichen Arbeit im Museum dienen. Direktor Jürgen Kaumkötter opfert dafür einen Teil der Abteilung Grafik im ersten Geschoss. Dort wird die Literatursammlung aus der Bürgerstiftung beispielsweise mit einem Griff zur Verfügung stehen.

Außerdem entstehen Arbeitsplätze für Wissenschaftler mit entsprechender moderner digitaler Ausstattung. Auch der Meistermann-Saal soll renoviert werden. Das verschiebe man aktuell aber, erklärt der Direktor, denn nun stehe zunächst der Neustart mit der Aktion „Isolation“ an.

Diese soll schon über das laufende Wochenende vorbereitet werden, denn es sei nicht ausschließen, dass das Museum bereits kommenden Dienstag seine Pforten öffnen könne. Die Ausstellung mit Werken von Künstlern aus der Region wird dabei als wachsender Prozess verstanden, Werk um Werk soll den Start ergänzen und alles auch digital dargestellt werden. „Wir werden mit ,Isolation‘ einen spannenden Start hinlegen“, ist der Direktor sicher.

Das Kunstmuseum wartet auch auf Details zur Öffnung. Wenn möglich, sollen auch wieder Konzerte stattfinden, betont Direktorin Elbracht-Iglhaut mit dem erwartungsvollen Seitenblick nach Düsseldorf in die Staatskanzlei.

Projekt Isolation

Das Zentrum für verfolgte Künste hatte Künstler aus der Region aufgerufen, ihre Corona-Erlebnisse als Projekt darzustellen. Die Ausstellung soll mit dem ersten Wiedereröffnungstag gezeigt werden. „Aber sie soll wachsen“, erklärt Direktor Jürgen Kaumötter. Er plant einen laufenden Dialog der Corona-Kunst mit den Werken aus den Sammlungen des Museums in Gräfrath.

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