Großveranstaltung

Brückenfest: Der Aufbau hat so seine Tücken

Besprechung vor Ort (v. l.): Timm Kronenberg, Johannes Brüls, Joachim Radtke und Dirk Pohl bei den Aufbauarbeiten.
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Besprechung vor Ort (v. l.): Timm Kronenberg, Johannes Brüls, Joachim Radtke und Dirk Pohl bei den Aufbauarbeiten.

125 Jahre Müngstener Brücke: Großveranstaltung im Naturschutzgebiet stellt die Macher vor besondere Herausforderungen.

Von Jonathan Hamm

Solingen. Die Vorbereitungen zur Geburtstagsfeier laufen auf Hochtouren. Alles muss perfekt sein – schließlich wird man nur einmal 125 Jahre alt. Eingeweiht wurde das Geburtstagskind, die 107 Meter hohe Müngstener Brücke, am 15. Juli 1897. Für solch ein großes Bauwerk muss es natürlich auch eine große Feier geben. Und die steigt am Wochenende.

War der Trubel rund um die Brücke in den vergangenen Wochen vor allem der Frage nach ihrem wahren Erbauer geschuldet, so begannen nun im Brückenpark am Donnerstag die Aufbauarbeiten für das Fest am Wochenende. Bei mehr als 30 Grad und strahlender Sonne fing die Firma Latteyer am Morgen mit dem Aufbau an.

Planungen laufen seit September 2021

Die Vorbereitungen für die Feier reichen jedoch weit zurück – bis in das letzte Jahr. Man plane die Veranstaltung seit September, berichtet Joachim Radtke, Abteilungsleiter beim Solinger Stadtmarketing. „Am 3. Juni wurde das Programm entschieden, und seitdem sind wir in der Umsetzung – von morgens bis abends.“

Für die Mitarbeiter des Dienstleisters für Veranstaltungstechnik gab es einiges zu tun: Mobile Toiletten wurden aufgestellt, Zelte aufgeschlagen, Licht und Beschallung wurden installiert und eine Bühne aufgebaut – die technisch ausgefeilt ist. Die Besonderheit: „Das ist eine Trailerbühne“, erklärt Veranstaltungsmeister Dirk Pohl. Das bedeute, dass die Bühne in einem Auflieger für einen 40-Tonner integriert ist.

„Es ist aufwendig. Hier ist ja so gut wie keine Infrastruktur.“

Johannes Brüls

Der Vorteil: Diese Art von Bühne könne in kürzester Zeit von wenigen Personen auf- und auch wieder abgebaut werden. „Das schont Ressourcen beim Personal“, sagt Johannes Brüls, Geschäftsführer der Firma Latteyer. Trotz der kompakten Bauweise biete die Bühne eine Menge Platz. Mehr als 100 Personen passen auf die Bühne. „Die ist 12 mal 10 Meter, weil ja ein ganzes Symphonie-Orchester darauf Platz haben muss.“

Doch nicht nur die Bergischen Symphoniker, auch Dutzende Mikrofone müssen am Samstag dort stehen. Eine technische Herausforderung. „Hier kommen an die 60 Musiker auf die Bühne, und fast jeder kriegt für sein Instrument ein eigenes Mikrofon.“ Das sei notwendig, um die Musik möglichst natürlich rüberzubringen und ihr einen klassischen Charakter zu verleihen. „Es soll ja kein Rockkonzert werden“, erklärt er lachend. Das Konzert der Bergischen Symphoniker ist bereits ausverkauft.

„Geplant sind 620 Stühle“, sagt Brüls. Damit alles beim Aufbau schnell geht und reibungslos abläuft, fließe viel Zeit in die Vorbereitung. Dabei galt es für die Planer in den vergangenen Monaten, einige Herausforderungen zu bewältigen. Denn das Tal, in dem sich der Brückenpark befindet, sei kein typisches Veranstaltungsgelände: Wenig Infrastruktur, in einer Sackgasse gelegen – und mitten im Naturschutzgebiet. Aspekte, die berücksichtigt werden mussten.

„Das Drumherum ist schon aufwendig. Es ist ja so gut wie keine Infrastruktur hier“, stellt Johannes Brüls fest. „Den Naturschutz halten wir natürlich ein“, versichert Dirk Pohl. „Es gab einen externen Gutachter, der ein Vogelgutachten erstellt hat“, erläutert er. „Es ist eine schwierige ‚Location‘, die einer besonderen Beachtung bedarf“, sagt Timm Kronenberg und bezeichnet die Lage sowohl als „wunderschön“ als auch „technisch schwierig“.

Zahlreiche Behörden aus Remscheid, Wuppertal und Solingen seien involviert gewesen. Die städteübergreifende Kooperation aber habe ihn beeindruckt. „Das hat super geklappt in jeder Beziehung“, freut er sich. „Die Zusammenarbeit mit den anderen Städten war absolut wunderbar auf Augenhöhe.“

Verkehr

Die Feierlichkeiten beginnen am Samstag mit dem Start der Six-Bridges-Rally. Am Abend treten die Symphoniker auf. Sonntag ist Familientag. „Es gibt fast keine Parkplätze“, betont Joachim Radtke. Die Anreise solle mit Bus oder Bahn, Fahrrad oder zu Fuß erfolgen.

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