Müngstener Brücke bis Dezember gesperrt

Die bestehende Stahlkonstruktion der Fahrbahnbrücke wird durch eine Schweißkonstruktion ersetzt. Der Austausch gestalte sich aufwändiger als gedacht, teilte die Bahn gestern mit. Fotos: Roland Keusch

VERKEHR Bau dauert halbes Jahr länger. Bahn: Austausch ist aufwändiger als gedacht.

Von Gerhard Schattatund Jörn Tüffers

Für Solingen und die Bahnreisenden sind das extrem schlechte Nachrichten, die Michael Käufer von der DB Netz AG im Haus Müngsten gestern verkündete: „Die Bauarbeiten auf der Müngstener Brücke dauern voraussichtlich bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember.“ Die Montage der neuen, bis zu 22 Tonnen schweren Brückenteile nehme deutlich mehr Zeit in Anspruch.

Erst während der laufenden Arbeiten an der Brücke, die 1897 in Betrieb genommen wurde, sei sichtbar geworden, dass die einzelnen Arbeitsschritte aufwändiger und schwieriger seien als vorhergesehen. Damit ist die ursprünglich geplante Öffnung am 28. Juni hinfällig. DB Netz „bittet Anwohner und betroffene Fahrgäste um Verständnis für die Verzögerung“. Mehrere hundert Pendler sind seit April vergangenen Jahres auf Busse angewiesen.

Ursprünglich sollten die Züge schon im November 2013 fahren

DER BAUBAUARBEITEN Die DB ersetzt die Stahlkonstruktion der Fahrbahnbrücke durch eine moderne Schweißkonstruktion. MATERIAL 700 Tonnen Stahl werden verarbeitet und zu 15 Meter langen Elementen zusammengeschweißt. Bei Schaberg werden die Stahlteile eingesetzt und auf der Brücke montiert.Solingens Planungsdezernent Hartmut Hoferichter sagte auf ST-Anfrage, die Verzögerungen bei der Sanierung „werden immer ärgerlicher“. Er frage sich, ob die Bahn den Ablauf der Arbeiten richtig eingeschätzt habe. Denn: Eine Verschiebung von einem halben Jahr bei einer ursprünglichen Bauzeit von 14 Monaten mache ihn stutzig: „Wir reden ja nicht nur von ein paar Wochen.“ Ursprünglich sollte die Strecke von Solingen nach Remscheid schon im vorigen November wieder freigegeben werden.

Zu einer möglichen Kostensteigerung sagte Käufer: „Wir haben eine fertige Brücke für 30 Millionen Euro bestellt. Mehr gibt es nicht.“ Er rechnet jedoch damit, dass die beteiligten Baufirmen nachverhandeln wollen. Nach dem Abschluss der Sanierung soll das 117 Jahre alte Bauwerk für weitere 25 bis 30 Jahre dem Personenverkehr zur Verfügung stehen.

Hoferichter war wie sein Kollege in Remscheid am Montag durch die Bahn informiert worden. Dem könne man fast schon etwas Positives abgewinnen, sagte der Stadtdirektor. Noch vor nicht allzu langer Zeit hätten die Verantwortlichen in den Rathäusern solche Informationen aus der Zeitung erfahren.

Gleichwohl: Aus einer Stellungnahme von Abellio ans Solinger Tageblatt geht hervor, dass die Bahn den Betreiber der Strecke Wuppertal-Remscheid-Solingen bereits in der vergangenen Woche über die Bauverzögerung informiert hatte. Das Unternehmen will nun einen weiteren Schienen-Ersatzverkehr organisieren, „um die Belastung unserer Fahrgäste den Umständen entsprechend so gering wie möglich zu halten“, heißt es weiter. 

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