Entsorgung

Müllabfuhr: Für 195 Straßen in Solingen gelten besondere Regeln

In engen Straßen wie dem Walder Busch reicht der Blick von Fahrer Jörg Blaschke in den Spiegel bei der Rückwärtsfahrt nicht aus. Ein Einweiser muss hinzugezogen werden.Foto: Christian Beier
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In engen Straßen wie dem Walder Busch reicht der Blick von Fahrer Jörg Blaschke in den Spiegel bei der Rückwärtsfahrt nicht aus. Ein Einweiser muss hinzugezogen werden.

Mit einem Rückwärtsfahrkataster wollen die TBS den Vollservice bei der Entsorgung sichern.

Von Andreas Tews

Solingen. Auch künftig will der Entsorgungsbetrieb der Technischen Betriebe (TBS) möglichst alle 1507 Solinger Straßen, Wege und Plätze anfahren. Wo an besonders engen Strecken ein Wenden nicht möglich ist und rückwärts gefahren werden muss, sollen künftig aus Sicherheitsgründen besondere Vorkehrungen gelten. Dies dürfte vor allem für die 195 Straßenabschnitte gelten, die Experten bei der Erstellung eines Rückwärtsfahrkatasters jetzt in die Rubrik „hohe Gefährdung“ eingestuft haben.

Mit dem Kataster wollen die TBS sich und ihre Fahrer rechtlich absichern. Denn nach einer Branchenregel der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung von 2016 muss jeder Straßenabschnitt, auf dem die Entsorgungsfahrzeuge rückwärts fahren, im Hinblick auf die damit verbundenen Gefahren beurteilt werden. Dazu wurden die Solinger Straßen in 4233 Abschnitte unterteilt. Doch auch wenn die Regeln eingehalten werden, könne es Unfälle geben, erklären die TBS, wie 2018 bei einem tödlichen Vorfall in Verl.

Von dem privaten Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management wurden die Solinger Straßenabschnitte erfasst und beurteilt. Besonders für die in der höchsten Gefährdungsstufe eingruppierten Stellen dürften künftig besonders strenge Regeln gelten. Hinzu kommen laut Gutachten acht Abschnitte mit erhöhter Gefährdung.

Zumeist darf dort bereits heute nur rückwärts gefahren werden, wenn Einweiser den Fahrer unterstützen. Dies betrifft nicht nur Engstellen. „Eine hohe Gefährdung ist auch gegeben, wenn sich dort eine Schule, Kindertagesstätte oder ein Altenheim befindet“, erklärt TBS-Teilbetriebsleiter Lutz Emde.

An solchen Stellen könnten relativ kleine Änderungen bei den Abläufen helfen – zum Beispiel, dass die Müllabfuhr zu einem Zeitpunkt kommt, wenn die Schulkinder im Unterricht sind und nicht auf dem Weg zur Schule. Größere Eingriffe wären laut Emde Halteverbote – zum Beispiel einseitig oder auch stundenweise.

Solingen: Der Prozess wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen

Es sei aber nicht auszuschließen, dass einige Abschnitte künftig nicht mehr angefahren werden können. Die Folge wäre, dass betroffene Anwohner ihre Mülltonnen – oft über eine längere Strecke – zu einem Punkt bringen müssen, den die Entsorger besser erreichen können. Emde versichert aber: „Das Ziel ist, so viel Vollservice wie möglich anzubieten.“ Dies wird ein langwieriger Prozess sein. Nach Einschätzung der TBS dürfte es mindestens drei Jahre dauern, bis für alle Abschnitte spezielle Sicherheitsvorkehrungen festgeschrieben sein werden.

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