Zusammenschluss

Moscheevereine gründen den „Kreis Solinger Muslime“

Bei einer Konferenz tauschten sich Mitglieder der Moscheevereine mit OB Tim Kurzbach aus. Foto: Stadt Solingen
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Bei einer Konferenz tauschten sich Mitglieder der Moscheevereine mit OB Tim Kurzbach aus.

Interessen von rund 9000 Solingern sollen in Stadtgesellschaft, Kommunalpolitik und Kultur vertreten werden.

Solingen. Die sieben Solinger Moscheevereine haben sich zum „Kreis Solinger Muslime“ zusammengeschlossen. So sollen künftig die Interessen der etwa 9000 Solinger muslimischen Glaubens in der Stadtgesellschaft, Kommunalpolitik und Kultur besser vertreten werden. Nun stellte sich der neue Arbeitskreis auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) in einer Videokonferenz vor. Mit dabei waren die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Anne Wehkamp, und ihr Kollege Musa Kavalli.

Tim Kurzbach freute sich, dass die Vereine seine Anregung aufgegriffen hatten, einen zentralen Verbund nach dem Vorbild anderer Religionsgemeinschaften zu gründen, oberhalb der Einzelvereine. „Das ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu noch besserer Verständigung der Religionen und Kulturen in unserer Stadt. Nichts geht ohne engagierte Ehrenamtler an der Basis. Es ist aber genauso wichtig, bleibende Institutionen und feste Ansprechpartner zu haben, die für Kontinuität sorgen. So werden Gespräche und Verabredungen erst wirklich verbindlich, verlässlich und dauerhaft.“

Themen und Aufgaben für den Arbeitskreis gibt es genug, wie Kemal Uslu vom Integrations- und Kulturverein Solingen-Mitte sagte. Der Verein und sein Gotteshaus befinden sich an der Konrad-Adenauer-Straße. „Wir wollen das Sprachrohr der Solinger Musliminnen und Muslime sein. Es geht uns aber nicht um theologische Fragen, sondern um soziale und gesellschaftliche Anliegen. Wir bringen die Perspektive der Mitbürgerinnen und Mitbürger muslimischen Glaubens in das Stadtgespräch ein.“

Die Vertreterin der Walder Ditib-Gemeinde, Müjgan Erdogan, wie Uslu in Solingen geboren, konkretisierte: „Die eingewanderte Generation, unsere Eltern und Großeltern, werden zunehmend gebrechlich. Sie finden aber oft nicht die Hilfen, die sie benötigen. Es gibt immer noch kulturelle und sprachliche Barrieren. Das Thema ,Kultursensible Altenpflege‘ gehört auch in Solingen auf die Tagesordnung.“

Dass dies durchaus schon der Fall sei, stellte Anne Wehkamp dar: Solingen beteilige sich an dem Landesförderprogramm „Guter Lebensabend NRW“, das Senioren mit Einwanderungsgeschichte helfen soll, Zugangsbarrieren zu bestehenden Hilfs- und Pflegeangeboten zu überwinden. Sozialamt und Paritätischer Wohlfahrtsverband seien mit im Boot.

Grundsätzlich riet Oberbürgermeister Kurzbach zu geduldiger und ausdauernder Kommunikation: Viele Fragen, die Muslimen am Herzen lägen, bedürften einer breiten gesellschaftlichen Debatte.

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