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Mit dem ST wandern: Durch stille Täler, rauschende Wälder und historische Orte

Der Name der Ortschaft Nacken ist vermutlich auf eine Bodenerhebung zurückzuführen. Nicht weit hinter dem Ort treffen wir auf zwei ganz besondere Bäume. Foto: Andreas Erdmann
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Der Name der Ortschaft Nacken ist vermutlich auf eine Bodenerhebung zurückzuführen. Nicht weit hinter dem Ort treffen wir auf zwei ganz besondere Bäume.

Das ST stellt Wanderrouten vor – Heute führt unser Weg durch das Pilghauser und obere Nacker Bachtal

Von Andreas Erdmann

Solingen. Stille Täler und reizvolle Natureindrücke in abwechslungsreichen Bachlandschaften lassen sich auf unserer heutigen Wanderung durch das Pilghauser und Nacker Bachtal erleben. Zudem treffen wir auf eine Reihe historische Hofschaften und alte Fabrikationsstätten.

Wir starten am Bahnhof Grünewald und folgen dem mit weißem Kreis auf schwarzem Grund markierten Rundweg des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV).

Es geht rechts in die Henckelstraße, vorbei am früheren Areal des Klingenunternehmens Fried. Herder Abr. Sohn –dem heutigen Gründer- und Technologiezentrum – dann links in die Neustraße und am Ende halblinks in die Worringer Straße. Diese führt zum Pilghauser Bach, der für drei Kilometer die Richtung vorgibt. Wer sich für alte Hofschaften interessiert, kann rechts von der Hohlstraße aus einen Abstecher nach Obenpilghausen unternehmen. Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahr 1334, als eine Akte einen Zeugen „Zelis von Pilghusen“ anführt. Der Name könnte von einem Pilgerweg herrühren, der einst das Tal durchquerte und an dem sich Pilger ansiedelten. 1412 erwähnt eine Kirchenurkunde alle drei Haupthöfe. Im Haus Hohlstraße 15 hatte die Firma Herder ihren Ursprung, und auch eine Mühle mit Bäckerei und eine Hofschule befanden sich dort.

Von der Marienstraße biegen wir links in den Strindbergweg ein, der uns bald durch die Felder führt. Weit reicht der Blick entlang des Höhscheider Höhenrückens, und hinter Baumwipfeln taucht der rote Turm der Kirche St. Suitbertus auf. Wir durchqueren Mittelpilghausen. Am Haus 30c vorbei geht es links hinunter zum Bach. Bald führt ein Pfad hinauf in die alte Fachwerkhofschaft Untenpilghausen. Auf der Straße angelangt, halten wir uns links und kommen durch einen Buchenwald. In der abgeschiedenen Landschaft leben zahlreiche Tierarten.

Unterhalb des Wegs, zur Straße Siepen hin, erspähen wir das Fachwerkgebäude des Pilghauser Kottens, der früher Preußkotten hieß. 1854 fertig gestellt, beherbergte die mit Wasserrad betriebene Anlage 16 Schleifstellen im Untergeschoss und zwei Wohnungen im Obergeschoss. Heute ist das Hauptgebäude ausschließlich Wohnhaus.

Der Waldweg führt zu dem kleinen Ort Nöhrenhaus. Schon von Weitem erspäht man den Nöhrenkotten. Der Schleifbetrieb steht am Nacker Bach, kurz vor der Einmündung des Pilghauser Bachs. Nach dem Krieg verfallen, zeigt er sich nun als schmuckes Fachwerk-haus. Beim Umbau wurde das Wasserrad an der rechten Seite entfernt. Wir folgen der Nöhrenhauser Straße kurz bergan, biegen links in den Waldweg. Nun geht es am Nacker Bach talaufwärts. Dabei überqueren wir kleine Wasserläufe wie den Mittelkatternberger, den Nesterkottener und Schaafenmühler Bach. Am Bergrücken gegenüber liegen nacheinander die Orte Delle, Jammertal, Montanushof und Nester Kotten. Bei Schaafenmühle drehte sich einst ein Wasserrad.

Mit dem ST wandern: Nacken wurde schon früh urkundlich erwähnt

Wir nähern uns der Hofschaft Nacken. Dass es sich um einen alten Ort handelt, ersieht man aus frühen urkundlichen Nennungen, wie 1488 „zom Nacken“, 1639 „Auf dem Nacken“ oder 1684 „Peter vom Nacken“. Der Ortsname steht wohl für eine „Bodenerhebung.“ Markant ist das alte Gutshaus Nacken 47. Etwas abseits, am Nacker Berg, stand bis in die Nachkriegszeit der Nacker Kotten, der wegen seines großen Wasserrades mit sieben Metern Durchmesser bekannt war. Nicht weit hinter dem Ort treffen wir links am Weg auf ein ineinander verwachsenes Buchenpaar. Die 250 Jahre alten Bäume sind ein Symbol unter Liebespaaren für „ewige Treue“.

Nach den Häusern Kotter Hammer 1 und 3 biegen wir links in den Wanderweg ein, der zu einer Brücke über den Bach führt. Wir folgen dem Weg am Bach, der zwischen den Ortschaften Heidberg und Kotterheidberg einherführt.

Über die Straße Kotterheidberg geht es zur Wielandstraße, dann links über die Herder- und rechts über die Goethestraße zum Bahnübergang. Wir folgen rechtsum der Kirschbaumer Straße. Die Martin-Luther-Straße führt uns an der Lutherkirche vorbei. Diese wurde 1898 bis 1901 im neuromanischen Stil mit massiven Außenwänden aus Grauwacke errichtet, die ihr ein monumentales Aussehen verleihen. Dazu trägt auch der 85 Meter hohe Vierungsturm bei. Rechts hinter der Kirche erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Tour.

Tour 35

Länge: ca. 9,7 Kilometer

Dauer: ca. 130 Minuten

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer, nach Nöhrenkotten mit Steigungen, auch für Familien mit Kindern geeignet

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk für die längeren Waldpartien

Tipp zum Parken: am Südpark kann man das Auto kostenlos abstellen

Einkehren: Café Art“ an der Grünewalder Straße 5 an, Tel. 65 88 02 80

www.mein-cafeart.de

Tipp: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf:

www.bergisch-bestes.de

Alle Folgen der Wanderserie finden Sie hier.

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