Forum Gesundheit

Mit Bewegung den Gefäßverschluss umgehen

Beantworteten die Fragen: (v. l.) Dr. Kai Straßmann, Dr. Stephan Kochen, Simone Theyßen-Speich (ST) und Dr. Ulrich Jaschke.
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Beantworteten die Fragen: (v. l.) Dr. Kai Straßmann, Dr. Stephan Kochen, Simone Theyßen-Speich (ST) und Dr. Ulrich Jaschke.

Das 52. Forum Gesundheit holte Experten rund um das Thema Venen und Arterien aufs Podium.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am Donnerstagabend drehte sich in der Personalcafeteria des Klinikums alles um das Thema Gefäßerkrankungen. Für das 52. Forum Gesundheit von Solinger Tageblatt und Klinikums Solingen konnte Moderatorin Simone Theyßen-Speich drei medizinische Experten begrüßen, die nach den Kurzreferaten über ihr jeweiliges Fachgebiet für Fragen zur Verfügung standen. Dr. Ulrich Jaschke, Chefarzt der Klinik für Gefäß- und Endovaskuläre Chirurgie am Städtischen Klinikum, Dr. Stephan Kochen, niedergelassener Facharzt für Innere Medizin und Angiologie, und Dr. Kai Straßmann, niedergelassener Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie deckten dabei die breite Handlungspalette vom ersten Gang zum Hausarzt bei Beschwerden bis zum möglicherweise nötigen operativen Eingriff ab.

Straßmann beschrieb zunächst den Zusammenhang zwischen einer Diabetes und daraus folgenden Gefäßerkrankungen: Ablagerungen, hervorgerufen durch zu viel „schlechtes“ LDL-Cholesterin, müssten medikamentös eingedämmt werden, weil ansonsten die Gefahr bestünde, dass sich Gefäße mehr und mehr zusetzten und verstopften. „Diese Basis-Erkrankung bedeutet auch ein erhebliches Risiko, im Laufe der Zeit zum Beispiel einen sogenannten ,Diabetiker-Fuß' zu bekommen“. Durch geschädigte Nervenbahnen würden kleinere Wunden oder Fehlbelastungen nicht früh genug wahrgenommen.

Die zusätzlich durch die Diabetes bestehende schlechte Wundheilung, hervorgerufen etwa durch Ablagerungen in den zuständigen Gefäßen (Makroangiopathie) führe somit oft zu schweren Folgen wie infektiösen Wunden, denen unter Umständen am Ende nur durch Amputation begegnet werden könne.

Erste Symptome sind oft Schmerzen in den Beinen

Aber auch die Diagnostik anderer Gefäßerkrankungen beginnt beim Hausarzt: Kommt ein Patient zum Beispiel mit Schmerzen in den Beinen, wird er nach einschlägigen Untersuchungen und Verdacht etwa auf eine AVK (Arterielle Verschluss Krankheit, auch „Raucherbein“ genannt) oder eine tiefe Venenthrombose zum Facharzt, dem Angiologen, überwiesen. Vielfach könne man mit „intelligentem“ Bewegungstraining, zum Beispiel in Gefäßsportgruppen wie es sie beim OTV gibt, einen diagnostizierten arteriellen Verschluss zwar nicht beseitigen, aber dennoch eine dauerhafte Versorgung des dahinter liegenden Gewebes sicherstellen, erläuterte Dr. Stefan Kochen als Facharzt. „Regelmäßige richtiges Geh- und Lauftraining fördert die Bildung sogenannter Kollaterale, also Umleitungen, durch die dann das nötige Blut hindurchfließen kann.“

Helfen solche Maßnahmen plus einschlägiger Medikamente nicht mehr, kommt die Gefäßchirurgie ins Spiel. „Heutzutage stehen gute Möglichkeiten zur Verfügung, ohne zu große Belastung des Patienten“, sagte Dr. Ulrich Jaschke. Er lobte zudem die gute Vernetzung und schnelle Kommunikation mit den niedergelassenen Kollegen in Solingen.

„Stents in Kombination mit Ballondilatationen, also der Aufdehnung des Gefäßabschnittes an dem eine Stenose vorliegt, stabilisieren die Gefäßwände.“ Außerdem stünde inzwischen mit dem „Ro-
tarex“ einer Art Bohrerfräse, ein Gerät zur Verfügung, das Ablagerungen abtragen könne. „Die Zeit eines stationären Aufenthalts hat sich bei solchen minimal-invasiven Eingriffen auf wenige Tage verkürzt“, sagte er.

Was bei welchem Patienten zum Tagen käme, sei, wie überall in der Medizin, eine Risiko-Nutzen-Abwägung. „Deshalb muss man Behandlung und Therapie auf jeden Patienten mit seinem speziellen Krankheitsbild abstimmen“, erläuterte Jaschke in der anschließenden Fragerunde.

Termine

Für den Herbst sind weitere Veranstaltungen des Forum Gesundheit im Klinikum geplant. Termine stehen noch nicht fest, richten sich auch nach der Entwicklung der Corona-Situation und den Betretungsvorgaben im Klinikum. Sie werden rechtzeitig im ST bekanntgegeben.

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