Besuch im Ittertal

Minister Remmel wirbt fürs Flächensparen

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Mitte) machte sich unter anderem am Buschfeld einen Eindruck von Planungen für Gewerbeflächen.
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NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Mitte) machte sich unter anderem am Buschfeld einen Eindruck von Planungen für Gewerbeflächen.

Johannes Remmel (Grüne) war zu Besuch im Ittertal. Er vermied konkrete Aussagen zu Gewerbegebieten.

Von Andreas Tews 

Gleich zu Beginn seines Besuches im Ittertal stellte NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) klar, dass die Planung von Gewerbegebieten Sache der Kommunen sei. Er machte aber gegenüber Landtagsabgeordneten, Angehörigen der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“, Kommunalpolitikern und Bürgern die grundsätzliche Haltung der Landesregierung deutlich. Die besagt: Ein weiterer großflächiger Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen soll vermieden werden.

Die Bürgerinitiative, die Remmel eingeladen hatte, kämpft gegen die geplanten Gewerbegebiete am Rand des Ittertals. In einem Fall hatten sie Erfolg. Vom Buschfeld als Gewerbefläche hat sich der Stadtrat inzwischen verabschiedet. Keusenhof, Fürkeltrath II und Piepersberg-West stehen aber nach wie vor auf der Agenda. Remmel war zu Besuch am Buschfeld und am Gebiet Fürkeltrath II.

Das Ziel der Landesregierung sei es, den täglichen Verlust an landwirtschaftlichen Flächen zu halbieren, sagte Remmel. Derzeit werden nach seinen Angaben täglich rund zehn Hektar in Gewerbeflächen umgewandelt. Generell sprach sich der Minister dafür aus, dass die Kommunen flächensparend planen. Auch interkommunale Gewerbegebiete befürwortet er.

Änderungen in der Landesplanung wirken sich erst nach Jahren aus

Entsprechend solle die Landesentwicklungsplanung ausgerichtet werden. Dies wirke sich aber erst mit einer Verzögerung von 15 bis 20 Jahren aus.

Die Kommunen müssten sich zwar in diesem rechtlichen Rahmen bewegen. Die Entscheidungen über konkrete Flächen seien aber ihre Sache. Remmel: „Diese Auseinandersetzung müssen Sie in Solingen austragen.“ Grundsätzlich äußerte er Verständnis dafür, dass Kommunen neue Gewerbegebiete schaffen wollen, um ihre Steuereinnahmen zu verbessern.

Dem Ittertal in seiner jetzigen Form bescheinigte der Minister aus Düsseldorf immerhin, dass es für den Artenschutz „ein Schatz direkt vor der Haustür“ ist. Ein Gewässer mit einer Landschaft dieser Art sei eine „Lebensader für die Artenvielfalt“.

Vertreter der Bürgerinitiative, vor allem Christian Robbin, betonten bei dem Treffen wiederholt die ökologische Bedeutung des Ittertals, das die natürlichen Lebensräume der Hildener und Ohligser Heide im Westen mit dem der Wupper im Osten verbindet. Sie hegen Zweifel daran, ob die Gewerbegebiete überhaupt gebraucht werden. Robbin verwies darauf, dass „Fürkeltrath I“ seit 14 Jahren erschlossen sei. Noch hat sich dort keine Firma neu angesiedelt.

Wenig Mut machte Remmel denjenigen, die forderten, die Städte weniger abhängig von der Gewerbesteuer zu machen. Diese Debatte laufe seit Jahrzehnten, sagte der Minister. „Um das zu ändern, müssen Sie das ganz große Rad drehen.“

GEWERBEFLÄCHEN

MANGEL Immer wieder klagen Vertreter der Wirtschaft darüber, dass es in Solingen an größeren zusammenhängenden Flächen für Unternehmenserweiterungen oder Neuansiedlungen fehlt. Planungen gibt es für Gewerbeflächen am Ittertal (Keusenhof, Fürkeltrath II und Piepersberg-West) und oberhalb der Wupper (Schrodtberg). 

BRACHEN Die größte Brache ist mit sechs Hektar das frühere Rasspe-Gelände in Stöcken.

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