Konzert

Miki Kekenj sorgt für eine Prise Promi

Miki Kekenj (hinten) und Max Herre gemeinsam beim „Takeover!“-Konzert. Foto:ChristianAmouzou
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Miki Kekenj (hinten) und Max Herre gemeinsam beim „Takeover!“-Konzert.

Der Violinist der Symphoniker tritt mit Max Herre auf. Einige Stars holt er auch ins Bergische.

Von Melissa Wienzek

Max Mutzke, Bosse, Cassandra Steen, Frida Gold, Curse, Joy Denalane, Namika, Max Herre, Aloe Black – Miki Kekenj kennt sie alle. Eigentlich heißt er Mihalj, aber alle nennen ihn Miki. So auch die Promis. Der 42-jährige Violinist ist nur in seinem „ersten Leben“, wie er es selbst nennt, Bergischer Symphoniker, in seinem zweiten Leben trifft er die Promis der Musikszene hautnah. Manchmal verschmelzen diese beiden Leben miteinander – und das Bergische bekommt eine Prise vom Glanz und Glamour ab.

Gerade ist der Musiker und Arrangeur mit dem Rapper, Singer-Songwriter und Musikproduzent Max Herre unterwegs. Mit dem Ex-Freundeskreis-Hip-Hopper gestaltet Miki Kekenj seine Crossover-Reihe „Takeover!“. Mit dem Takeover!-Ensemble stehen sie am 19. April auf der Bühne der Laeiszhalle in Hamburg. Die freundliche „Übernahme“ feiert nächstes Jahr bereits Zehnjähriges. „Ich schnappe mir dabei einen Künstler und überlege mir, wie ich diese Person in die klassischen Häuser und in die klassische Musik integrieren kann“, erklärt Kekenj. Dabei zeigt er neue Facetten der Musik. Wichtig ist ihm dabei, dass es klassisch klingt, Schlagzeug und E-Bass sind tabu. Und dass sich beide Künstler dabei wohlfühlen. „Ich versuche eine Art der Musik zu finden, bei der wir uns beide nicht verbiegen müssen.“

In der Berliner Philharmonie war Miki Kekenj mit seiner „Übernahme“ schon viermal, in der Elbphilharmonie dreimal. Mit der 866-Millionen-Halle in Hamburg könne das Teo Otto Theater jedoch locker mithalten – was für ein Kompliment für das bergische Schmuckkästchen. „Ganz ehrlich? Die Atmosphäre ist die gleiche, du kommst raus mit der gleichen Energie. Egal, ob Elbphilharmonie oder Teo Otto Theater – ich gehe nicht anders raus.“ Schmelztiegel ist Essen – dort startet jede Premiere. Kein Wunder, dass der Musiker mittlerweile das Who-is-who der Szene kennt.

„Max Herre ist introvertierter als man meint.“

Miki Kekenj

An Max Herre kam Miki Kekenj über dessen Frau Joy Denalane. Mit der charismatischen Soulsängerin war er lange unterwegs – und holte sie auch zu „On Fire!“ mit den Symphonikern. Auf Schloss Elmau probten Max Herre und Miki Kekenj drei Tage intensiv und gaben am Ende ein Testkonzert. Das lief so gut, dass eine „Takeover!“-Tournee geplant wurde.

Wie ist Max Herre denn so? „Sehr sympathisch, ein ganz netter Mensch. Und ein intellektueller Rapper, der sehr belesen ist und natürlich auch eine politische Meinung hat“, sagt der 42-Jährige. „Aber: Er ist introvertierter als man meint. Das hätte ich von einer Bühnenperson nicht gedacht.“

Die nächsten Promi-Projekte sind schon geplant. Am 7. Mai spielt das Takeover!-Ensemble die Premiere mit der Berliner Popsängerin Alexa Feser in Essen. Eine Woche vorher ist Miki Kekenj mit Milow in Potsdam beim Babelsberger Filmorchester unterwegs. Dort dirigiert er. Auch in seinem „ersten Leben“ tut er dies, vor allem bei „On Fire!“: Miki Kekenj ist erster Konzertmeister der Bergischen Symphoniker und spielt die erste Violine. Und dann steht da die Studioaufnahme für eine CD mit Sänger und Songwriter Maxim an.

Klassik- und Hip-Hop-Fan Kekenj, der 1979 in Braunschweig geboren wurde und keine andere Wahl hatte, als mit Leib und Seele Violinist zu werden, produziert, seit er 15 ist, Soul- und Hip-Hop-Stücke. Die Releases „Opus 1“ und „Mein Utopia“ zeigen, wie es klingt, wenn die musikalischen Welten zu einer Gesamtkomposition werden.

Aber wie kriegt er sein zweites Leben mit dem ersten geregelt? „Das muss ich im Vorfeld gut koordinieren. Manchmal nehme ich, wenn es ganz eng ist, unbezahlten Urlaub oder es kommt jemand und spielt für mich, den ich engagiere.“ Wichtig sind ihm die Symphoniekonzerte. Von seinem zweiten Leben profitiert auch das erste, sagt Kekenj, der noch eine Leidenschaft hat: Sneaker sammeln. „Es ist mein gedanklicher Ausgleich.“ Reisen und mit vielen Leuten zusammenzukommen, sei der schönste Aspekt des Berufs – und für den offenen und fröhlichen Düsseldorfer genau das Richtige. Dann ist er voll in seinem Element. Dann ist er „on fire“.

Miki Kekenj ist aber auch Familienvater. Die drei Kids haben offenbar das Musiker-Gen von ihrem Vater geerbt: Der Älteste (11) spielt Posaune, der Mittlere (8) Kontrabass. Der Kleinste (4) wird sicher auch ein Instrument lernen. Manchmal reist die Familie auch mit. Vergangenen Sommer gab der 42-Jährige ein Konzert auf Schloss Engers. „Die Family lauschte vom Camper aus.“

www.mikizuhause.com

„On Fire!“

Das nächste „On Fire!“-Konzert findet am Mittwoch, 25. Mai, 19.30 Uhr, im Teo Otto Theater statt: „Danzón Cubano“ ist angesagt. Die nächste Spielzeit ist bereits geplant. Es wird dann nur zwei Konzerte geben. „Da kommt ein richtiger Promi ins Bergische, es wird sehr cool, lasst euch überraschen“, sagt Miki Kekenj.

bergischesymphoniker.de

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