Auszeichnung

Der Messerpreis 2020 geht in die USA

Dakota Slack ist ein 24-jähriger Messermacher aus den USA. Mit seinem Kochmesser überzeugte er die Jury. Foto: Dakota Slack
+
Dakota Slack ist ein 24-jähriger Messermacher aus den USA. Mit seinem Kochmesser überzeugte er die Jury.

Dakota Slack überzeugte die Fachjury des Deutschen Klingenmuseums mit Damastklinge

Von Philipp Müller

Solingen. Der Messerpreis des Deutschen Klingenmuseums ist eine in der internationalen Fachwelt anerkannte Auszeichnung. Entsprechend international war die Teilnehmerzahl auch in diesem Jahr. Statt einer feierlichen Zeremonie im Rahmen der Messermachermesse wurde der Preis in diesem Jahr digital verkündet. Und doch ist das Messer des US-Amerikaners Dakota Slack jetzt im Museum zu sehen, denn eine kleine Ausstellung mit den eingereichten Arbeiten kann nach der Wiedereröffnung des Klosterhofs gezeigt werden. Die Messe selbst fand als „Knife 2020“ ausschließlich im Internet statt.

Dotiert ist der Messerpreis mit 2000 Euro. Im Jahr 2020 lautete das Motto „Das vollendete Kochmesser“. 27 Einsendungen gab es dazu. „Der größte Teil der Einreichungen kam aus Deutschland; aus Österreich und den USA jeweils zwei, aus Schweden, Estland, Finnland und Russland jeweils eine Einreichung“, berichtet Dr. Sixt Wetzler, der stellvertretende Leiter des Museums in Gräfrath. Dem Aufruf seien von jungen Nachwuchsmessermachern bis zu „alten Hasen“ eine große Bandbreite an Messermachern gefolgt.

Ihre von Hand gefertigten Messer wurden dann im Klingenmuseum hinter verschlossenen Türen begutachtet. Die Jury bestand aus Dr. Isabell Immel, der Leiterin des Klingenmuseums, Curt Mertens von der Stiftung Freunde des Deutschen Klingenmuseums, Wilfried Gorski, Mitglied der Deutsche Messermacher Gilde und wichtiger Partner des Museums bei der „Knife“, und Thorsten Steinhaus, dem Profi-Koch aus Solingen.

„Das Niveau beim Messerpreis war sehr hoch.“
Dr. Sixt Wetzler, Deutsches Klingenmuseum

Die Qualität der Stücke habe eine große Bandbreite gehabt, sagt Dr. Sixt Wetzler. Der größte Teil der Stücke habe sich aber im „High-End-Bereich“ bewegt. Unter den Teilnehmern waren auch Messermacher, die auf früheren MesserMacherMessen den „Best of Show“ gewonnen hatten. Gunther Löbach, Tonu Arrak oder auch den ersten Vorsitzenden der Deutschen Messermacher Gilde Erich Niemeier zählt der stellvertretende Museumsleiter auf. „Das Niveau beim Messerpreis war insgesamt sehr hoch.“

In der Sitzung wurde offensichtlich um den richtigen Preisträger lange beraten. So erklärt Wetzler zum Verlauf: „Um den Sieger wurde lange gerungen, da die Messer jeweils unterschiedliche Stärken in den vier Kriterien Funktionalität, handwerkliche Qualität, Gestaltung und Kreativität hatten. Das Siegermesser hatte sich früh als einer der Favoriten herauskristallisiert und wurde schließlich einmütig bestimmt.“

Solingen: Jury lobt zwei Messermacher für ihre Wettbewerbsbeiträge

Lobend erwähnte die Jury die Beiträge von Vlad Matveev (Russland) und Pekka Tuominen (Finnland), teilt das Museum mit. Denn Matveevs Messer habe durch seinen spektakulären Damast und seine sonst schlichte, aber äußerst funktionale Gestaltung gefallen. Tuominens Stück erstaunte mit seiner außergewöhnlichen, aber absolut tauglichen Form und einem maximalen „Handschmeichel-Faktor“, stellte die Jury fest.

Preisträger Dakota Slack ist erst 24 Jahre alt und konnte trotz seines jungen Alters bereits mit seiner hohen Fertigkeit für die Herstellung von ausgefallenen Messern überzeugen. Er kombinierte einen „wilden Damast“ von 360 Lagen mit einem Zierelement aus Neusilber und Messing und einem Griff aus südamerikanischer Ipé-Wurzel für seinen Wettbewerbsbeitrag.

„Besonders beeindruckten die perfekte Verarbeitung, die wunderschöne Linienführung und die ausgezeichnete Handlage und Balance des Messers“, teilt die Jury mit.

Im vergangenen  Jahr gab es ebenfalls keine Messermachermesse, dafür aber auch einen Preisträger: Stefan Steigerwald erhielt den Messerpreis 2019.

MESSERPREIS 2020

Der Messerpreis des Deutschen Klingenmuseums wird jährlich zu einem wechselnden Motto für ein besonders gelungenes, handgefertigtes Messer verliehen. Von der Stiftung Freunde des Deutschen Klingenmuseums ist der Messerpreis mit einem Preisgeld von 2000 Euro dotiert. Franz Haug, der Vorsitzende der Stiftung und erster Vorsitzender des Fördervereins des Museums, überreichte den Preis auf digitalem Weg.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Nach Unfall: L 74 in beide Fahrtrichtungen gesperrt
Nach Unfall: L 74 in beide Fahrtrichtungen gesperrt
Nach Unfall: L 74 in beide Fahrtrichtungen gesperrt
Viele Freizeitanlagen in Solingen bleiben geschlossen
Viele Freizeitanlagen in Solingen bleiben geschlossen
Viele Freizeitanlagen in Solingen bleiben geschlossen
Diebe stehlen Fernseher und Schlüsselbund
Diebe stehlen Fernseher und Schlüsselbund
Diebe stehlen Fernseher und Schlüsselbund
Corona: 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter - Zweithöchster Wert im Bund
Corona: 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter - Zweithöchster Wert im Bund
Corona: 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter - Zweithöchster Wert im Bund

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare