Wilhelm-Hartschen-Schule

Schulmensa von Schimmel befallen

Schulleiter Joachim Cerekwicki steht vor einem Entlüfter, der lautstark vor den Klassenräumen brummt. Er soll eventuelle Sporen in der Luft nach außen transportieren. Fotos: Christian Beier
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Schulleiter Joachim Cerekwicki steht vor einem Entlüfter, der lautstark vor den Klassenräumen brummt. Er soll eventuelle Sporen in der Luft nach außen transportieren.

Das Wort Schimmel kann Schulleiter Joachim Cerekwicki nicht mehr hören. Nicht genug damit, dass an der Wilhelm-Hartschen-Schule ein erst drei Jahre alter Pavillon von Schimmel befallen ist und nicht genutzt werden kann – jetzt sind auch die Mensa der Walder Förderschule und die Lehrküche betroffen.

Von Simone Theyßen-Speich und Anja Kriskofski

Standpunkt von Anja Kriskofski

Das Problem im Speisesaal wurde dabei nur zufällig entdeckt. Kurz vor den Sommerferien wollte ein Handwerker einen Schaden an der Wandverkleidung reparieren. „Dabei ist aufgefallen, dass die Wand dahinter komplett feucht war“, erzählt Cerekwicki. Und nicht nur das. Weil beim Bau der Mensa 1997 vergessen worden war, einen Kanaldeckel unter dem Boden zu verschrauben, war das Wasser in den kompletten Boden und die Wände gezogen.

Mensa von Schimmel befallen

Dieser Pavillon der Wilhelm-Hartschen-Schule ist ebenfalls mit Schimmel belastet. Er ist erst drei Jahre alt – und seit zwei Jahren verschlossen. Die Stadt führt einen Rechtsstreit mit den Baufirmen. © Christian Beier
Dieser Pavillon der Wilhelm-Hartschen-Schule ist ebenfalls mit Schimmel belastet. Er ist erst drei Jahre alt – und seit zwei Jahren verschlossen. Die Stadt führt einen Rechtsstreit mit den Baufirmen. © Christian Beier
Schulleiter Joachim Cerekwicki vor der speziell verschlossenen Tür der Mensa. © Christian Beier
Dieser Pavillon der Wilhelm-Hartschen-Schule ist ebenfalls mit Schimmel belastet. Er ist erst drei Jahre alt – und seit zwei Jahren verschlossen. Die Stadt führt einen Rechtsstreit mit den Baufirmen. © Christian Beier
Dieser Pavillon der Wilhelm-Hartschen-Schule ist ebenfalls mit Schimmel belastet. Er ist erst drei Jahre alt – und seit zwei Jahren verschlossen. Die Stadt führt einen Rechtsstreit mit den Baufirmen. © Christian Beier
Schulleiter Joachim Cerekwicki steht vor einem Entlüfter, der lautstark vor den Klassenräumen brummt. Er soll eventuelle Sporen in der Luft nach außen transportieren. © Christian Beier

Jetzt muss alles erneuert werden. Das Parkett muss ebenso abgetragen werden wie der darunterliegende Estrich und die Wandverkleidungen. „Die Stadt ist sehr bemüht, schnell zu reagieren. Ich hoffe, dass in den Herbstferien mit den Arbeiten begonnen werden kann.“ Die 155 Kinder der Schule – ein Drittel von ihnen schwerstbehindert – müssen derzeit in ihren Klassen zu Mittag essen.

Die Mensa und die Lehrküche sollen bis Ende November saniert sein, sagt Stadt-Pressesprecher Lutz Peters. Wegen des Schimmelbefalls in dem neuen Pavillon streitet sich die Stadt Solingen mit den Baufirmen vor Gericht (siehe Kasten). „Wir warten dringend auf die Entscheidung“, betont der Schulleiter. So lange können die Räume nicht benutzt werden. Drei Klassen sind deshalb in das Gebäude der ehemaligen Grundschule Wittkuller Straße ausgelagert.

RECHTSSTREIT

PAVILLON Wegen Feuchtigkeitsschäden an dem 2012 eingeweihten Pavillon habe die Stadt im Jahr 2013 Klage eingereicht, erklärt Stadtsprecher Lutz Peters. Das Rechtsamt rechne jedoch frühestens 2016 mit einem Urteil in erster Instanz. In den Rechtsstreit um den maroden Pavillon sind laut Peters zwei Baufirmen und ein Architekturbüro involviert. Ein weiterer von Schimmel befallener Pavillon aus dem Jahr 2004 wurde bereits durch einen Neubau ersetzt.

Dieser Pavillon der Wilhelm-Hartschen-Schule ist ebenfalls mit Schimmel belastet. Er ist erst drei Jahre alt – und seit zwei Jahren verschlossen. Die Stadt führt einen Rechtsstreit mit den Baufirmen.

Auch die Schulpflegschaftsvorsitzende Astrid Leonhardt ist verärgert: „Wieder gibt es nur Einschränkungen für unsere Kinder.“ So seien die Lüfter sehr laut, die die Feuchtigkeit aus den Wänden ziehen sollen. Hinzu kommen personelle Engpässe an der Schule, die den Eltern Sorgen bereiten. Nur 92 Prozent der Lehrerstunden können derzeit dort unterrichtet werden. „Elf unserer Lehrer sind mit vier bis acht Stunden pro Woche an andere Schulen abgeordnet“, bestätigt Joachim Cerekwicki.

Lehrer aus allen Förderschulen arbeiten auch an Regelschulen

Dieses Schicksal teilt er mit den anderen Solinger Förderschulen. Weil immer mehr Kinder mit Behinderung auch in den inklusiven Klassen der Regelschulen unterrichtet werden, müssen auch die Lehrer an diesen Schulen aushelfen. Lehrer der Hartschen-Schule geben derzeit Unterricht an mehreren weiterführenden Schulen.

„Bei uns ist die Schülerzahl aber sogar leicht gestiegen.“ Aktuell muss in einigen Klassen die zweite Lehrkraft gestrichen werden. Eng wird es auch bei der Busaufsicht an der Straße, wenn die Schüler morgens gebracht werden, oder bei der Besetzung von zusätzlichen Angeboten wie Judo oder Fußball. „Wir stehen aber in Kontakt mit der Schulaufsicht und hoffen, hier Abhilfe schaffen zu können.“

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