Mein Leben als Papa

Sein Leben als Papa gibt es nun auch als Buch

Stolzer Vater seit sechs Jahren und nun auch stolzer Buchautor: Gunnar Freudenbergs Buch ist im Wartberg Verlag erschienen. Foto: Christian Beier
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Stolzer Vater seit sechs Jahren und nun auch stolzer Buchautor: Gunnar Freudenbergs Buch ist im Wartberg Verlag erschienen.

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg veröffentlicht die besten Folgen seiner Kolumne über Hannes und Michel.

Von Andreas Weber

Ganz am Anfang stand die Idee des Chefredakteurs: „Berichte doch mal aus dem Leben eines jungen Vaters.“ Gunnar Freudenberg dachte: „Okay, ich probier’s mal.“ So wurde im November 2016 die Papa-Kolumne geboren. Seither sind die Geschichten, die der ST-Redakteur über seine Söhne Hannes und Michel schreibt, nicht mehr von der samstags erscheinenden Seite „Familienzeit“ wegzudenken. Die besten der rund 250 Folgen gibt es nun in Buchform. „Mein Leben als Papa“ erzählt mit einer wunderbaren Leichtigkeit aus dem Alltag der vierköpfigen Familie.

Michel ist gerade drei Jahre alt geworden, Hannes feiert heute seinen sechsten Geburtstag. „Eigentlich war ich mir sicher, dass nach ein paar Monaten alles auserzählt ist“, glaubte „Günni“, wie ihn viele Freunde nennen. Doch die humorvollen Episoden wurden zum Dauerbrenner, seit fünf Jahren gern konsumiert selbst von denjenigen, die keine Kinder oder diese schon großgezogen haben. Viele Leser outeten sich als regelrechte Fans und freuen sich bei der Wochenendlektüre auf Neues aus dem Hause Freudenberg.

Jetzt bekommen sie Günnis Erlebnisse mit seinen kleinen Söhnen in geballter Form auf 144 Seiten und in 58 Kapiteln zum Schmunzeln und Schmökern serviert. „Das Buchprojekt stand schon länger im Raum, aber der anhaltend große Zuspruch war der Anlass, der meinen Arbeitgeber, die B. Boll Mediengruppe, und den Wartberg Verlag ermunterte: Lass es uns nach fünf Jahren angehen“, meint der 41-Jährige und freut sich auch schon auf Lesungen, die noch für dieses Jahr geplant sind.

Wer lustige Geschichten liebt, sollte „Mein Leben als Papa“ lesen

Gunnar Freudenberg begann seine Laufbahn beim Solinger Tageblatt vor elf Jahren. Nach seinem Volontariat im Haus wurde er Redakteur. Heute obliegt ihm die Teamleitung Desk. Das Talent, das seiner Kolumne den Charme verleiht, schlummerte schon in ihm, bevor er das Schreiben entdeckte. „Bei Familienfesten war ich eher der Stille. Meine Eltern waren doch sehr erstaunt, als sie in der Abi-Zeitung lasen, dass ich mit weitem Abstand zum ,Comedian der Stufe’ gewählt worden war.“

Mit Hannes und Michel erlebt der Buchautor täglich neue Geschichten. Jeden Samstag gibt er den ST-Lesern darüber ein Update.

Die lustige Ader prägt heute auch seine Eltern-Kind-Geschichten. „Einen pädagogischen Anspruch hat meine Kolumne nicht, sie soll unterhalten“, sagt der Autor. Gleichwohl stehen hinter den Geschichten Erlebnisse, die alle Eltern teilen und Gedanken, die zum Nachdenken anregen.
Hier geht´s zu den aktuellen Folgen von „Mein Leben als Papa“.

Wenn der Papa zum Beispiel die deutsch-türkische Freundschaft mit den Nachbarn von oben schildert, das herzliche, von gängigen Kulturklischees völlig unbelastete Miteinander der Kids im Sandkasten. „Die Welt gehört in Kinderhände“, schießt es ihm da in den Kopf. Genau dies würden sich sicherlich auch vom Weltgeschehen desillusionierte Erwachsene oft wünschen.

Einen pädagogischen Anspruch hat meine Kolumne nicht, sie soll unterhalten.

Gunnar Freudenberg, Autor

Zu Freudenbergs persönlichen Lieblingsfolgen gehört die Turbogeburt seines Zweitgeborenen, im Live-Ticker gerafft. Der beginnt um 19.50 Uhr mit dem überstürzten Aufbruch ins Krankenhaus und endet um 23.20 Uhr mit der Rückkehr aus dem Kreißsaal nach Hause. Titel: „Andere gehen ins Kino, wir kriegen ein Kind.“

Die anfängliche Befürchtung, dass ihm die Puste ausgehen könne, bewahrheitete sich nicht. Denn jeder Tag mit seinem Nachwuchs liefert Material. Ob auf dem Spielplatz, beim Elternabend in der Kita, beim Weihnachtsfest und Einkaufen im Supermarkt oder dem Training des Ältesten im Fußballverein.

Die Geschichten der Kolumne entstehen meist erst Mittwochs

Apropos: Freudenberg ist „Fischkopp“, Anhänger von Werder Bremen. Logisch, dass er das grün-weiße Gen früh in Hannes implementierte und seinen gerade in die 2. Liga abgestiegenen Herzensclub in die Kolumne immer wieder einbaut. Auch wenn es bei Familie Freudenberg mal ein Abkommen gab, jegliche Vereinsbeeinflussung zu unterlassen. Mama sympathisiert nämlich mit dem BVB. Warum das nicht klappte, erhellt der Papa in „Entscheidend ist eben nicht nur auf’m Latz“, einer der Kolumnen, die „Mein Leben als Papa“ zu einem Lesevergnügen machen.

Woche für Woche zu liefern, sorgt beim wortgewandten Papa nicht für Stress. „Ich lasse das Leben einfach passieren“, versichert er im Vorwort des Buches. Künstliche Situationen müsse er nicht kreieren. Dass ein oder andere Zitat falle pointierter aus als vielleicht in Wirklichkeit gewesen sei. „Aber ich bleibe hart an der Realität“, betont Gunnar Freudenberg. In der Regel kennt er montags den Inhalt für den Samstag noch nicht. „Meist überlege ich am Mittwoch und am Freitagmorgen tippe ich den Text in die Tastatur.“

Gegengelesen wird in jedem Fall. Ehefrau Larissa schaut als kritisches Korrektiv über jedes Manuskript. Das hat sie sich zu Beginn vor fünf Jahren erbeten. „Und das ist auch gut so“, findet Günni. Die Mama war anfangs skeptisch, mochte ihre Kinder nicht in die Öffentlichkeit zerren. Auf den Zeitungsbildern sind Hannes und Michel bis heute stets von hinten zu sehen.

Das Buch „Mein Leben als Papa“.

„Und generell versuche ich alles wegzulassen, was beiden irgendwann peinlich sein könnte oder zu intim ist“, erklärt Gunnar Freudenberg.

Unübersehbar habe sich die Serie im Laufe der fünf Jahre verändert. „Als sie startete, war Michel noch gar nicht geboren und Hannes konnte vielleicht zehn Wörter sprechen“, blickt er zurück. Da sei es in den Folgen noch etwas mehr um ihn selbst und um skurrile Situationen gegangen, die der Job als Papa mit sich bringt. „Jetzt“, sagt Freudenberg, „hauen Hannes und Michel selbst ständig Pointen raus.“ Ganz der Papa eben.

Hintergrund

Serie: Im November 2016 lief die erste Folge von „Mein Leben als Papa“ auf der neuen Seite „Familienzeit“ im Tageblatt. Jeden Samstag berichtet der in Radevormwald aufgewachsene Gunnar Freudenberg darin über den Alltag mit seinen beiden Söhnen Hannes (6) und Michel (3) sowie mit Ehefrau Larissa. Inzwischen sind rund 250 Folgen erschienen.

Buch: „Mein Leben als Papa“ ist im Wartberg Verlag erscheinen und kostet 12,90 Euro. Auf 144 Seiten finden sich die besten, leicht überarbeiteten Folgen der Serie. Das Buch ist ab sofort in den ST-Geschäftsstellen, im Buchhandel und bei „Bergisches Bestes“, dem Online-Shop des Tageblatts, im Internet bei www.bergisch-bestes.de erhältlich.

Hier geht´s zur Folge der vergangenen Woche: Miese Work-Life-Balance: In dieser Woche war ich nur zum Verlieren da.

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