Mein Leben als Papa

Mit fröhlichem Herzen zurück auf „unserem“ Bauernhof

Michel und Hannes durften auf dem Bauernhof auch richtig mit anpacken.
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Michel und Hannes durften auf dem Bauernhof auch richtig mit anpacken.

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Ich bin ehrlich: Ein Urlaub am Meer oder in den Bergen hätte ich mir in diesem Jahr schon gut vorstellen können. Aber daran war nicht zu denken.

„Wir wollen wieder auf den Bauernhof!“, waren sich Hannes und Michel einig. Und weil ein Urlaub mit Kindern nur ansatzweise erholsam sein kann, wenn die Kinder zufrieden sind, ging es für uns zurück in die Lüneburger Heide.

Worauf er sich denn am meisten freue, wollte ich von Michel am Abend vor der Abfahrt wissen und erwartete Antworten wie „Auf die Kühe“ oder „Auf den Freizeitpark“. Stattdessen sagte er: „Dass es auf dem Bauernhof kein Büro gibt.“ Eine schlaue Umschreibung für: „Wir wollen, dass du endlich mal wieder mehr Zeit für uns hast.“

Als wir in die Hofeinfahrt einbiegen, fühlt es sich an wie ein Nach-Hause-Kommen. Eingewöhnen muss sich diesmal niemand mehr. Hannes findet die Kälbchen wieder, die keine mehr sind und noch schneller gewachsen sind als er selbst. Michel entdeckt vier süße Katzenbabys und hat vor dem riesigen Hofhund Franky nur noch ein ganz klein wenig Respekt. „Ach, das könnte wirklich ein entspannter Urlaub werden“, denke ich auf dem Weg zu den beiden Ziegen, die wir auf unserem ersten Rundgang noch nicht begrüßt haben. Sie kommen direkt an den Zaun gelaufen und scheinen sich auch zu freuen, als sie uns entdecken. Als ich das Törchen öffne, lugt eine Ziege mit ihrem Kopf hervor. Es gelingt mir nicht, sie wieder reinzuschieben. Dann ist sie plötzlich frei. Und während ich versuche, sie wieder einzufangen, findet auch schon die zweite Ziege den Weg in die Freiheit. „Das wird kein entspannter Urlaub“, fürchte ich. Mit Haferflocken gelingt es unserer Vermieterin aber nach einiger Zeit zum Glück, die Tiere wieder ins Gehege zu locken.

Am nächsten Tag ist Hannes verschwunden. Beziehungsweise dauert es sehr lange, bis ich ihn auf dem großen Hof wiedergefunden habe. Er hat den neuen Melkroboter entdeckt, der per Laser die Zitzen findet und die Kühe automatisch zu melken beginnt. Ein faszinierendes Verfahren, bei dem Hannes stundenlang zuschauen könnte.

„Mein Leben als Papa“ gibt es als Buch für 12,90 Euro in den ST-Geschäftsstellen, im Handel und im Internet:bergisch-bestes.de

Nur mit Mühe gelingt es uns manchmal, Hannes und Michel vom Bauernhof wegzulocken und sie für einen Ausflug zu begeistern. Einmal „vom Hof gejagt“, haben sie aber auch im Vogelpark, auf dem Barfußpfad oder in Bremen (natürlich mit Besuch am Weser-Stadion) jede Menge Spaß.

Der Urlaub geht leider viel zu schnell vorbei. „Vielleicht werde ich doch Bauer und nicht Polizist“, überlegt Hannes. Bei so vielen Fragen, wie er sie den Landwirten in dieser Woche gestellt hat, dürfte sein Wissen jedenfalls fast schon für ein Studium der Agrarwissenschaften reichen.

„Wir kommen wieder“, versprechen wir den Jungs vor der Fahrt nach Hause. Vielleicht auch mal nur für ein Wochenende. Denn ich würde schon gerne mal wieder ans Meer oder in die Berge. Aber wie heißt es bei Heidedichter Hermann Löns? „Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz.“

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