Mein Leben als Papa

Hannes und Michel im Farbrausch: Beim Malen findet alles seinen Ausdruck

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ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Was ihnen durch den Kopf geht, bringen sie zu Papier. Und das fast jeden Abend. Malen steht bei Hannes und Michel gerade ganz hoch im Kurs. Für mich gehören ihre späten Malsessions zu den schönsten Momenten des Tages. Weil die Jungs dabei zur Ruhe kommen und ich ihnen dabei schweigend zusehen und auch -hören kann. Denn den Entstehungsprozess ihrer Bilder kommentieren Hannes und Michel gerne wortreich. Interessant ist zudem, dass die beiden in unterschiedlichen Phasen der Malentwicklung stecken. Michel hat in den letzten Wochen allerdings stark aufgeholt und damit auch Hannes’ Ehrgeiz angestachelt. Ich finde jede Phase auf ihre Weise spannend.

Die Kritzelphase: Zu verstehen, wie man mit Stiften umgehen muss, um den gewünschten Effekt auf dem Papier zu sehen, fanden beide Jungs total faszinierend. Wobei Michel in der Kritzelphase etwas experimenteller war als sein großer Bruder. Nicht nur bei der Farbwahl, sondern auch bei der Wahl des Untergrunds. Von Hannes gibt es jedenfalls keine Hinterlassenschaften auf der Raufasertapete . . .

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Die Kopffüßler-Phase: Ihre ersten Menschen zeichnen Kinder als Kopffüßler mit rundem Kopf und zwei Strichen als Füßen. Bei Michel dauerte diese Phase aber nur extrem kurz an. Die Arme vergisst er zwar manchmal noch, ansonsten stimmt das Gefühl für die Bildordnung aber bereits richtig gut. Dass ich von ihm grundsätzlich als kleinste Person gezeichnet werde, führe ich auf seinen skurrilen Humor zurück.

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Die Farbrausch-Phase: Es müssen nicht immer Bunt- und Filzstifte sein. Dürfen die Jungs mit Wasser- oder Acrylfarbe hantieren, ist das Ergebnis meist ein einziger Farbrausch. Vor allem bei Michel. Wäre ich noch Kunststudent, würde ich seinen Stil so beschreiben: „Sein Arbeitsprozess unterliegt keinen Regeln, er folgt Prozessen des Unbewussten.“ Übersetzt: Er saut richtig rum. Was dabei rauskommt, gefällt allerdings.

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Die Erzählphase: Bis vor kurzem reichte es Hannes noch, einen Osterhasen zu malen – und das Bild war fertig. Heute sollen seine Bilder meistens Geschichten erzählen. Wie eingangs schon erwähnt: Zuhören hilft, um das Bild besser zu verstehen. Denn manchmal ist die Handlung wichtiger als das Detail. Oder hätten Sie den Drachen, der mit seinem Auto durchs Wasser fährt, sofort erkannt?

Die Detailphase: Wenn Hannes etwas wirklich lieb ist, gibt er sich beim Malen auch Mühe und möchte es so naturgetreu wie möglich zu Papier bringen. Gelingt ihm etwas nicht wie geplant, wird ein Papier auch schon mal wütend zusammengeknüllt. Michels Bilder werden auch immer detaillierter, Einzelheiten sind ihm aber noch nicht so wichtig. Für ihn ist beim Malen der Weg das Ziel. Und das ist einfach schön.

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