Mein Leben als Papa

Mila und die Jungs: „Die wachsen ja auf wie Geschwister“

Hand in Hand in die Stadt und durch die Kindheit: Mila, Hannes und Michel.
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Hand in Hand in die Stadt und durch die Kindheit: Mila, Hannes und Michel.

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Seit seine Tante geheiratet hat, lässt Hannes das Thema Hochzeit nicht los. „Ich heirate später mal Mila“, sinnierte er neulich abends beim Zähneputzen. „Obwohl“, grübelte er. „Vielleicht möchte Michel ja auch Mila heiraten.“ Zukunftsmusik. In der Gegenwart ist es einfach nur schön, wie sehr sich die Brüder mit Mila angefreundet haben, seit die junge Nachbarin, die nur wenige Wochen jünger ist als Michel, Anfang des Jahres mit ihren Eltern Lucie und René in die frei gewordene Dachgeschosswohnung über uns gezogen ist. Und diese Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit.

Wenn Mila nach Hause kommt, stürmt sie nicht etwa gleich die Treppe hoch nach oben, sondern möchte erst wissen, was die Jungs gerade machen. Mit Mila an der Hand kommen Lucie und René schlechter an unserer Wohnungstür vorbei als die Stürmer an Bonucci und Chiellini bei der Fußball-EM.

Klopf, klopf. „Kommt ihr auch raus?“, fragt Mila und muss nicht lange auf ihre Jungs warten. „Die wachsen hier ja wirklich auf wie Geschwister“, freut sich Milas Oma, wenn sie zu Besuch ist und den Kindern am liebsten den ganzen Tag beim Spielen zuschauen würde. Zum Beispiel beim Trampolinspringen. Nacheinander präsentieren uns alle „eine Show“, was bei Mila mehr nach Ballett und bei Hannes und Michel eher nach Wrestling aussieht. Oder beim Schaukeln.

Wird den Eltern beim Zugucken schwindelig, ist es für Mila, Hannes und Michel noch zu langweilig

Zu dritt legen sie sich in die Nestschaukel, verknoten das Seil bis zum Gehtnichtmehr und drehen sich dann schneller als der Jupiter um die eigene Achse. Die Erwachsenen macht das schon beim Zusehen atemlos, aber Kinder sind schwindelfrei – großes Kino für die drei. Oder sie hangeln sich zu dritt kopfüber die Rutsche runter und halten sich dabei gegenseitig an ihren Füßen fest. Hier schau ich am liebsten gar nicht hin.

Auch wenn Michel auf seinem Laufrad den Turbo zündet, halte ich die Luft an und hoffe, dass er die etwas langsamere Mila nicht einfach umfährt. Dafür macht Mila auf dem echten Fahrrad mit Pedalen schon eine etwas bessere Figur als Michel.

Gunnar Freudenberg

Für Michel ist die fast gleichaltrige Mila manchmal auch eine Konkurrentin. Hannes dagegen liebt es, seine fürsorgliche Seite auszuleben. Im Pool nimmt er Mila auf den Arm und watschelt mit ihr vorsichtig durchs Wasser. Gehen wir gemeinsam in die Stadt, um uns ein Eis zu kaufen, nimmt er Mila und Michel stolz an beide Hände. Von Mila lassen sich die beiden auch gerne von ihren „Jungssachen“ ablenken.

Da wird das Polizist-und-Dieb-Spiel schon mal ausgesetzt, um mit Mila Brombeeren zu pflücken. Oder das Fußballspiel unterbrochen, um Mila beim Wickeln ihrer Puppe zu helfen. Es dauert seine Zeit, bis im Garten alle Spielecken aufgeräumt sind. Klopf, klopf. Abends sind es Abdullah oder Zeliha, unsere Nachbarn, die zwischen Mila und den Jungs wohnen, die an unserer Tür klopfen und uns vergessenes Spielzeug zurückbringen.

„Kann man eigentlich auch noch mal heiraten, wenn man eine Frau noch lieber mag?“, fragte Hannes eines anderen Abends beim Zähneputzen. Wie er auf so eine Frage kommt? Vielleicht war es die Vorfreude auf Milas Schwester. Die hat sich nämlich für Oktober angekündigt. . .

In der letzten Woche durfte Michel das erste Mal in den Kindergarten gehen.

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