Mein Leben als Papa

Alles cool im Pool: Diese Anschaffung war eine chlorreiche Idee

Bei schönem Wetter lebt Hannes im Pool. Papa ist bis jetzt nur gelegentlicher Gast. Foto: lf
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Bei schönem Wetter lebt Hannes im Pool. Papa ist bis jetzt nur gelegentlicher Gast.

ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Dieser Urlaub fiel ins Wasser. Eigentlich hatte ich mich auf ein paar schöne Tage mit den Jungs, meiner Frau und vielen Ausflügen im Bergischen gefreut. Aber der ängstliche Blick zum grauen Himmel wurde zum ständigen Begleiter und machte auch die schönsten Kulissen auf Schloss Burg oder an der Talsperre kaputt. Was blieb, war nur die Vorfreude auf den riesigen Karton, der bis zum Urlaubsende ein trauriges Dasein im Kofferraum fristen sollte. An Nummer sechs, also fast in „Pool-Position“, hatte sich meine Frau donnerstagmorgens um halb sieben in die Schlange vor dem Discounter eingereiht, um den großen Swimmingpool zu ergattern. Ein echtes Schnäppchen für 90 Euro – beziehungsweise sogar nur für 45 Euro, denn die Nachbarn beteiligten sich gerne an dieser chlorreichen Idee für die warmen Tage.

Jetzt steht er da, der Pool. 3,66 Meter Durchmesser und 7500 Liter Wasser, die sich bei inzwischen sommerlichen Temperaturen auf angenehme 20 Grad aufgeheizt haben. Nur mein Urlaub ist längst vorbei.

Kind müsste man sein. Wenn Hannes vom Kindergarten nach Hause kommt, schlüpft er als Erstes in seine Badehose, stürmt in den Garten und ward bis zum Abend nicht mehr in der Wohnung gesehen. „Megacool“ findet er den Pool. Nicht verwunderlich, nachdem er mich in den vergangenen Monaten damit gelöchert hat, wann denn die Schwimmbäder endlich wieder öffnen dürfen.

Gunnar Feudenberg

Der im Wasser geborene Hannes liebt Wasser, auch wenn er noch gar nicht richtig schwimmen kann. Es reicht ihm, durch das Wasser zu waten, Plastikfische zu angeln, Bötchen fahren und sich auf der Luftmatratze treiben zu lassen. Er war der Erste, der bei noch kalten 15 Grad seinen Fuß in den Pool setzte – ohne mit der Wimper zu zucken. Und er ist abends der Letzte, der aus dem Wasser steigt. Tobt Nachbarin Mila mit ihrer Mama oder ihrem Papa im Pool, schlüpft er auch gerne in die Rolle des Bademeisters, stellt sich auf einen Stuhl am Beckenrand und kommt seiner Aufsichtspflicht lautstark nach: „Keine Pommes im Wasser essen!“ Oder: „Die Rutsche ist gesperrt!“ Muss er bei seinem letzten Freibadbesuch aufgeschnappt haben.

Michel lässt am Pool bislang – zum Glück – noch große Vorsicht walten. Ihm reicht es, Hannes Spielzeug ins Wasser zu werfen, das dieser dann retten muss. Oder er spielt mit der kleinen Wasserbahn, die direkt neben dem Pool aufgebaut ist. Sitzt er auf der Luftmatratze, ist er darauf bedacht, bloß nicht nass zu werden.

Meine gelegentlichen Auftritte am Swimmingpool beschränken sich bis jetzt auf Wassertreten mit hochgekrempelter Hose. Nur am Mittwoch, nach einer fast vierstündigen Videokonferenz, konnte ich einfach nicht anders. Ich zog in der Pause mein Hemd aus, stieg in meine hippe Hawaii-Badehose und sprang mit meinem käsig-weißen Homeoffice-Körper zu Hannes in den Pool. Nimm das, Vitamin-D-Mangel! Unglaublich, wie viel Balsam für die Seele 84 Zentimeter Wassertiefe sein können. Hannes zeigte sich von meinen Tauchkünsten, Synchronschwimm- und „Toter-Mann“-Einlagen beeindruckt. „Du bist echt der größte Papa-Wal“, lobte er mich.

Der Sommer hat noch nicht mal angefangen, Hannes kann noch gar schwimmen, Michel will noch nicht rein – und einen Cocktail hab ich mit Mama auch noch nicht genossen. Aber ich bin mir sicher: Diese 45 Euro haben sich gelohnt.

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