Landschaftsbeirat

Mehr Naturschutz an der Sengbachtalsperre

Der südwestliche Bereich der Sengbachtalsperre ist laut der Unteren Landschaftsbehörde ein „Biotopverbund mit herausragender Bedeutung“. Foto: Uli Preuss
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Der südwestliche Bereich der Sengbachtalsperre ist laut der Unteren Landschaftsbehörde ein „Biotopverbund mit herausragender Bedeutung“.

Windräder an der Sengbachtalsperre wird es nicht geben. Den förmlichen Verzicht sollen am 23. März die Mitglieder des Planungsausschusses beschließen. Gleichzeitig, wünscht sich Bernd Krebs (CDU), soll das südwestliche Areal der Talsperre möglichst schnell als Bereich zum Schutz der Natur ausgewiesen werden.

Von Fred Lothar Melchior

Krebs sitzt sowohl dem Planungsausschuss als auch dem Landschaftsbeirat vor. Bei der gestrigen Sondersitzung des Beirats warnte er: „Eine Hängepartie wäre hier total fatal.“

Im Landschaftsbeirat ging es um den Regionalplan der Bezirksregierung Düsseldorf; die Stellungnahme der Stadt soll – ebenfalls am 23. März – vom Stadtrat verabschiedet werden. Bisher fehlte eine Einschätzung durch die Untere Landschaftsbehörde. „Es hat zeitlich nicht gereicht“, erklärte Dr. Klaus Strehlau, der Leiter des Stadtdienstes Natur und Umwelt. Seine Behörde bestätigt das „hohe Lebensraumpotential“ an der Sengbachtalsperre, wo zahlreiche Vogel- und Fledertierarten vorkommen. Deshalb wird eine Ausweisung als Naturschutzgebiet empfohlen.

Warnung vor weiteren Gewerbegebieten am Ittertal

Gleichzeitig warnt die Untere Landschaftsbehörde vor „erheblichen Umweltauswirkungen“, falls am Rande des Ittertals „aufgrund eines Mangels an Alternativen“ neue Gewerbegebiete entstehen sollten. Im Ittertal stünden sie „den Zielen von Natur und Landschaft entgegen“.

Was Enrique Pless (Grüne), den stellvertretenden Vorsitzenden des Landschaftsbeirats, zu Gedankenspielen veranlasste. Denn die Bezirksregierung in Düsseldorf stellt sich vor, die Wohnraumnot in der Landeshauptstadt mit Hilfe der Nachbarn zu lindern: Rund 350 der 12 000 Wohneinheiten, die Düsseldorf fehlen, könnten vor allem in Ohligs entstehen – etwa auf dem früheren Olbo-Gelände und dem Stadion-Areal. Pless: „Wo ist das Gegengeschenk? Welche Stadt ist bereit, uns Gewerbegebiete zur Verfügung zu stellen?“

REGIONALPLAN

GRUNDLAGE Das früher als Ge-bietsentwicklungsplan (GEP 99) bezeichnete Papier definiert „An-sprüche an die Raumnutzung“. Die Vorgaben gelten für den Regierungsbezirk Düsseldorf (oh-ne Essen, Duisburg, Oberhausen, Mülheim und den Kreis Wesel). TERMIN Die Stellungnahme der Stadt soll bis zum 31. März vorliegen. Die 32-seitige Beschlussvorlage (ohne Anlagen) wurde und wird auch in den Bezirksvertretungen behandelt.

Die Diskrepanz ist deutlich: Während die Bezirksregierung einen Bedarf von 124 Hektar Gewerbefläche sieht, stehen tatsächlich nur 86 Hektar zur Verfügung. Andererseits hat die Stadt bereits auf 72 von 136 Hektar verzichtet, die für Wohnbebauung gedacht waren. 20 der verbleibenden 64 Hektar sind für Gewerbe vorgesehen.

Der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde, der die Vorlage der Verwaltung zum Regionalplan eigentlich nur zur Kenntnis nehmen sollte, setzte gestern eigene Akzente. Er verabschiedete einstimmig einen Beschlussvorschlag der Naturschutzverbände Bund, RBN und Nabu – darunter einen Appell an den Regierungspräsidenten: Solingen lehne es ab, den Bedarf an in Düsseldorf fehlenden Siedlungsflächen mit abzudecken.

Die Flächen an der Sengbachtalsperre sollen unverzüglich unter Schutz gestellt werden (einstweilige Sicherstellung); die Ausweisung von Gewerbegebieten am Rand des Ittertals soll unterbleiben.

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